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Potsdam Bücher trotzen den digitalen Medien
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08:46 17.11.2017
Anette Illner von der Jugend und Kinderbuchhandlung "DRONTE" in der Potsdamer Gutenbergstraße Quelle: Bernd Gartenschläger
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Potsdam

Trotz des Reizes, den die digitalen Medien heutzutage auf Kinder ausüben: Das Buch ist immer noch beliebt. Auch die Potsdamer Kinder und Jugendlichen greifen nach wie vor gerne zum Taschenbuch, Hardcover oder Bilderbuch. Und lassen sich vor allem sehr gerne vorlesen. Sie können sich am Freitag auf zahlreiche Vorleseaktionen in der ganzen Stadt freuen, denn es ist bundesweiter Vorlesetag.

Anette Illner, Inhaberin der Kinder- und Jugendbuchhandlung Dronte, ist täglich mit jungen Leseratten konfrontiert. Sie kann bestätigen, dass immer noch viele Kinder gerne lesen und vorlesen lassen. „Viele Menschen argumentieren zu leichtfertig, dass Kinder im Smartphonezeitalter kaum noch Bücher lesen“, sagt Illner. „Dagegen spricht aber allein schon der große Markt für Kinder- und Jugendbücher. Jedes Jahr gibt es eine Flut an Neuerscheinungen.“ In vielen Familien sei das Vorlesen ein allabendliches Ritual, so Illner. Sie beobachte immer wieder, wie Eltern ihrem Nachwuchs noch in ihrem Laden aus Büchern vorlesen.

Mehr Bücher ausgeliehen

Dass die Kinder und Jugendlichen in der Landeshauptstadt noch immer keinesfalls auf Bücher verzichten wollen, kann auch Sybille Weber, Sprecherin der Stadt- und Landesbibliothek (SLB) bestätigen. In der Bücherei steigen die Ausleihzahlen bei Kinder- und Jugendbücher. Im ersten Halbjahr 2017 wurden fünf Prozent mehr Bücher ausgeliehen als im Vorjahreszeitraum. 37 Prozent der SLB-Nutzer sind Kinder und Jugendliche im Alter zwischen sechs und 17 Jahren. „Ich denke, es wird beides genutzt, Computer und Buch“, sagt Weber. „Aber unser boomende Kinderbereich zeigt auch: Das Lesen im Buch ist überhaupt nicht out.“ Auch das Thema Vorlesen ist in der Bibliothek präsent. Jedes Wochenende gibt es den Vorlesesamstag, bei dem ehrenamtliche Vorlesepaten aus Kinderbüchern lesen. „Das hat sich inzwischen total etabliert und die Kinder freuen sich regelrecht darauf.“ Weber schätzt die Bedeutung von Vorlesen für Kinder als sehr wichtig ein. „Es stärkt die Lesekompetenz und es ist ein gutes Mittel, um die Lust auf das Lesen zu wecken.“

Bücher vorlesen immer noch beliebt

Eine Statistik des Instituts für Lese- und Medienforschung, die jedes Jahr aus Anlass des bundesweiten Vorlesetages durchgeführt wird, zeichnet 2016 ein ebenso positives Bild von der Begeisterung der Kinder für das Vorlesen. So gefällt es 91 Prozent der befragten 520 Kindern sehr gut, aus Büchern vorgelesen zu bekommen. Auch bei Kindern aus Familien mit mittlerer und niedriger Bildung waren es knapp 90 Prozent. 30 Prozent der Kinder wünschten sich, dass ihnen mehr vorgelesen wird. Die Autoren der Studie fanden zudem heraus: Vorlesen hat einen sehr positiven Einfluss auf die Entwicklung von Kindern. Sie haben einen deutlich größeren Wortschatz als Kinder im selben Alter ohne die Vorleseerfahrung. Sie haben bessere Noten in der Schule. Und später haben sie mehr Spaß am Selbstlesen sowie im Umgang mit Texten. Und dennoch: In jeder dritten Familie in Deutschland bekommen Kinder von ihren Eltern selten oder gar nicht vorgelesen.

Vorleseaktionen in Potsdam

Die Bildungsbeigeordnete Noosha Aubel (parteilos) liest heute um 10 Uhr im Bildungsforum. Bereits um 7.55 Uhr ist Sozialdezernent Mike Schubert (SPD) in der Grundschule „Ludwig Renn“.

Finanzstaatssekretärin Daniela Trochowski (Linke) ist um 10.45 Uhr in der Grundschule „Am Priesterweg“ zu Gast.

In der Internationalen Grundschule liest GZSZ-Schauspielerin Maria Wedig vor, allerdings nicht öffentlich.

Studenten der Hoffbauer-Stiftung lesen in der Stadt-und Landesbibliothek vor Erwachsenen, die Lernschwierigkeiten haben, Deutsch lernen oder funktionale Analphabeten sind.

Insgesamt gibt es mehr als 20 Vorleseaktionen in der Stadt. Zu finden sind sie im Netz unter
www.vorlesetag.de.

Dem wollen die Wochenzeitung Die Zeit, die Stiftung Lesen und die Deutsche Bahn Stiftung entgegenwirken und haben den bundesweiten Vorlesetag ins Leben gerufen. Seit 13 Jahren gibt es am dritten Freitag im November im gesamten Bundesgebiet zehntausende Vorleseaktionen – in Kitas, Bibliotheken oder an unkonventionellen Orten wie im Schwimmbad, im Tierpark oder im Bestattungsinstitut. 2016 waren es insgesamt 135 000 Vorleser. Auch in Potsdam machen wieder einige mit.

Von Annika Jensen

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