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Chaos auf dem Bahnhof legt sich nur langsam

Xavier Chaos auf dem Bahnhof legt sich nur langsam

Auch am Samstag fährt noch immer kein Regionalzug von Potsdam nach Berlin. Die S 7 fährt zwar ohne Unterbrechung, aber im 20-Minuten-Takt.

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Viele Menschen warteten am Freitag und Samstag noch auf Informationen der Bahn.

Quelle: Bernd Gartenschläger

Potsdam. Es dauerte bis Freitagabend, bevor auf dem Hauptbahnhof wieder so etwas wie Normalität eintrat, einen Tag nach dem Sturmtief „Xavier“. Die große Anzeigentafel der Deutschen Bahn zeigte nur Zugausfälle an. Der Regionalzugverkehr am Potsdamer Hauptbahnhof stand nämlich seit dem Sturm am Donnerstag still.

Im Nahverkehr hat sich die Situation inzwischen entspannt. Busse und Straßenbahnen sind in Potsdam wieder planmäßig unterwegs. Für Berlin-Pendler, die auf die S 7 angewiesen sind, war zwischen Wannsee und Grunewald ein Schienenersatzverkehr eingerichtet, der aber viel zu lange Takte hatte – mehrere Hundert Menschen warteten dort auf einen Bus. Nach wie vor versperrten dort umgestürzte Bäume den Weg. Die Bahn verkündete, die Aufräumarbeiten würden „auf Hochtouren“ laufen und viele Mitarbeiter seien an den Bahnhöfen im Einsatz. Erst ab 18 Uhr verkehrte die S7 wieder – allerdings zunächst im 20-Minuten-Takt.

Die Reisenden im Hauptbahnhof waren erleichtert, als die S-Bahn wieder fuhr. Das Schlimmste ist nun überstanden. „Es ist halt das Wetter, da kann man nichts machen“, sagt die 20-Jährige Jacqueline Hühn. Sie will mit ihrer Schwester noch nach Berlin. In der Nacht zuvor waren sie von Brandenburg/ Havel mit dem Taxi nach Potsdam gefahren. Im Reisezentrum haben sie sich das Geld dafür erstatten lassen.

Nach Berlin nehmen Taxifahrer nur selten Kunden mit. Wegen einer Regelung dürfen sie aus dem anderen Bundesland keine Fahrgäste wieder mit zurück nach Potsdam nehmen und Leerfahrten lohnen sich nicht. In der Sturmnacht haben einige Fahrer allerdings eine Ausnahme gemacht. Andreas B., seit vielen Jahren als Taxifahrer im Geschäft, erzählt: „Die Leute standen hier quasi gestapelt. Da fahr ich gern auch mal bis Berlin.“

Der Sturm sorgte also in manchen Branchen auch für ordentlichen Umsatz. Als über ganz Norddeutschland der Orkan tobte, brummte im kleinen Laugengebäckverkauf im Potsdamer Hauptbahnhof der Laden. Mehr als doppelt so viel Pizza und Brezeln wie sonst hätte sie an dem Abend verkauft, berichtet Verkäuferin Hoa Nguyen. Weil eine Kollegin wegen des Sturmes nicht zum Schichtwechsel kam, musste sie allerdings Überstunden machen. Doch dafür kann sie heute früher gehen, schließlich ist am Bahnhof nicht mehr so viel los.

Von Jonas Nayda

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