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Café und Hoftheater im Rechenzentrum

Kunsthaus in Potsdams Mitte wächst Café und Hoftheater im Rechenzentrum

Im Februar können im dritten Obergeschoss des alten Rechenzentrums in Potsdams Innenstadt die nächsten 17 Räume an Künstler und Kreative übergeben werden. das gab Projektleiterin Anja Engel im Gespräch mit der MAZ bekannt. Noch im ersten Halbjahr soll im Erdgeschoss ein Café eröffnen, im Sommer ist Theater auf dem Hof geplant.

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Flur mit Ateliers im Obergeschoss des alten Rechenzentrums.

Quelle: SPI

Potsdam. Rot und violett soll es leuchten an der dritten und vierten Etage des alten Rechenzentrums, das sich am Sonnabend erstmals an der Aktion „Unterwegs im Licht“ beteiligt. Ein Jahr ist es her, dass Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) das Bürogebäude an der Breiten Straße überraschend als Adresse für Künstler und andere Kreativschaffende in Aussicht stellte. Im September zogen die ersten Künstler ein, wenig später kam die Nachricht, dass alle verfügbaren Räume im dritten und vierten Geschoss vergeben sind.

Mehr als 80 Nutzer arbeiten nach Angaben von Projektleiterin Anja Engel aktuell im Haus – neben bildenden Künstlern vor allem Filmschaffende, Designer, Fotografen und Kunsthandwerker. Ein weiterer Schub von Neuankömmlingen wird Anfang Februar erwartet. Dann werden im dritten Obergeschoss 17 Räume frei. Auch die Infrastruktur wird entwickelt.

Im ersten Halbjahr ist die Eröffnung eines Cafés geplant. Und mit Beginn der warmen Jahreszeit soll auch der Innenhof bespielt werden. Geplant sind etwa Auftritte der Universitätsteatergruppe „Uniater“, die selbst Nutzer des neuen Kunsthauses ist.

Ursprünglich sollte das um 1970 errichtete Gebäude bis 2018 freigezogen und dann abgerissen werden, um Platz für den Wiederaufbau der Garnisonkirche zu schaffen. Allerdings ist angesichts fehlender Finanzen unklar, ob die Garnisonkirche überhaupt wiederkommt.

Mit seinem Angebot einer zeitweisen Nutzung des Baus reagierte Jakobs auf das immer offenkundiger schrumpfende Raumpotenzial für Künstler und andere Kreativschaffende in der Stadt mit ihrem kollabierenden Wohnungsmarkt.

Die Übernahme des Hauses mit dem Mosaikband „Der Mensch bezwingt den Kosmos“ an der Fassade kam zwischenzeitlich ins Stocken, weil sich der ursprünglich bis zum Jahreswechsel geplante Komplettauszug der bisherigen Nutzer verzögerte.

Anja Engel, die die Koordinierung des Kunsthauses im Auftrag der Stiftung SPI übernommen hat, rechnet nun damit, dass die unteren Etagen im Oktober bezogen werden können. Weitere Räume im dritten Geschoss werden nach ihren Angaben frei, weil die verbliebenen Mitarbeiter des Brandenburgischen IT-Dienstleisters (ZIT-BB) zusammenrücken.

Mit den zusätzlichen Räumen sollen laut Anja Engel weitere Nutzungsmöglichkeiten erschlossen werden. Überlegungen gebe es etwa zu Residenzprogrammen für Gastkünstler und zur Einrichtung zeitweiliger Arbeitsmöglichkeiten. Beabsichtigt sei eine verstärkte Zusammenarbeit mit den Potsdamer Hochschulen. Der Studiengang Kulturarbeit der Fachhochschule Potsdam verfolge die Entwicklung des Kunst- und Kreativhauses mit großem Interesse.

Angesichts der enormen Nachfrage potenzieller Nutzer müsse man aber feststellen: „Das Rechenzentrum löst auch nicht alle Probleme“, so Anja Engel: „Wir haben jetzt schon wieder eine Warteliste, die die Hälfte einer der Etagen füllen könnte, die im Oktober frei werden.“ Der interessierten Öffentlichkeit steht das neue Kreativhaus regelmäßig offen.

Zum Festival „Unterwegs im Licht“ gibt es ab 15 Uhr neben der illuminierten Fassade offene Ateliers und ein Programm auf mehreren Etagen. Offene Ateliers gibt es im Obergeschoss jeden ersten Donnerstag im Monat von 18 bis 21 Uhr.

Unterwegs im Licht mit dem Rechenzentrum

Zur Aktion „Unterwegs im Licht“ am Sonnabend spannt das Rechenzentrum ein farbiges Lichtband rund um die dritte und vierte Etage und lädt mit Mitmachworkshops, Lichtinstallationen, Livemusik und Offenen Ateliers zu zahlreichen Entdeckungen in das junge Kunst- und Kreativhaus.

Von 15 bis 17 Uhr können Groß und Klein mit Licht und Schatten spielen. Im Erdgeschoss des Rechenzentrums können Kinder und Familien im Schwarzlicht flimmern und malen, mit Taschenlampen und anderen leuchtenden Utensilien ihr eigenes Lichtbild fotografisch festhalten und mit nach Hause nehmen.

Von 15 bis 19 Uhr stehen in den Etagen drei und vier Ateliers für erleuchtende Erkundungen offen. Im Raum 478 vom Teatro Sonido erwartet die Besucher eine Live-Sound- & Paintingperformance. Xenorama, das Kollektiv für audiovisuelle Kunst, gibt in Raum 355 exklusive Einblicke in ihr aktuelles Projekt. Viele Kreative haben ihre Ateliers und Werkstätten geöffnet

Um 19 Uhr beginnt das Abendprogramm mit drei musikalischen Acts. Die Nymphen sind drei Frauenstimmen und eine Gitarre mit Weltmusik, Jazz, Chanson im Gepäck. Um 19.30 Uhr spielen Polina Borissova (Ton&Kirschen Wandertheater) und Aaron Christ (Pulsar Trio) seelenvolle Musik zwischen Herzschmerz. Ab 20.30 Uhr kommt in großer Bandbesetzung Indie Go.

Der gesamte Samstag wird visuell und musikalisch vom Rudel begleitet. Dieses frisch im Haus eingezogene Kollektiv veranstaltet Partys, produziert Musik und Hörspiele, setzt Räume ins richtige Licht und umspielt das Rechenzentrum innen wie außen mit Projektionen und macht das Licht an und aus.

Schon von weitem sichtbar sind am Samstag ab Einbruch der Dunkelheit die zwei Lichtinstallationen Lichtband“ und „Tipi“. Das „Lichtband“ spannen alle Mieterinnen und Mieter des Hauses gemeinsam um die dritte und vierte Etage. Ein Zelt aus Licht installiert der Künstler Ingo Pehla vom Dach des Kreativhauses.

Der Eintritt zu den Mitmachaktionen wie zum Musikprogramm ist frei. Für gastronomische Versorgung ist gesorgt.

Auch der nächste stadtweite Tag des offenen Ateliers am 8. Mai soll im alten Rechenzentrum eröffnet werden. Die nächste Vernissage ist am 29. Januar um 19 Uhr. Gezeigt wird im Programm des Transkulturellen Festivals Comp-Arte eine Ausstellung des mexikanischen Künstlers Lvis Mejia.

Von Volker Oelschläger

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