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Potsdam Clärchens-Chef belastet die Angeklagten
Lokales Potsdam Clärchens-Chef belastet die Angeklagten
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19:37 03.06.2016
Der Prozess findet vor dem Landgericht im Justizzentrum statt. Quelle: Bernd Gartenschläger
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Babelsberg

Dass Burkhard S. (44) aus Michendorf die brutale Attacke am 13. Oktober 2013 vor Clärchens Tanzcafé in Babelsberg überlebt hat, gleicht nicht nur einem Wunder, es ist auch dem schnellen Eingreifen zweier Zeugen zu verdanken. Diese Zeugen – der Inhaber der Diskothek und einer der Türsteher – belasteten am zweiten Verhandlungstag im Borsteinkick-Prozess am Landgericht Potsdam die beiden Angeklagten schwer.

Wie im Rausch – im Blutrausch – seien David A. (37) und Dennis K. (32) auf Burkhard S. losgegangen und hätten wohl weitergemacht, wäre man nicht dazwischen gegangen. Während David A. auf S. saß und ihn fixierte, trat Dennis K. dem Opfer mehrmals gegen den Kopf. Auch von Sprüngen ist die Rede. Zu klären ist, wie viel Alkohol die Angeklagten intus hatten und ob sie unter verminderter Schuldfähigkeit agierten. Die beiden Männer aus Ketzin (Havelland) waren zunächst vom Tatort verschwunden, hatten sich dann aber der Polizei gestellt. Sie sind wegen versuchten Totschlags angeklagt.

Der Schaden sollte so groß wie möglich sein

Zur Tatzeit stand Clärchens-Chef Marco S. (43) mit dem rauchenden Türsteher Daniel B. (41) draußen vor der Disko. Er habe gesehen, wie Burkhard S. hinterrücks von den Angeklagten angegriffen und zu Fall gebracht wurde. „Beide haben ihn körperlich attackiert. Der eine hat geboxt, der andere getreten. Das war unser Signal. Wir haben alles stehen und liegen gelassen und sind losgerannt. Wir haben die beiden von Burkhard runtergezogen und die Sache beendet. In den seltensten Fällen muss man grob dazwischen gehen. Ich hab das sicher 100 Mal erlebt: Wenn wir als Ordnungsgruppe kommen, hören die meisten von allein auf. Diese beiden nicht.“ Er habe den Eindruck gehabt, dass die Angeklagten Burkhard S. so stark wie möglich schaden wollten.

Er traute sich nicht, den Schwerverletzten zu bewegen

Burkhard S. habe auf dem Bauch in seinem eigenen Blut gelegen und sei nicht ansprechbar gewesen, so Marco S. Während sein Kollege die beiden Angreifer in Schach hielt, sei er zurück ins Haus geeilt, um Notarzt und Polizei zu alarmieren und eine Decke zu holen, die er dem Verletzten unter den Kopf legen wollte. „Ich habe mich dann aber nicht getraut, den Kopf anzuheben.“ Burkhard S. kam mit zertrümmertem Gesicht und laut Anklage in lebensbedrohlichem Zustand ins Krankenhaus.

Der Clärchens-Chef und das Opfer sind gute Bekannte. Marco S. beschreibt Burkhard S. als lustigen, umgänglichen Typen. Niemals hätten sich andere Gäste über ihn beschwert – die Angeklagten jedoch werfen Burkhard S. vor, provokant aufgetreten zu sein und schon in der Disko einen Streit mit ihnen angefangen zu haben. Das konnte S. in einem zweiten Prozess allerdings nicht nachgewiesen werden. Die Verhandlung wird am Montag, 6. Juni, fortgesetzt.

Von Nadine Fabian

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