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Chorliebe auf den zweiten Blick

Potsdams Männerchor mit neuer Leiterin Chorliebe auf den zweiten Blick

Die gebürtige Russin Olga Kisseleva lebt in Berlin. Dort arbeitet sie seit mehreren Jahren als freischaffende Chorleiterin, Stimmbildnerin und Musikpädagogin. Seit Februar ist sie außerdem die neue Leiterin des Potsdamer Männerchors. Am Sonntag präsentieren Kisseleva und die 64 Männer erstmals, was sie gemeinsam erarbeitet haben.

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Olga Kisseleva probt seit Februar mit dem Potsdamer Männerchor im Nikolaisaal..

Quelle: Friedrich Bungert

Innenstadt. Alles hört auf ihr Kommando. Wenn Olga Kisseleva das Handzeichen gibt, zu schweigen oder aus voller Kraft zu singen, folgen die 64 Herren des Potsdamer Männerchores ihrer Anweisung ohne mit der Wimper zu zucken. Seit Februar leitet die gebürtige Russin die Gesangsgruppe. Startschwierigkeiten gab es nicht, obwohl die freischaffende Chorleiterin und die Männer zuvor nur sporadisch zusammengearbeitet hatten. „Sie leitet unsere Proben professionell und mit viel Humor“, sagt der Vorsitzende des Vereins, Andreas Horn.

Dass die Proben gut laufen, läge aber auch an den Herren, betont Kisseleva. Sie hat nach den ersten Monaten nur Positives über ihre neuen Sänger zu sagen. „Der Chor ist sehr diszipliniert“, erklärt sie, „aber er ist auch humorvoll.“ Das sei ihr besonders wichtig, „denn die Chorarbeit muss beiden Parteien Spaß machen.“ In den Proben wird das allemal deutlich. Kisseleva übt ihre Kritik charmant und stets mit einem Augenzwinkern. Den Herren gefällt das: nach einem Schmunzeln setzen sie das Geforderte schnell um. „Sie macht ihren Job toll“, lautet das erste Zwischenfazit von Horn und seinen Gesangskollegen.

Als Leiterin auch für andere Chöre aktiv

Olga Kisseleva ist nicht die erste Frau, die den Potsdamer Männerchor leitet. Bereits seit 2012 wurde die Gruppe von der studierten Agraringenieurin Isabella Karpinski aus Teltow geführt. Auch damals hatte sich Kisseleva für die Stelle beworben, kam aber zu spät. In der Zwischenzeit brachte die Russin ihr Können in anderen Gesangsgruppen an den Mann. Kisseleva ist beispielsweise in Berlin Leiterin des Nachwuchsbereichs des Konzertchores, eines Gospelchores und mehrerer Schulchöre.

Außerdem arbeitet sie als Stimmbildnerin und Musikpädagogin. Seit September 2016 trat sie bereits als Gastdirigentin des Potsdamer Männerchors auf. Nach dem Abschied von Karpinski fiel den Männern die Wahl für die Nachfolge deshalb nicht mehr schwer. „Wir sind froh, eine so gut ausgebildete Chorleiterin für uns gewinnen zu können“, sagt Andreas Horn.

Der Männerchor mit dem Polizeiorchester Brandenburg bei ihrem letzten großen Konzert in der Weihnachtszeit

Der Männerchor mit dem Polizeiorchester Brandenburg bei ihrem letzten großen Konzert in der Weihnachtszeit.

Quelle: Irina Kirilenko

Auch dieses Kompliment gibt Kisseleva prompt zurück. „Ich bin erstaunt, wie viel der Chor sich bereits erarbeitet hat“, sagt sie. In den ersten Probe wurde deshalb nur an alten Stücken gefeilt, bevor das Repertoire erweitert wurde. Der Potsdamer Männerchor singt hauptsächlich weltliche, fröhliche Musik von Volksliedern aus dem 18. Jahrhundert bis hin zu Evergreens und Werken zeitgenössischer Komponisten. Gegründet wurde die Gruppe 1848 von vier sangeslustigen Handwerkern. Heute ist dieser Chor die mit Abstand älteste Musikvereinigung der Stadt. Das älteste Chormitglied ist über 90 Jahre alt, der jüngste Sänger gerade einmal in den Vierzigern.

Konzert am Sonntag wird die erste Bewährungsprobe

Allesamt seien erfreulich offen für neue Ideen, lobt die Chorleiterin. „Wir haben gerade ein neues Stück eingeprobt von den Comedian Harmonists“, sagt sie. Zu hören geben wird es dieses Lied und das altbewährte Repertoire zum Frühlingskonzert am Sonntag. Dann soll auch der Knoten zwischen den Männern und ihrer neuen Chorleiterin endgültig platzen. Kisseleva selbst schätzt aus Erfahrung, dass beide Parteien etwa ein Jahr brauchen, um sich komplett aneinander zu gewöhnen. „Mit einem neuem Chor ist es wie in einer Liebesbeziehung“, sagt sie, „man muss viel daran arbeiten.“

Das Frühlingskonzert findet zum Muttertag am Sonntag um 18 Uhr im Nikolaisaal statt. Eine Karte kostet 17 Euro und ist auch noch spontan vor Ort erhältlich.

Von Victoria Barnack

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