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Potsdam Aus für „Kein Werben fürs Sterben“: Bundeswehr darf weiter auf Tram werben
Lokales Potsdam Aus für „Kein Werben fürs Sterben“: Bundeswehr darf weiter auf Tram werben
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01:16 03.03.2019
Die Potsdamer Straßenbahn mit Werbung der Bundeswehr. Quelle: Varvara Smirnova
Potsdam

Die Bundeswehr darf auch weiterhin auf den Straßenbahnen der Verkehrsbetriebe für sich werben. Der Hauptausschuss hat sich am Mittwoch deutlich gegen den Antrag „Kein Werben fürs Sterben“ der Fraktion Die Andere ausgesprochen. Dieser sah vor, dass bestehende Werbeverträge der Bundeswehr gekündigt werden sollen, weil die Verkehrsbetriebe „wiederholt gegen ihr selbst auferlegtes Prinzip, parteiische und politische Werbung zu vermeiden“ verstoßen hätten.

„Setzen sie ein Zeichen!“ warb der Stadtverordnete Simon Wohlfahrt

Der Stadtverordnete Simon Wohlfahrt appellierte vor der deutlichen Entscheidung noch einmal für den Antrag der Fraktion Die Andere. „Werbung, die auf Minderjährige abzielt, ist nicht tragbar für eine Stadt, die sich dem Schutz von Kindern verschrieben hat. Setzen sie ein Zeichen!“, so Wohlfahrt.

Sein Fraktionskollege André Tomczak kritisierte die „Verniedlichung“ des Soldatenberufs und die Ästhetik der Werbung, die „an Computerspielen orientiert“ sei und damit auch Grundschüler erreiche. „Mach, was wirklich zählt!“ steht seit Oktober 2018 auf einer im Camouflage-Look gestalten Combino-Bahn.

Schubert: „Bundeswehr muss werben dürfen, gerade in öffentlichen Unternehmen“

Oberbürgermeister Mike Schubert (SPD) sagte, dass er den Verzicht auf die Wehrpflicht 2011 für falsch halte, jedoch müsse die Bundeswehr nun für sich werben dürfen – „gerade in öffentlichen Unternehmen und lieber dort als blinkend und blitzend am Sony-Center“, so Schubert. CDU-Fraktionschef Matthias Finken verteidigte die Bundeswehr als wichtigen Arbeitgeber, als Teil der deutschen Gesellschaft und sogar der Verfassung. Auch Pete Heuer (SPD) und Hans-Jürgen Scharfenberg (Linke) akzeptierten die Werbung. Heuer: „Militärische Auseinandersetzungen sind gesellschaftliche Realität, auch wenn uns das nicht schmeckt“.

Grünen-Chef Peter Schüler missfiel die Werbung der Bundeswehr, allerdings müsse der Antrag dann darauf zielen, dass die Verkehrsbetriebe mit ihrer Werbeagentur einen neuen Rahmen für die Grundsätze der gebuchten Werbungen aushandelten. Nach der Debatte stimmte kein Vertreter einer anderen Fraktion für den Antrag. Einige Grüne und Linke enthielten sich jedoch.

Von Peter Degener

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