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Potsdam Busfahrer verweigert Schwerbehinderter Hilfe
Lokales Potsdam Busfahrer verweigert Schwerbehinderter Hilfe
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00:18 12.05.2017
Margit Kurkowski an der Haltestelle Mehlbeerenweg. Von dort aus fährt sie oft Richtung Golmer Fichten zu Rewe oder in die Innenstadt. Quelle: Foto: Bungert
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Eiche

Meist zwei Mal pro Woche steigt Margit Kurkowski in Eiche in den Bus der Linie 605 Richtung Golm oder Innenstadt, um einzukaufen oder zum Arzt zu gehen. Inzwischen, sagt die 64-Jährige, sei das eine Tortur. „Ich habe Angst, zur Haltestelle zu gehen.“ Denn wenn wieder ein bestimmter Fahrer hinterm Lenkrad sitze, wisse sie: Das gibt wieder Ärger.

Margit Kurkowski hat eine Schwerbehinderung von 60 Prozent. Nach einem Unfall hat die Rentnerin Lähmungserscheinungen und im rechten Arm keine Kraft mehr. Deswegen kann sie auch nicht mehr Auto fahren und ist auf öffentlichen Verkehrsmittel angewiesen. Für ihre Touren hat die Witwe einen Einkaufstrolley dabei, den sie mit einer Hand hinter sich herzieht. „Eine Tasche könnte ich gar nicht tragen“, erklärt die Seniorin. An der Bushaltestelle halte sie stets ihre Monatskarte hoch, damit der Fahrer diese sieht – in der Hoffnung, mit dem Gepäckwägelchen in der Mitte des Busses, beim Kinderwageneinstieg, hereingelassen zu werde. Aber, sagt Margit Kurkowski, bestimmte Busfahrer weigerten sich, die Schwerbehinderte in der breitere Tür einsteigen zu lassen. Die Frau muss nach ihren Schilderungen zur Ticketkontrolle vorne beim Fahrer einsteigen und den unhandlichen – und bei der Rückkehr vom Einkaufen schweren – Wagen die Stufen nach oben wuchten und den engen Gang nach hinten ziehen, ohne sich wegen ihres Handicaps festhalten zu können. „Einmal bin ich beim Anfahren samt Wagen durch den Gang geflogen. Das ist auch eine Gefahr für die anderen Fahrgäste“, sagt sie.

Für Einkaufstrolleys gelten andere Regeln als für Gehhilfen

Margit Kurkowski hat sich beim Potsdamer Verkehrsbetrieb (ViP) beschwert. „Es sind nicht alle Busfahrer unfreundlich“, betont sie. Aber dass einige die Kunden mit barschen Antworten abfertigen, finde sie unmöglich. „Alte Leute mit Krücken können ja auch vorne einsteigen“, habe ein Fahrer erklärt.

Es sei gewollt, dass Fahrgäste vorne einsteigen, damit sie dem Fahrer ihr Ticket zeigen oder dann gleich am Automaten im Fahrzeug eines lösen können, erklärt ViP-Sprecher Stefan Klotz auf MAZ-Anfrage. „Der mittlere Einstieg wird im Bedarfsfalle mobilitätseingeschränkten Fahrgästen und Eltern mit Kinderwagen geöffnet“, so Klotz. „Ein Einkaufstrolley, also eine Tasche mit Rädern ohne Stützfunktion, zahlt nach diesen Regeln leider nicht zu den Gehhilfen.“ Der Fahrer, der die Seniorin nicht in der Mitte einstiegen ließ, habe sich also regelkonform verhalten. Einen Rollator, bei dem beide Griffe umfasst werden müssen, könne sie wegen ihrer Lähmung aber nicht benutzten, sagt Margit Kurkowski.

„Es ist für unser Personal nicht immer ersichtlich, ob es sich um mobilitätseingeschränkte Personen handelt“, so Klotz . Vom Fahrer müsse innerhalb weniger Sekunden eingeschätzt werden, ob die hintere Tür geöffnet wird. Um Kunden mit leichterem Handicap ohne Gehilfe das Einsteigen zu erleichtern, haben die Busse eine Neigevorrichtung, die den Bus absenkt. Gäste könnten den Fahrer um die Absenkung bitten, so Klotz. Von selbst angeboten hat diese Möglichkeit Margit Kurkowski bislang niemand.

Es ist nicht das erste Mal, dass die ViP mit Beschwerden über unfreundliches Personal konfrontiert wird. Zuvor hatten sich eine Mutter an die MAZ gewandt, weil ein Fahrer sie auf der Linie 609 nach Kartzow nicht mit Kinderwagen befördern wollte.

Von Marion Kaufmann

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