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Busfahrer lässt Hochschwangere stehen

Erfahrungen mit dem Verkehrsbetrieb Potsdam (ViP) Busfahrer lässt Hochschwangere stehen

Die Buslinie 609 des Verkehrsbetriebs Potsdam (ViP) wird von Frauen mit Kinderwagen gefürchtet. Mandy Schünke (37) und ihr Sohn Tayler (2) wurden in diesem Jahr bereits sieben Mal nicht befördert. Der ViP sagt, es bestehe kein Beförderungsanspruch für Rollstühle und Kinderwagen. „Ein Skandal“, meint die hochschwangere Mandy Schünke.

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Mandy Schünke (37) und ihrem Sohn Tayler (2) aus Kartzow wurde an der Bushaltestelle Kaiserplatz die Mitnahme verweigert.

Quelle: Bernd Gartenschläger

Fahrland. Mandy Schünke ist sauer auf den Verkehrsbetrieb Potsdam (ViP). Richtig sauer. „Ich habe Wut“, gibt die 37-Jährige offen zu. Vor vier Jahren zog die Mutter von zwei Kindern aus der Landeshauptstadt nach Kartzow, weil dort die Mieten günstiger sind. Seither nutzt sie nahezu tagtäglich den Bus der Linie 609 nach Potsdam, um in der Stadt Besorgungen zu erledigen oder regelmäßig Arzttermine wahrzunehmen.

Doch seit einem dreiviertel Jahr gibt es unerwartete Probleme: Die mittlerweile hochschwangere Frau und ihr zweijährigen Sohn Tayler wurden an den Haltestellen Kaiserplatz und Am Upstall gleich mehrfach nicht mitgenommen, da ihnen der Busfahrer den Zustieg mit Kinderwagen verweigerte. Seine Begründung: Im Bus stünde schon ein Kinderwagen, zwei Wagen dürfe er nicht mitnehmen. Für Mutter und Sohn hieß das, 40 oder 60 Minuten lang am wenig einladenden Wartehäuschen auf den nächsten Bus zu warten und zu hoffen, dass sie nun mitgenommen werden.

Verkehrsbetrieb verweist auf Beförderungsbestimmungen

Mandy Schünke ist offenbar nicht der einzige Fahrgast, dem das auf der Linie 609 passierte. „Es geht nicht nur um mich. Das ist ein Skandal, da muss sich was ändern“, bekräftigt sie. Also beschloss sie, zu handeln, rief die Servicehotline des Verkehrsbetriebs an und beschwerte sich. Man hörte ihr höflich zu – und verwies auf die Beförderungsbedingungen. Genauer auf den Paragrafen 11. Dort heißt es, ein Anspruch auf Beförderung bestünde nur bei Handgepäck, nicht aber bei Kinderwagen oder Rollstühlen. Die Entscheidung über die Mitnahme liege beim Betriebspersonal. Natürlich wolle der Verkehrsbetrieb alle Fahrgäste transportieren, nur „leider ist dies aber nicht immer möglich“.

Zur Bekräftigung erhielt Mandy Schünke noch einen zweiseitigen Brief ähnlichen Inhalts, datiert vom 10. Mai. Mit freundlichen Grüßen. Keine Entschuldigung. Am selbstherrlichen Verhalten des Busfahrers, von dem der MAZ ein Foto vorliegt, änderte sich nichts.

Mal darf Mandy Schünke mit Sohn Tayler und dem Kinderwagen zusteigen, mal nicht. Mal stehen zwei Kinderwagen im Bus, mal nur einer. Dabei soll es sogar Platz für drei geben. „Man kommt nicht weiter, kann keine Termine einhalten“, ärgert sich Mandy Schünke. Mittlerweile wurde sie exakt sieben Mal stehen gelassen. Beim letzten Mal notierte sie sich das Kennzeichen des Busses und die reguläre Abfahrtzeit. Sie rief bei der MAZ an, wir konfrontierten die Stadtwerke, zu denen der Verkehrsbetrieb gehört, mit den Vorwürfen.

Aussprache mit dem Subunternehmer

Die Antwort von Stadtwerkesprecher Stefan Klotz ist keine 20 Zeilen lang. Zunächst der erneute Hinweis auf die Beförderungsbedingungen. Paragraf 11. Dann der Verweis auf die begrenzten Kapazitäten der Busse. Schließlich zwei dürre Zeilen, man habe „den Vorfall mit unserem Subunternehmer ausgewertet und gefordert, dass die Fahrer noch einmal entsprechend sensibilisiert werden“. Das war vor einer Woche. Mandy Schünke fuhr erstmal in den Urlaub. In wenigen Tagen kommt das nächste Kind. Es wird einen Kinderwagen benötigen. Der soll im Bus transportiert werden. Die MAZ bleibt am Thema dran.

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Von Jens Trommer

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