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Potsdam Complan-Studie ohne Seesportclub
Lokales Potsdam Complan-Studie ohne Seesportclub
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20:10 25.04.2017
Blick auf das Gebäudeensemble des Seesportclubs. Quelle: Bernd Gartenschläger
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Potsdam/Babelsberg

Über den drohenden Untergang des Potsdamer Seesportclubs (PSSC) am Rande des Parks Babelsberg wird in der Öffentlichkeit schon lange heftig diskutiert. Nur die in der Grundstücksfrage entscheidenden Gesprächspartner haben noch nicht zueinander gefunden. Zwar wurde Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) von den Stadtverordneten im Mai 2015 mit Verhandlungen zum Erhalt des Seesportclubs beauftragt. Doch das letzte substanzielle Gespräch zwischen Stadt und Stiftung zu diesem Teil des Parks liegt nun schon sechs Jahre zurück.

Wie berichtet, sollen die Sportler ihr seit den 1950er-Jahren genutztes Gelände mit dem Auslaufen des Pachtvertrages mit der Stiftung zum Jahresende räumen. Eine Alternative gibt es nicht.

Das Grundstück der Seesportler ist Teil einer größeren Rochade zwischen Stadt und Stiftung. Das Stadtbad soll demnach Richtung Humboldtbrücke umziehen – auf das Grundstück des Seesportclubs. Die Stiftung würde das mit dem Umzug frei werdende Gelände mit der Rekonstruktion eines Drive genannten Panoramaweges in die historische Parkanlage integrieren.

Auf eine kleine Anfrage der Fraktion Die Andere hat das Rathaus nun mitgeteilt, dass man in Sachen Flächentausch noch immer auf dem Stand von 2011 sei: „Der Planungsstand zur Verschiebung des Strandbades Babelsberg aus dem Jahre 2011“ sei „derzeit noch unverändert.“ Geplant wurde damals ohne den Seesportclub. In der Antwort der Stadt heißt es dazu: „Zu den Anlagen, die vom PSSC genutzt werden, können von dort keine Aussagen getroffen werden.“

Auch in einer der MAZ vorliegenden „Studie Vorgelände Babelsberger Park“, die von der Complan Kommunalberatung 2012 für die Stadt angefertigt wurde, sind die Existenznöte der Seesportler komplett ausgeblendet. In dieser Studie wurden vier Varianten zur künftigen Aufteilung des Babelsberger Parks vom Strandbad bis zur Nutheschnellstraße untersucht.

Zum Seesportclub findet sich in der Studie die Passage, aus Sicht der Schlösserstiftung sei „das derzeitige Seesportgelände hochgradig störend“. Eine „Nutzung durch den PSSC nach 2017“ werde seitens der Stiftung „ausgeschlossen“. „Ersatzstandorte“ seien durch die Stadt „ohne Erfolg geprüft“ worden. Diese letzte Feststellung ist vom Rathaus vor einigen Tagen in der Antwort auf eine kleine Anfrage der Linken mit der Aufzählung von ungeeigneten Bootshäusern und Wassersportanlagen bekräftigt worden.

In der Antwort auf die Anfrage der Anderen betont die Verwaltung nun zudem noch einmal, dass die Stadt keineswegs zur Bereitstellung eines Ersatzgrundstücks für die Seesportler verpflichtet sei. Das war von der Verwaltung mit Verweis auf das Sportförderungsgesetz schon einmal im März bekannt gegeben worden.

Die Andere konterte mit der Feststellung, die Darstellung der Stadt sei „in verschiedener Hinsicht unrichtig“. So würden „Rechtsnormen falsch wiedergegeben und wichtige Fakten nicht berücksichtigt“ (MAZ berichtete). Auch Die Andere beruft sich auf das Sportförderungsgesetz. Fraktionsgeschäftsführer Lutz Boede kündigte am Dienstag an, vor weiteren Schritten Akteneinsicht anzufordern.

„Eine Vielzahl von Wassergrundstücken“

Die Stadt hat auf der Suche nach Alternativen für den räumungsbedrohten Seesportclub „eine Vielzahl von Wassergrundstücken“ im Eigentum der Stadt und ihres Kommunalen Immobilienservices geprüft, hieß es kürzlich auf Anfrage des Linken-Kreisvorsitzenden Sascha Krämer.

Untersucht habe man unter anderem Grundstücke auf Hermannswerder, im Areal des Luftschiffhafens, das Grundstück des Motorsportclubs Havelbucht Potsdam, der SG Segeln Potsdam und des Segelsportvereins Potsdamer Adler – ohne Ergebnis.

„Vertiefend“ prüfte man laut Rathaus das Grundstück des Potsdamer Segelvereins an der Templiner Straße und den kommunalen Bootsplatz Am Kiewitt 33a. Auch hier seien „Platz- und Raumverhältnisse nicht ausreichend“.

Zu dem von Krämer vorgeschlagenen Gelände des Seekrugs am Südrand des Luftschiffhafens teilte das Rathaus mit, dort seien „keine freien Kapazitäten bekannt“. Zudem wäre eine Steganlage für die Seesportler „kaum realisierbar“, weil sie „im Konflikt mit einer Ruder- und Kanutrainingsstrecke stehen würde“.

Von Volker Oelschläger

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