Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Potsdam Bürgerinitiative für eine Ortsmitte
Lokales Potsdam Bürgerinitiative für eine Ortsmitte
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:40 26.10.2018
Blick auf die Insel Nedlitz in einer Archivaufnahme von 2015. Quelle: Lutz Hannemann
Neu Fahrland

Viel zu massiv, viel zu hoch sei die mit bis zu fünf Geschossen geplante Bebauung auf der Westseite der Insel Neu Fahrland. Das sagt Wilhelm Wilderink, Mitinitiator der Bürgerinitiative „Rettet die Nedlitzinsel“. Er warnt mit Blick auf die Neubauten auch auf der gegenüberliegenden Seite der Tschudistraße vor einem „Tunneleffekt“.

Das von den Neu Fahrländern angestrebte Ortsteilzentrum werde mit dem Entwurf „in keiner Weise verwirklicht“. Verbunden sei damit hingegen ein „massiver Eingriff in das Landschaftsbild und in die Natur“. Im Bebauungsplanverfahren sei eine Interessenabwägung vorzunehmen, so Wilderink mit Verweis auf das Baugesetzbuch, doch die sei „eigentlich in keiner Weise realisiert worden“.

Am Mittwochabend wurde der Vorentwurf für den Bebauungsplan „Westliche Insel Neu Fahrland“ in einer Bürgerversammlung vorgestellt und mit viel Kritik bedacht (MAZ berichtete). Ortsbürgermeisterin Carmen Klockow (Bürgerbündnis) hat in dieser Veranstaltung die Gründung der Bürgerinitiative bekannt gegeben.

Wilderink bestätigte, dass die Initiative sich Ende August mit einer Stellungnahme ans Rathaus wandte. Eine Antwort habe es noch nicht gegeben. „Aber ich bin sicher, dass sie noch kommt. Das ist noch sehr frisch. Ich bin der Meinung, dass es ganz normal seinen Gang gehen wird.“

Die Bürgerinitiative, die sich vor einigen Wochen mit dem Abschluss der frühzeitigen Bürgerbeteiligung zum Bebauungsplan formierte, befinde sich derzeit in der „Findungsphase“, sagt Wilderink: „Wir tragen die Argumente zusammen und überlegen, welche Strategien es gibt.“ Die Bezeichnung Bürgerinitiative sei eigentlich verfrüht: „Die Organisationsform der Initiative wird bis Mitte November bestimmt werden. Auf der Bürgerversammlung hatte die Idee bereits regen Zuspruch.“

Im nächsten Schritt solle ein „organisatorisch-juristischer Rahmen“ für die Bürgerinitiative gefunden werden. Ziel sei es, die Unterstützung der Neu Fahrländer zu finden und das Profil zu schärfen. „Um wirklich zu wissen: Was soll eigentlich das Ortszentrum von Neu Fahrland werden?“

Die Idee eines Ortsteilzentrums stehe bereits seit 20 Jahren im Raum, sagt Wilderink. „Aber durch diese neue Initiative ist es dazu gekommen, dass die Gedanken dazu noch einmal zusammengetragen werden müssen.“ Wilderink bezeichnete es als „einmalige Chance, dass man die Bürger befragt. Denn wenn das Gelände erst einmal bebaut ist, dann ist es bebaut. Und wenn Baurecht geschaffen ist, ist es geschaffen“.

Dem müsse man jetzt vorgreifen. Zu den Plänen der Bürgerinitiative zählt die Ausrichtung von Workshops möglichst unter Beteiligung des Ortsbeirates: „Und dann wird man einfach mal versuchen, ob man einen Gegenentwurf hinbekommen kann, um darlegen zu können: Die Neu Fahrländer Bürger möchten ein Ortsteilzentrum, sie möchten auch eine vernünftige, menschliche, maßvolle Bebauung, aber das dann bitte so, dass man sich wirklich gerne dort aufhält. Und das so, dass auch die Leute, die da wohnen, sich dort gern aufhalten.“

Zentrumsfunktion für die Neu Fahrländer bedeute auch, dass sie sich dort in einem Café treffen und in einem Geschäft die Waren des täglichen Bedarfs erwerben könnten. „Und das Ganze ohne Parkstress, den man auch in der Innenstadt haben kann.“ Wilhelm Wilderink, der seit sieben Jahren in Neu Fahrland lebt, geht davon aus, dass die Bürgerinitiative ihre Pläne bis zum Jahresende vorlegen kann.

Darum wird in Neu Fahrland gestritten

Mit der Bebauung der westlichen Insel Neu Fahrlands könnte ein schon lange geplantes Ortszentrum entstehen. Bürger wünschen sich ein Café, Einkaufsmöglichkeiten und Grün zwischen den geplanten Neubauten.

Kritiker im Ortsteil befürchten jedoch, dass mit Umsetzung der aktuellen Pläne aus der Tschudistraße eine vom Durchgangsverkehr beherrschte Straßenschlucht wird. Die Straße ist die einzige Direktanbindung Potsdams in Richtung Fahrland, Groß Glienicke, Seeburg und Spandau.

Von Volker Oelschläger

Hinter dem Alten Rathaus und am Ende der neuentstehenden Brauerstraße wird ein Platz nach der Partnerstadt benannt. Einst war der Platz nach dem größten militärischen Gegner Napoleons benannt, bevor er aus dem Stadtbild getilgt wurde.

26.10.2018

Wo sind Keanu und Nilay? Seit dem 11. Oktober werden die beiden Kinder aus Hildesheim vermisst. Eine Spur führt nun nach Potsdam.

29.10.2018

Die Filiale vom Buena Vida Coffee Club in der Geschwister-Scholl-Straße ist zu. Der Inhaber gibt den Laden an einen anderen Café-Betreiber ab.

26.10.2018