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Bunte Kleider für herrenlose Teddys

Woll- und Teddyspenden gesucht Bunte Kleider für herrenlose Teddys

Ein Strickkreis von Marquardter Seniorinnen hat die helle Freude bei der Handarbeit und strickt erneut für den guten Zweck. Diesmal wollen die Damen bislang herrenlose Kuscheltiere mit handgemachter Kleidung herausputzen. Anschließend sollen die feschen Teddys an soziale Einrichtungen und Flüchtlingsheime gespendet werden.

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Helga Helmich (2.v.r.) hat den Strickkreis initiiert. Ilona Schünemann, Sonja Biswanger, Ingrid Klein (v.l.) machen gerne mit.

Quelle: Christel Köster

Marquardt. Regelmäßig sucht Ilona Schünemann nach Teddybären in Second-Hand-Läden. Sie greift nicht sofort zu, aber wenn die verlassenen Begleiter mit dem dicken Fell auch nach Wochen noch immer ohne neuen Besitzer sind, nimmt sie sich ihnen an. „Das ist mein Steckenpferd. Die sind oft kaputt und sehen so süß und traurig aus“, sagt sie und präsentiert eine ganze Kiste mit Bären, die kleine Schals, Mützen und Jacken tragen – alles Handarbeiten von Schünemann, deren große Leidenschaft das Stricken ist. Mit 64 Jahren ist sie die Jüngste in einem amüsanten Strickkreis in Marquardt, der das ganze Jahr über zu den Nadeln greift, um Kindern eine Freude zu machen.

Spendenaufruf für Wollreste und Kuscheltiere

Wollreste und „herrenlose“ Teddy-Bären und andere Kuscheltiere aus Nichtraucher-Haushalten werden gesucht. Der Marquardter Strickkreis strickt und häkelt den einsamen Tieren neue, bunte Kleidung.

Die herausgeputzten Teddys werden an Kinder in sozialen Einrichtungen und Flüchtlingsheimen verteilt.

Die Spenden können bis 19. Dezember im „Garnatelier“ in der Benkertstraße 11 und im Laden „DerRoteFaden“ in der Gutenbergstraße 15 in Potsdam abgegeben werden.

„Wer will seinen Pulli noch vor Weihnachten zu Ende stricken?“ fragte Helga Helmich vor acht Jahren auf einem Plakat, das sie in der Kulturscheune in Marquardt aufhing. Drei Marquardterinnen folgten dem Aufruf der damals 70-Jährigen und gemeinsam strickten, häkelten und filzten sie fortan bei viel gemeinsamem Gelächter. Mittlerweile besteht die Runde aus zehn Damen, noch immer kommen sie alle zwei Wochen in der Kulturscheune Marquardt zusammen. Dann gibt es Kaffee und dicke Kuchenstücken und zwischen dem Geschirr stehen bemalte Tabakdosen mit den Strickutensilien und Körbe voller Wolle auf dem Tisch.

Ein Fell ist nicht alles

Ein Fell ist nicht alles. Teddy-Mode für den Winter aus Marquardt.

Quelle: Christel Köster

Schünemann kam irgendwann dazu, um zu lernen, wie die Ferse einer Socke gestrickt wird. „Am Ende des Jahres hatte sie 64 Paar gestrickt“, sagt Helga Helmich. Kinder, Enkel und oft sogar Urenkel kommen in den Genuss der selbstgemachten Kleidung. Schon kurz nach Gründung ihrer Gruppe haben die Damen erstmals nicht nur für Freunde und Familie, sondern auch Unbekannte gestrickt. „Die Potsdamer Tafel hat uns in einem strengen Winter um Hilfe gebeten, da haben wir jede Menge Pudelmützen für Obdachlose gestrickt“, sagt Ingrid Klein. Regelmäßig verkaufen sie auf Weihnachtsbasaren ihre Werke, um mit dem Geld Institutionen etwas spenden zu können und neue Wolle zu finanzieren. Für die Aktion „Weihnachten im Schuhkarton“ haben sie gerade erst 19 Päckchen gefüllt, die bald in Weißrussland und der Mongolei für Freude sorgen werden.

Seit dem letzten „Tag der Handarbeit“ im vergangenen Juni, hat der Strickkreis intensiv mit Audrey Schneider zusammengearbeitet. Schneider führt das „Garnatelier“ im Holländischen Viertel und rief im Sommer zu einer Spendenaktion für die Potsdamer Tafel auf. Säckeweise wurde Wolle gespendet, mit denen sie die Marquardterinnen versorgte. Hunderte Kleidungsstücke wurde gestrickt und an bedürftige Familien verschenkt. Jetzt sammelt Audrey Schneider erneut. Bis zum 19. Dezember möchte sie vielen Kuscheltieren eine neue Chance geben. Wollreste, die für die Bärenmode oft noch ausreichend ist und natürlich die verschmähten Tiere können in der Benkertstraße 11 abgegeben werden. Die Damen kümmern sich anschließend um das Rausputzen der Fellfreunde. Audrey Schneider organisiert dann eine Verteilung in sozialen Einrichtungen und Flüchtlingsunterkünften.

Für Helga Helmich hat die Kollektion für die Kuscheltiere noch einen anderen Hintergrund: „Kinder lernen anhand der Teddys Jacken zuzuknöpfen, Bänder zu schnüren und Schuhe anzuziehen“, sagt sie. Auch die Handarbeit selbst bringt sie Kindern bei. In der Marquardter Grundschule lernen Jungen und Mädchen seit Jahren das Häkeln und Stricken. Der Klassiker dort: die selbstgestrickte Smartphone-Tasche.

Von Peter Degener

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