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Potsdam Bürgerinitiative für die neue Golmer Mitte
Lokales Potsdam Bürgerinitiative für die neue Golmer Mitte
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07:22 18.09.2017
Sylvia Frenzel am Ort des künftigen Geschehens: Die Bürgerinitiative möchte mitreden, wie das Umfeld des Bahnhofs gestaltet wird. Quelle: Christel Köster
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Golm

In Golm formiert sich eine Bürgerinitiative, die auf die Neugestaltung der Ortsmitte einwirken möchte, bevor der dafür vorgesehene Bebauungsplan Nummer 157 zum Beschluss vorliegt. „Wir haben Golm als grünen, ruhigen Stadtteil kennen und schätzen gelernt und sind strikt gegen eine überdimensionale Entwicklung“, sagt der Initiator Mike Junge, der mit seiner Familie seit einigen Jahren im Plangebiet lebt. „Wir sind beunruhigt. Wir wollen keine Kleinstadt in der Großstadt und frühzeitig auf die Dinge, die da kommen, einwirken.“

Identität in der Ortsmitte – aber welche?

Ziel der Neugestaltung ist „eine identitätsstiftende neue Ortsmitte“ mit urbanem Charakter, durch die die einzelnen Entwicklungsschwerpunkte in Golm städtebaulich zusammengeführt werden. Der Ort ist seit Ende der 90er Jahre stark gewachsen: Entstanden sind nicht nur der Universitätscampus und der Wissenschaftsstandort, daneben wurden auch ehemalige Feldflure und Obstplantagen als Wohnbauflächen ausgewiesen. All diese Neuansiedlungen verteilen sich jedoch weiträumig um den historischen Ortskern und sind zudem von der Bahnlinie zerschnitten – ein Zentrum fehlt.

„Der fragmentierte Ort benötigt einerseits eine bauliche und andererseits eine funktionale Verknüpfung, damit die Ortschaft Golm und ihre Bürger und Bürgerinnen nicht weiter von der Entwicklung des Bildungs- und Wissenschaftsstandortes Golm abgekoppelt sind – das ist von der Politik auch so erkannt worden“, sagt Sylvia Frenzel, die für das Bürgerbündnis im Ortsbeirat sitzt und für die Bürgerinitiative eine Schrittmacherin ist. „Das Vorhaben, die Golmer Mitte zu entwickeln, ist vollkommen in Ordnung“, so Frenzel. „Über die Gestaltung wollen wir aber mitreden, denn es darf nicht nur um die städtebauliche Zusammenführung gehen, sondern auch um eine soziale und funktionale.“

Der Ort muss mitgenommen werden, fordern die Golmer

Wissenschaftler, Studenten, Einwohner: Bisher lebe man in Golm nebeneinander her, meint Frenzel. Die Befürchtung: Wird das bisher angedachte Konzept für die neue Mitte umgesetzt, vertieft sich die Kluft nur noch weiter. „Wir brauchen mehr Gemeinsamkeiten, mehr Angebote und Räume, die offen für alle sind – das kann man über die Funktion der neuen Gebäude steuern“, sagt Frenzel. Büros etwa würden die Bürgerschaft außen vor lassen. „Aber der Ort muss mitgenommen werden. Das ist der Punkt, der zu wenig bedacht wird.“

Anfang Mai hatte die Stadtverordnetenversammlung nach kurzer, aber hitziger Debatte beschlossen, den Bebauungsplan „Neue Mitte Golm“ aufstellen zu lassen. Bedenken dazu sind seither reichlich laut geworden, auch aus dem benachbarten Eiche, wo man fürchtet, dass die Problematik des Durchgangsverkehrs nicht ausreichend berücksichtigt wird. In Golm selbst haben sich laut Mike Jung hingegen allerlei Grüppchen gebildet: „Jeder verfolgt etwas anderes. Wir wollen mehr ins Gespräch kommen – miteinander und mit der Stadt Potsdam.“

Die Bürgerinitiative hält einen Runden Tisch für unabkömmlich. Daran sollen sich alle Interessengruppen – Wissenschaftspark, Universität, Landeshauptstadt, Bürgerschaft, Ortsbeirat und Investoren – beteiligen. Sylvia Frenzel: „Die Golmer Bürger dürfen zu Recht Transparenz darüber erwarten, wie sich ihr Lebensort entwickeln soll.“

Mitstreiter sind willkommen

Der Bebauungsplan 157 zur neuen Golmer Mitte ist Thema im Ortsbeirat am Donnerstag, 21. September.

Die öffentliche Sitzung im Ortsteilbüro in der Reiherbergstraße 31 beginnt um 18.30 Uhr mit der Einwohnerfragestunde.

Wer Interesse an der Bürgerinitiative hat und sich einbringen möchte, kann Sylvia Frenzel im Ortsbeirat ansprechen oder aber per E-Mail an progolm@web.de Kontakt aufnehmen. nf

Von Nadine Fabian

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