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Bürgerinitiative kämpft für Marquardter Bahnhof

Fahrraddemo der nördlichen Ortsteile Bürgerinitiative kämpft für Marquardter Bahnhof

Die Verkehrsanbindung der nördlichen Stadtteile Potsdams ist schlecht. Eine Bürgerinitiative setzt sich jetzt für den Marquardter Bahnhof ein. Zu einer Fahrraddemo am Wochenende kamen rund 70 Anwohner.

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Demo per Velo: Eskortiert von der Polizei fuhren die Anwohnern aus Fahrland, Satzkorn und Marquardt mit ihren Rädern zum Marquardter Bahnhof.

Quelle: Fotos: Jan Kiaulehn

Marquardt. Bei einer Fahrraddemo haben am Sonnabend etwa 70 Menschen für den Ausbau des Marquardter Bahnhofes demonstriert. Mit einer Sternfahrt aus den Ortsteilen Fahrland, Satzkorn und Marquardt will die Bürgerinitiative Fahrland die Stadtverwaltung zum Handeln bewegen.

„Es muss endlich etwas passieren. Die Situation ist untragbar“, sagt Tina Lange, eine der Organisatorinnen der Demo. Mit der Bürgerinitiative will sie dafür sorgen, dass der Potsdamer Norden eine bessere Infrastruktur bekommt. „Wir fordern mehr Radwege, einen barrierefreien Bahnhof mit genügend Parkplätzen und eine bessere Zugtaktung“, sagt sie. Von diesen Verbesserungen würden etwa 7000 Menschen profitieren, die in den umliegenden Ortsteilen leben.

Wer im Moment beispielsweise von Fahrland mit dem Zug nach Berlin oder Potsdam möchte, muss zunächst vier Kilometer bis zum Bahnhof Marquardt fahren. Der Weg führt über eine Landstraße, an der es keinen Radweg gibt. Am Bahnhof angekommen, offenbart sich das nächste Dilemma: Über die Schienen führt nur eine marode Fußgängerbrücke mit vielen Treppenstufen. Wer sein Fahrrad an einem Fahrradbügel abschließen möchte, muss es die vielen Stufen auf der einen Seite hinauf und auf der anderen wieder herunter tragen. Einen barrierefreien Bahnübergang gibt es nicht. Der Bahnsteig in Richtung Berlin endet buchstäblich mitten im Feld. Mit dem Auto kommt man nur von der anderen Seite an den Bahnhof heran.

Auf der Prioritätenliste nach hinten gewandert

Die Stadtverordnetenversammlung Potsdam hatte bereits 2015 beschlossen, einen Plan für den Ausbau des Bahnhofs Marquardt vorzunehmen. Allerdings hat das Projekt nun keine Priorität mehr und wurde deshalb ins Jahr 2019 verschoben. Die Deutsche Bahn behandelt den Haltepunkt Marquardt ebenfalls stiefmütterlich. Obwohl stündlich mehrere Personenzüge durch den Ort fahren, hält die Regionalbahn nur einmal in der Stunde. Bahn und Stadt schieben sich die Verantwortung offenbar gegenseitig zu, keiner will den ersten Schritt wagen. Tina Lange meint das Problem erkannt zu haben: „In Marquardt steigen nur sehr wenige Menschen in den Zug ein, daher sieht die Stadt keinen Grund, hier viel zu investieren. Aber wenn niemand den Bahnhof erreichen kann, ist es ja auch kein Wunder, dass kaum Menschen hier einsteigen.“

Dieter Spira (SPD), Ortsvorsteher aus Satzkorn, kämpft seit 20 Jahren für eine bessere Verkehrsanbindung seines Ortes. Er warnt: „Muss denn erst ein Unfall mit einem Radfahrer passieren, bis hier etwas verändert wird?“ Innerhalb des Ortes Satzkorn gibt es inzwischen einen Radweg. Der sei allerdings nicht von der Stadt finanziert worden. Bis zum Bahnhof Marquardt kommt man auch aus Satzkorn nicht sicher mit dem Rad.

„Die Stadt propagiert überall moderne Mobilität, jetzt müssen den Worten Taten folgen“, sagt Tina Lange zum Abschluss der Kundgebung. Die Bürgerinitiative Fahrland will weiter kämpfen. „Ich will, dass sich in Potsdam etwas verändert“, sagt auch Demoteilnehmer Stefan Wind (46) aus Fahrland.

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Rund 70 Anwohner aus den Potsdamer Ortsteilen Marquardt, Fahrland und Satzkorn demonstrierten am Sonnabend per Velo für eine bessere Verkehrsanbindung.

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Von Jonas Nayda

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