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Bund gibt grünes Licht für zwölf Millionen für den Turmbau

Baustart Garnisonkirche Bund gibt grünes Licht für zwölf Millionen für den Turmbau

Die Mittel vom Bund für den Wiederaufbau des Garnisonkirchturms werden voraussichtlich ab Anfang 2018 ausgezahlt, erklärte eine Sprecherin der Staatsministerin für Kultur und Medien. Am letzten Oktoberwochenende wird der offizielle Baustart mit einem Gottesdienst unter freiem Himmel gefeiert.

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So könnte die Breite Straße mit dem Kirchturm einmal aussehen.

Quelle: Mitteschön

Potsdam. Nach jahrelangem Ringen um den Wiederaufbau des Garnisonkirchturms geht es nun los: Am 29. Oktober – einem Sonntag – findet um 16 Uhr anlässlich der Baustelleneröffnung ein Gottesdienst auf der eingefriedeten Baufläche an der Breiten Straße statt. Das teilte die Stiftung Garnisonkirche am Donnerstag mit. Gleichzeitig wurde bekannt, dass der Bund die zwölf Millionen Euro Fördermittel für die Errichtung des Turms freigibt. „Die Mittel der Bundeszuwendung werden voraussichtlich ab Anfang 2018 auf Anforderung ausgezahlt“, erklärte eine Sprecherin der Staatsministerin für Kultur und Medien auf MAZ-Anfrage. Der Baustart am letzten Oktoberwochenende wird durch einen sogenannten „vorzeitigen Maßnahmebeginn“ ermöglicht, für den der Bund im Mai grünes Licht gab. Damit konnte die Stiftung – auf eigenes Risiko – Bauleistungen ausschreiben und erste Aufträge erteilen.

Auch die Queen bekam einen Ziegelstein überreicht

Auch die Queen bekam einen Ziegelstein überreicht. Katherina Reiche (CDU) übergab ihn beim Staatsbesuch im Jahr 2015.

Quelle: privat

Der Bauzaun wurde bereits Anfang dieser Woche aufgebaut, die Arbeiten für das Fundament mit 38 Pfählen werden in wenigen Tagen beginnen. Sie dauern bis April 2018, danach beginnt der Aufbau der Turmmauern. Der offizielle Baustart am 29. Oktober mit dem Gottesdienst und einer anschließenden Feier steht unter dem Motto „Eine Kultur des Friedens bauen“. Die Stiftung will damit „den Segen für gutes Gelingen des Bauprojektes erbitten und den Baubeginn des Turmes der Garnisonkirche Potsdam feiern“, hieß es gestern. Die Predigt wird von Alt-Bischof Wolfgang Huber gehalten, der auch den Vorsitz im Kuratorium der Garnisonkirchenstiftung innehat. Schirmherr des Wiederaufbauprojekts ist Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, der ebenfalls eingeladen ist.

Wieland Eschenburg (l) mit einem Modell des Garnisonkirchturms

Wieland Eschenburg (l.) mit einem Modell des Garnisonkirchturms.

Quelle: Archiv

„Für uns ist das ein ganz besonderer Moment, weil wir uns in Potsdam schon seit 1990 mit dem Wiederaufbauprojekt beschäftigen – im Grunde genommen wurde eine Generation lang darauf zugearbeitet“, erklärte Wieland Eschenburg, Kommunikationsvorstand der Garnisonkirchenstiftung, in einer ersten Stellungnahme.

So sah Karikaturist Jörg Hafemeister in der MAZ das Tauziehen um den Turmbau und das Rechenzentrum

So sah Karikaturist Jörg Hafemeister in der MAZ das Tauziehen um den Turmbau und das Rechenzentrum.

Quelle: Jörg Hafemeister

Eingeladen sind „alle, aber besonders unsere Weggefährten und alle Engagierten, die in den letzten Jahren auf diesen Moment hingearbeitet haben“, sagte Martin Vogel, Theologischer Vorstand in der Stiftung. Zu den Unterstützern des Wiederaufbaus zählt unter anderem TV-Moderator Günther Jauch, der im vergangenen Jahr 1,5 Millionen Euro für die Errichtung der Aussichtsplattform gespendet hat. Das Gros der Förderer besteht aber aus Kleinspendern, die beispielsweise eine „Ziegelpatenschaft“ übernommen haben. Neben den zwölf Millionen Euro vom Bund steuert die evangelische Kirche fünf Millionen Euro in Form von Krediten bei.

Bis 2020 muss der Turm errichtet sein, weil dann die 2013 erteilte Baugenehmigung ausläuft. Derzeit reicht die Finanzierung nur für eine 27,5 Millionen Euro teure Grundvariante des Gebäudes in Form eines Torsos – ohne Glockenturm, Haube und Zierrat. Der komplette Wiederaufbau würde laut Stiftung rund 38 Millionen Euro kosten.

Der „Tag von Potsdam“ am 21

Der „Tag von Potsdam“ am 21. März 1933.

Quelle: Maz

Kritiker halten die Berechnungen für die Baukosten bereits seit längerer Zeit für deutlich zu niedrig. Umstritten ist der Wiederaufbau auch wegen der Geschichte des Bauwerks, das am 21. März 1933 Schauplatz eines Nazi-Festakts anlässlich der Eröffnung des Reichstages war („Tag von Potsdam“). Die Kirchenstiftung wird den Turm als einen „Ort der Versöhnung“ wiedererrichten.

Von Ildiko Röd

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