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Coubertin-Oberschule wird Gesamtschule

Umstrittene Pläne im Potsdamer Bildungsausschuss Coubertin-Oberschule wird Gesamtschule

Die Potsdamer Gesamtschulen erleben einen Ansturm. Auch im kommenden Schuljahr werden die Plätze nicht für alle Schüler ausreichen. Die Stadt plant deshalb eine neue Gesamtschule – zum Preis, eine beliebte Oberschule zu schließen.

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Die Coubertin-Schule Am Schlaatz.
 

Quelle: Christel Köster

Am Stern.  Die geplante Schließung der Pierre-de-Coubertin-Oberschule Am Stern sorgt für Streit. Am heutigen Dienstag wird im Bildungsausschuss, kommenden Mittwoch dann in der Stadtverordnetenversammlung über die Umwandlung der Schule debattiert. Laut 2014 beschlossenem Schulentwicklungsplan soll die Schule zum Schuljahr 2018/19 keine siebten Klassen mehr aufnehmen und perspektivisch als Oberschule geschlossen werden. Stattdessen soll am Standort Gagarinstraße eine Gesamtschule mit Primarstufe und Hort errichtet werden.

Großer Ansturm auf die Gesamtschulen

Potsdam folgt damit einem Trend, der in ganz Brandenburg zu beobachten ist: Während die Gesamtschulen, die Kinder in 13 Jahren zum Abitur führen, stark nachgefragt sind, ist die 2005 als neuer Schultyp eingeführte Oberschule bis Klasse 10 von vielen Eltern nie angenommen worden. Das bestätigt sich laut Stadtsprecherin Christine Homann auch für das kommende Schuljahr. „Nach unserem derzeitigen Stand ist die Gesamtzahl der Erstwünsche für Gesamtschulen etwa achtmal so hoch wie die für Oberschulen“, so Homann.

 „Auch im kommenden Schuljahr wird nicht jeder Potsdamer, der an eine Gesamtschule möchte, einen Platz bekommen“, betont auch Kreis-Elternsprecherin Daniela Trapkowski. Sie ist deshalb überzeugt: „Wir brauchen dringend eine weitere Gesamtschule in Potsdam.“

Die Schulkonferenz stimmte gegen die Pläne

Doch die Coubertin-Oberschule möchte gerne das bleiben, was sie ist: eine gut angewählte, profilierte Oberschule. Vor zwei Jahren, noch unter ihrer Vorgängerin, habe die Schulkonferenz die Pläne zur Errichtung einer Gesamtschule abgelehnt, sagt Schulleiterin Anke Bahr, die heute im Bildungsausschuss sprechen wird. „Für unsere sehr gute pädagogische Arbeit wäre es traurig, wenn die Oberschule geschlossen wird“, sagt sie. Die Schule habe einen relativ hohen Anteil an Förderschülern und Migranten. Darauf sei man eingestellt, die Integration laufe gut – in einem Rahmen, der individuelle Arbeit mit den Schülern noch möglich mache. Die Oberschule hat rund 250 Schüler. Auf dem neuen Gesamtschulcampus mit Primarstufe sollen irgendwann 1000 Kinder und Jugendliche unterrichtet werden. Auch wie es für das aktuelle Lehrerkollegium weitergeht, sei unklar. Die wenigsten haben die für eine Gesamtschule nötige Lehrbefähigung für die Sekundarstufe II. Die Schulleitung würde aufgrund der völlig neuen Ausrichtig ausgetauscht. Das Areal Am Stern, ist Bahr überzeugt, sei zudem nicht der richtige Standort für eine Gesamtschule. „Was die Schülerklientel angeht, wird eine Gesamtschule eher im Potsdamer Norden gebraucht, aber nicht hier“, sagt sie. Auch das Staatliche Schulamt sei von dem Standort nicht überzeugt, räumt Elternvertreterin Trapkowski ein.

Umbau für 32,5 Millionen Euro

Eine weitere Frage, die die Coubertin-Schüler und -Lehrer umtreibt und durch einen Antrag der Fraktion CDU/ANW im Bildungsausschuss erörtert wird: Was passiert mit den vielfältigen Kunstprojekten zur Verschönerung des Schulhauses, wenn dieses wie geplant für rund 32,5 Millionen Euro umgebaut und saniert wird? Seit 1996 sind rund 36 Projekte entstanden, unter anderem haben Schüler in Hundertwasserart Fliesen entworfen und gefertigt, die die Fassade zieren. „Das würde alles zerstört werden“, fürchtet Schulleiterin Anke Bahr. Die Stadt betont unterdessen, dass die Überführung in eine Gesamtschule „unter Gewährleistung größtmöglicher Kontinuität erfolgen soll“. Das berufsorientierte Profil der Oberschule solle erhalten bleiben, versichert Sprecherin Homann.

Immer weniger Oberschulen

4 Oberschulen existieren derzeit noch in Potsdam. Neben der berufsvorbereitenden Oberschule Pierre de Coubertin Am Stern, gibt es die Oberschule „Theodor Fontane“ mit Primarstufe (Waldstadt), die Käthe-Kollwitz-Oberschule (Brandenburger Vorstadt) sowie die Montessori-Oberschule mit Primarstufe und besonderem Profil (Potsdam West).

6 öffentliche Gesamtschulen gibt es in der Landeshauptstadt, und zwar die Steuben-, die Lenné-, die Da-Vinci- und die Voltaire-Gesamtschule sowie die Gesamtschule Am Schilfhof. Auch die Sportschule „Friedrich Ludwig Jahn“ ist eine Gesamtschule.

Dazu kommen vier Gesamtschulen in freier Trägerschaft.

Von Marion Kaufmann

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