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Currywurst Hawaii und ganz großes Tennis

Restaurant „Alberti“ in Potsdams jüngstem Kiez Currywurst Hawaii und ganz großes Tennis

Noch ist das Brunnenviertel am äußeren Ende der Heinrich-Mann-Allee eine riesige Baustelle. Wer sich aber den Weg über die Sandpiste bahnt, wird belohnt. Wie ein Vorposten thront zwischen Radladern und Rohbauten das neue Domizil des Potsdamer Tennisclubs Rot-Weiß. Zu dem gehört auch das Restaurant „Alberti“ – ein Ort zum Wohlfühlen, meint Gastgeber Jan Wienert.

Potsdam, Sophie-Alberti-Straße 2 52.361044 13.098659
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Jan Wienert (l.) ist der Gastgeber im „Alberti“, das nach Ideen von Rot-Weiß-Vorstand Heinz-Hermann Schulze-Loh entstanden ist.

Quelle: Bernd Gartenschläger

Waldstadt. Hier, wo sich die Kräne drehen und Radlader jede Menge Staub aufwirbeln, hat sein Berufsleben begonnen – und hier soll es, wenn alles gut geht, auch irgendwann einmal enden. Jan Wienert (46) sitzt im schicken „Restaurant Alberti“ im Brunnenviertel und plant das „Oster-Spezial“ mit frischem Beelitzer Spargel, auf der Haut gebratenem Zanderfilet, Kalbsschnitzel, Wildkräutersalat und einigen Schlemmereien mehr. „Ich kann die Menschen nur ermuntern, einmal über den eigenen Schatten zu springen und bei uns hier draußen vorbeizuschauen“, sagt der 46-Jährige. „Hier ist ein wunderschöner Ort zu entdecken.“

Zugegeben, dieser wunderschöne Ort gibt sich in der Anfahrt rau und unnahbar: Der neue Kiez am Rande der Waldstadt ist noch gar nicht so richtig da. Erst zwischen Ende 2017 und Ende 2018 soll etappenweise alles fertig werden: die Mehrfamilienhäuser, das Ärztehaus, die Tiefgarage, die Freizeitanlagen. Wer sich aber traut, am äußersten Ende von der Heinrich-Mann-Allee abzubiegen und sich seinen Weg über die Sandpiste der Baustellenzufahrt zu bahnen, trifft schon jetzt aufs pralle Leben.

Wer im „Alberti“ einkehrt, muss kein Tennisfreak sein

Als Brunnenviertel-Vorposten thront mit seinen rostroten Plätzen und der schneeweißen, zum großen Teil gläsernen Halle der Tennisclub Rot-Weiß inmitten der Riesenbaustelle: Am 1. Oktober 2016 hat der Club den Spielbetrieb im nagelneuen Domizil aufgenommen, am 1. November das vereinseigene Restaurant eröffnet. Gepachtet hat es Jan Wienert. Mit einem Koch, einer Restaurantfachkraft und zwei Studenten, die sich im Service und der Küche etwas dazu verdienen, sorgt er sich um das Wohl der Gäste. Und die müssen nicht unbedingt Tennisspieler sein, sagt Wienert. Er selbst hat es ja auch noch nie auf den Centercourt geschafft!

Für Jan Wienert hat sich ein Kreis geschlossen

Die Chance, das Clubrestaurant zu betreiben, wollte er sich dennoch nicht entgehen lassen. Zum einen, weil er ein Gastgeber ist, der sein Handwerk von der Pike auf gelernt, es quasi in die Wiege gelegt bekommen hat: Der Vater, Werner Wienert, war einst Direktor des Hotels Cecilienhof, wo Jan Wienert von 1990 bis 1993 im Restaurant ausgebildet wurde, bevor er sich mehrere Jahre kreuz und quer durch Deutschland jobbte und nicht nur verschiedene regionale Küchen entdeckte, sondern auch seine Liebe zum Kochen.

Zum anderen, weil das Gelände, auf dem Tennisclub, Restaurant und neues Wohngebiet angesiedelt wurden, eine Vorgeschichte hat, die auch Jan Wienerts Vorgeschichte ist: Über Jahrzehnte stand hier das Plattenwerk, das für die Baustellen des Wohnungsbaukombinats Potsdam produzierte. Jan Wienert hat hier Ende der Achtziger einen Beruf gelernt, der mit dem des Gastgebers nur wenig zu tun hat: Maschinen- und Anlagenmonteur. „Der damalige Schichtleiter und seine Frau, die in der Buchhaltung des Plattenwerks arbeitete, waren hier im Restaurant meine ersten Gäste“, erzählt Jan Wienert. Für ihn habe sich so ein Kreis geschlossen.

Ruhig gelegen und gut erreichbar

Das „Alberti“ ist ein helles und großzügig gestaltetes modernes Restaurant, entstanden nach Ideen des Rot-Weiß-Vorstandsvorsitzenden Heinz-Hermann Schulze-Loh. Das Restaurant ist ruhig gelegen, aber mit dem Auto ebenso gut zu erreichen wie mit Bus, Tram und Regionalbahn, wie mit dem Fahrrad und zu Fuß. Das „Alberti“ steht Hochzeiten, Geburtstagen und Veranstaltungen offen. Es ist komplett barrierefrei und hat 120 Plätze unter Dach und Fach und 50 auf der Terrasse. Im kommenden Jahr soll ein Biergarten mit weiteren 100 Plätzen eröffnen. Wer sich im „Alberti“ niederlässt, hat natürlich auch den besten Blick in die Tennishalle; in einer Public-Viewing Ecke kann man sich zudem von den Sky-Sportprogrammen berieseln lassen. Dazu serviert Jan Wienert gutbürgerliche Küche vom deftigen Bauernfrühstück über Pasta bis hin zum argentinischen Rinderhüftsteak. „Der Renner ist die Currywurst in unserer hausgemachten Hawaii-Currysoße mit einem Schuss Ananas“, sagt Jan Wienert. „Gutes Essen, guter Ausblick – hier kann man gut verweilen und die Seele baumeln lassen.“

Info: Restaurant „Alberti“, Sophie-Alberti-Straße 2, Dienstag bis Samstag ab 12 Uhr und ab Mai auch Sonntag ab 12 Uhr, Montag Ruhetag

Eine Frau stand Pate

Die Schriftstellerin Sophie Alberti war Namenspatronin für eine Straße und das Restaurant im Brunnenviertel.

Geboren als Tochter des Geheimrats Mödlinger am 5. August 1826 in Potsdam, genoss sie eine gute Bildung und interessierte sich früh für Kunst und Poesie. Ihr erstes Gedicht schrieb sie mit sieben Jahren, mit neun ihr erstes Lustspiel, mit 13 ihre erste Novelle.

Ihre erste Veröffentlichung war 1856 die Novelle „Else“. Das Werk widmete sie Charles Dickens, mit dem sie Briefe wechselte und der sich über die Widmung hocherfreut zeigte.

Ihre Bücher veröffentlichte Sophie Alberti teils unter ihrem bürgerlichen Namen, teils unter dem Pseudonym Sophie Verena.

Im Jahr 1866 heiratete Sophie den Schulrat Robert Alberti, der schon 1870 starb. Die Ehe blieb kinderlos. Als Witwe blieb Sophie Alberti Potsdam treu, verließ die Stadt nur für kürzere Erholungsreisen und starb hier am 15. August 1892.

Von Nadine Fabian

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