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Potsdam Cecilienhof für zehn Millionen Euro saniert
Lokales Potsdam Cecilienhof für zehn Millionen Euro saniert
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00:25 02.09.2018
Der gewohnte Blick auf das Schloss Cecilienhof ist wieder frei. Quelle: Bernd Gartenschläger
Nauener Vorstadt

Nach dreieinhalbjähriger Bauzeit sind die Hüllen am Schloss Cecilienhof gefallen. Das von 1913 bis 1917 im englischen Landhausstil errichtete Gebäudeensemble mit seinen 176 Zimmern ist fortan wieder so zu sehen, wie es Potsdamer und Gäste von Postkarten oder aus Bildbänden kennen. Zudem präsentieren sich viele Schlossräume mit einem neuen Beleuchtungskonzept. Auch wurden die prächtigen Gartenanlagen wiederhergestellt.

Wilhelm II. ließ Cecilienhof für den Kronprinzen erbauen

Möglich wurde die umfangreiche Sanierung im Inneren und an der Gebäudehülle Cecilienhofs durch das Sonderinvestitionsprogramm für die preußischen Schlösser und Gärten, das der Bund sowie die Länder Brandenburg und Berlin für die Jahre 2008 bis 2017 zur Rettung bedeutender Denkmäler der Berliner und Potsdamer Schlösserlandschaft aufgelegt hatten. Die Kosten für Erneuerung des Schlosses, das der letzte deutsche Kaiser Wilhelm II. für seinen Sohn Kronprinz Wilhelm und dessen Gemahlin Cecilie aus dem Haus Mecklenburg-Schwerin errichten ließ, lagen bei knapp zehn Millionen Euro.

„Cecilienhof ist ein Flaggschiff der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten. Dieser Ort erzählt exemplarisch die ganze Geschichte des 20. Jahrhunderts“, sagte am Donnerstag Kultur-Staatsministerin Monika Grütters (CDU). „Cecilienhof ist ein Ort von welthistorischer Bedeutung. Die Siegermächte entschieden hier über die Nachkriegsordnung in Europa“, erklärte Brandenburgs Kultur-Ministerin Martina Münch (SPD).

Cecilienhof als Ort der Potsdamer Konferenz 1945

Insgesamt wurden 11 500 Quadratmeter Fassade und 6500 Quadratmeter Dach erneuert. Die Sanierung des Schlosses fand bei laufendem Besucherbetrieb statt, was insbesondere die 45 beteiligten Bau- und Restaurierungsfirmen vor große Herausforderungen stellte. Im vergangenen Jahr kamen 130 000 Besucher nach Cecilienhof, davon 60 Prozent aus dem Ausland.

Während unter einem Fangnetz Besuchergruppen das „Herzstück des Hauses“, die Konferenzhalle der Potsdamer Konferenz, besichtigten, wurden 360 000 Dachziegel der „englischen Biberschwanzdeckung“ geborgen, gesäubert und wieder neu verlegt. Ebenso erfolgte die Abstrahlung, Reinigung und Dekontaminierung der durch die chemische Holz- und Brandschutzbehandlung der 1960er-Jahre geschädigten Holzoberflächen sowie das Neuverlegen von 50 000 Metern Dachlatten. „Der historische Dachstuhl konnte zu 98 Prozent erhalten werden“, teilte Stiftungssprecher Frank Kallensee mit.

Die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg hat die 2014 begonnene Hüllensanierung des Schlosses Cecilienhof in Potsdam abgeschlossen. Ein Spaziergang durchs Haus.

Außerdem wurden circa 100 000 Mauerziegel im traditionellen Brandverfahren hergestellt. Der durch viele Reparaturen in der Vergangenheit „einheitsgrau“ gewordene Fassadenputz erstrahlt nun wieder in den Originalfarbtönen Ocker-Gelb-Beige.

Trotz der Fassaden im Tudorstil ist das Schloss Cecilienhof seinerzeit ein modernes Haus gewesen. Es gab nicht nur von Anfang an eine Zentralheizung – hinter der Schaufassade kamen auch industrielle Materialien zum Einsatz: Es wurden sehr solide Stahlsteindecken eingezogen und Stahlträger verwendet.

Die Bauarbeiten sollten eigentlich schon 2017 angeschlossen sein. Doch es gab Probleme. Baufirmen hatten Insolvenz angemeldet. Auch der Betreiber des Schlosshotels warf das Handtuch. Ob und in welcher Form künftig wieder ein Beherbergungsbetrieb ins Schloss Cecilienhof einziehen wird, will die Schlösserstiftung mit einer Machbarkeitsstudie ergründen. Die Mittel dafür seien „geparkt“, so Pressesprecher Kallensee auf MAZ-Anfrage

Von Jens Trommer

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