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Christian Müller: „Pogida löst sich auf“

Demo-Anmelder wirft hin Christian Müller: „Pogida löst sich auf“

Die „Negativpresse“ macht ihm zu schaffen – und er möchte seinem privaten Leben mehr Aufmerksamkeit schenken. Der wegen seiner kriminellen Vorgeschichte in die Kritik geratene Pogida-Chef Christian Müller hört auf. Heute wird vorerst die letzte Pogida-Demo in Potsdam stattfinden. Alle weiteren „Spaziergänge“ wurden vorerst abgemeldet. Doch ganz vorbei ist es dennoch nicht.

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Christian Müller

Quelle: Stähle

Potsdam. Die„Negativpresse“ und der Aufwand seien ihm zu viel geworden. Zudem will er eine Therapie machen und sich mehr um sein Privatleben kümmern: Der wegen seiner kriminellen Vergangenheit massiv in der Kritik stehende Pogida-Frontmann Christian Müller (32) hört auf. „Pogida löst sich auf“, bestätigte Müller am Donnerstag gegenüber der MAZ. Die islamkritische Gruppe soll aber unter neuem Namen weitermachen – vermutlich ab Mai. Am Donnerstagabend werde er noch vor Ort sein, so Müller. Um 18.30 Uhr soll der Pogida-“Spaziergang“ am Hauptbahnhof starten. Alle weiteren Demos habe er aber abgesagt.

Nachfolger ist der Potsdamer Holger Schmidt

Einen Nachfolger gibt es schon: Der Potsdamer Holger Schmidt (30), nach Müllers Angaben arbeitsloser Sicherheitsmann, soll übernehmen. Müller, der im Februar unter anderem wegen Körperverletzung vom Amtsgericht Potsdam zu einem Jahr Haft verurteilt worden war, unterzieht sich nun einer ambulanten „Kriminaltherapie“, wie er sagt. Das Urteil gegen ihn ist noch nicht rechtskräftig, er hoffe weiter darauf, mit einer Bewährungsstrafe davon zu kommen. „Ich will dem Gericht beweisen, dass ich mich geändert habe“, so Müller. Vorübergehend will Christian Müller noch als Pressesprecher fungieren. Denn nach internen Querelen wurde der bisherige Sprecher Herbert Heider gestern kurzerhand seines Amtes enthoben und der Demo verwiesen.

Für großes Aufsehen hatte Müller auch gesorgt, weil er wie berichtet während seiner Haftzeit in Brandenburg/Havel Kontakt zu den berüchtigten „Störchen“, zwei Sexualverbrechern, hatte. „Man hat da mit diversen Leuten zu tun, ja, sie waren auf dem selben Trakt untergebracht“, so Müller am Donnerstag. „Man sagt Guten Tag und geht dann seinen Weg.“ Schutz hätten ihm die beiden Schwerkriminellen aber nicht geboten, wie Müller nun betont. Er distanziere sich von Sexualverbrechen, sagt der Potsdamer, der selbst wegen Körperverletzung inhaftiert war. Weil er von einem Mitgefangenen erpresst worden sein soll, der den Hells Angels nahestand, hat er laut Aussage eines JVA-Beamten Schutz von den „Störchen“ zu erhofft, die in der Knasthierarchie ganz oben stehen.

„Ich habe mich etwas übernommen“

Der Aufwand mit den Pogida-Demos sei ihm auch zu groß geworden, so Müller. „Ich habe mich da etwas übernommen.“ Auch seine Beziehung habe gelitten. Seine Partnerin Anika Keller trat auch bei Pogida-Demos auf und wurde zwischenzeitlich als mögliche Nachfolgerin Müllers gehandelt. Dem neuen Frontmann Holger Schmidt werde er unterstützen, so Müller.

Ab 11. Mai soll wieder demonstriert werden

Bereits für die Demo am Donnerstag wurde die Leitung per Vollmacht an Schmidt übertragen. Dieser plant laut einer Mitteilung für vier Termine weitere Demos: Am 11. und 25. Mai sowie am 8. und 22. Juni will Pogida dann unter neuem Namen wieder auf die Straße gehen. Grundsätzlich seien Demos alle zwei Wochen geplant, jeweils am ersten und dritten Mittwoch eines Monats.

Von Marion Kaufmann

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