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Center-Erweiterung kein Thema mehr

MAZ zu Hause ... Am Stern Center-Erweiterung kein Thema mehr

Ein Jahr nach dem überraschenden Verzicht auf die Erweiterung des Stern-Centers spricht der Manager des Hauses, Ralph Teuber (49), über die Zukunft von Potsdams größtem Einkaufszentrum, über den Umgang des stationären Handels mit der Konkurrenz aus dem Internet und über das Verhältnis zur Innenstadt.

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Ralph Teuber ist seit Februar Manager des Stern-Centers.

Quelle: Bernd Gartenschläger

Am Stern. Ralph Teuber (49), ist seit Februar Manager des Stern-Centers. Geboren und aufgewachsen in Koblenz (Rheinland-Pfalz), Studium zum Diplomkaufmann in Mainz (Rheinland-Pfalz), danach Ausbildung zum Centermanager bei der ECE. Er leitete zahlreiche Einkaufszentren in Deutschland und Europa, darunter das Ring-Center, das Eastgate, das Allee-Center und die Märkische Zeile in Berlin, Einkaufszentren in Prag, Klagenfurt und Wien.


MAZ:
Was ist das Besondere am Stern-Center?

Ralph Teuber: Es ist ein sehr beliebter und anerkannter Einkaufstreffpunkt für Potsdam, das Brandenburger Umland und Teile vom Südwesten Berlins und konnte sich in den vergangenen 20 Jahren einen sehr guten Ruf als lebendiger und erfolgreicher Marktplatz erarbeiten.

Wenn man es mit den Berliner Malls vergleicht, die Sie geführt haben: Was macht den Unterschied zwischen Stadtrand- und Citylage aus?

Teuber: Es gibt sehr viele Gemeinsamkeiten. Ein Hauptvorteil für das Stern-Center ist natürlich die exzellente Erreichbarkeit mit dem Pkw über die Nutheschnellstraße und die A 115 und die Bereitstellung von 2100 kostenlosen Park- und Stellplätzen, die dazu beitragen, dass das Center schnell und gern als Einkaufszentrum genutzt wurde – von Anfang an.

Im vergangenen Jahr wurden Erweiterungspläne überraschend abgesagt. Stattdessen soll modernisiert werden. Können Sie skizzieren, was wann passieren soll?

Teuber: Wir erarbeiten gerade die Details des Um- und Restrukturierungskonzeptes, wobei ein Teil der Umstrukturierungsarbeiten insbesondere in den Geschäften schon stattgefunden hat bzw. kurzfristig stattfinden wird. So hat Deichmann zu Beginn des Jahres sein neues Ladenbaukonzept im Stern-Center umgesetzt und das kommt gut an.

Wird sich am Sortiment des Centers etwas ändern?

Teuber : Der erfolgreiche Branchen- und Mietermix wird so verbleiben. Optimierungen im Detail werden natürlich vorgenommen, z.B. die Ansiedelung von besonders stark nachgefragten Konzepten.

Bleibt die Erweiterung trotz der Absage im vergangenen Jahr ein Thema?

Teuber: Da wurde im vergangenen Jahr eine Entscheidung getroffen. Ausschlaggebend waren technische Aspekte, eine nicht ausreichende Funktionalität sowie eine mangelhafte Flächen-Effizienz, die im Ergebnis keine wirtschaftliche Umsetzung der Planung ergeben hätte.

Wie viele Menschen arbeiten im Stern-Center?

Teuber: Im Stern-Center arbeiten rund 1000 Menschen.

In wie vielen Geschäften?

Teuber: In insgesamt 90 Geschäften.

Wie hat sich die Kundenzahl entwickelt?

Teuber: Die Kundenzahl liegt seit Jahren permanent auf einem hohen Niveau. Täglich besuchen knapp 25.000 Kunden das Stern-Center Potsdam.

Wie gehen Sie mit der Konkurrenz des Internethandels um?

Teuber: Das Internet bedeutet für den stationären Einzelhandel eine große Chance, um mit seinen Vorabinformationen über Waren und Dienstleistungen die potenziellen Kunden über die vielfältigen Angebote in Kenntnis zu setzen. Gerade bei den vielen Sortimenten des Mittelfrist-Bedarfes wie Bekleidung oder Unterhaltungselektronik bietet das Internet und die Webseiten der Anbieter prima Möglichkeiten, die Leistungsangebote konkret zu vergleichen, insbesondere natürlich auch Preise. Aber die Andienung, das eigentliche Beratungsgespräch vor Ort wird dann doch sehr gerne live vor Ort in den Geschäften geführt – und das oft im Rahmen eines gemeinsamen Ausfluges mit der gesamten Familie.

Gibt es Einbrüche im stationären Handel durch die Konkurrenz aus dem Internet?

Teuber: Nein. Die Umsätze des Stern-Centers sind seit Jahren auf einem konstant hohen Niveau.

Sie waren zur Eröffnung des Stern-Centers 1996 als Center-Manager zur Ausbildung in Potsdam. Was ist Ihnen als besonderes Erlebnis in Erinnerung geblieben?

Teuber: Die Bevölkerung, die voller Neugierde in ganz großer Anzahl das Center am Eröffnungstag angenommen hat. Es war ein tolles Erlebnis, diesen besonderen Tag miterlebt zu haben.

Was planen Sie zum Jubiläum?

Teuber: Ein umfangreiches Bühnen-, Gewinnspiel- und Mitmachprogramm, bei dem es an jedem Tag vom 20. bis zum 29. Oktober ganz viele tolle Preise zu gewinnen gibt. Vorbeischauen und mitmachen lohnt sich in jedem Fall!

Was gefällt Ihnen an Potsdam besonders?

Teuber: Potsdam zeichnet sich aus durch eine tolle Lage an den Gewässern sowie durch eine faszinierende Bausubstanz. Darüber hinaus entwickelt sich Potsdam ganz hervorragend, zum Beispiel beim Bevölkerungswachstum und bei den wirtschaftlichen Kennzahlen.

Wie ist ihr Verhältnis zur Innenstadt? Vom Innenstadthandel wurde das Stern-Center lange als Bedrohung wahrgenommen.

Teuber: Unsere Philosophie ist: Mitmachen für Potsdam ist wichtig. So sind wir gerne ein engagierter Partner der örtlichen Vereine, Verbände und Institutionen. Wir bringen uns bei der Erarbeitung der neuen Tourismuskonzeption mit ein und stimmen uns mit der Innenstadt und den Bahnhofspassagen bei der Festlegung von Sonderöffnungszeiten gemeinsam ab. Hier wollen wir auch zukünftig mit allen Partnern viel Einsatz für Potsdam zeigen, um unseren gemeinsamen Standort nach vorne zu bringen.

Das Stern-Center

Das Stern-Center ist eines von rund 200 Einkaufszentren der Hamburger ECE Projektmanagenent GmbH & Co. KG. Im Oktober 1996 eröffnet, ist es bis heute das größte Einkaufszentrum der Landeshauptstadt. Der Betrieb des Stern-Centers war mit Rücksicht auf den Innenstadthandel mit Auflagen und Einschränkungen verbunden.

Eine Erweiterung der Handelsflächen war immer wieder Thema von Verhandlungen. 2012 bestätigten die Stadtverordneten eine mögliche Erweiterung um fast 10 000 Quadratmeter. Im Sommer 2015 gab das Management dann aber überraschend bekannt, dass die Erweiterung kein Thema mehr sei.

Von Volker Oelschläger

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