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Potsdam DDR-Grenzturm am Jungfernsee beschmiert
Lokales Potsdam DDR-Grenzturm am Jungfernsee beschmiert
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20:12 11.03.2018
Der Wachturm am Jungfernsee wurde ab 1967 errichtet. Es ist der letzte Potsdamer Mauer-Grenzturm. Quelle: Foto: CHristel Köster
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Nauener Vorstadt

Jan Fiebelkorn-Drasen ist erschüttert. Der Vorsitzende des Vereins „Erinnerungsorte Potsdamer Grenze“ musste jetzt feststellen, dass der letzte Potsdamer Grenzturm der Berliner Mauer an der Bertinistraße Opfer von Vandalen wurde. „Vor einigen Tagen haben Unbekannte begonnen, den Turm von oben bis unten mit Graffiti zu bemalen. Erst war das nur auf einer Seite, aber mittlerweile ist er auf drei Seiten bemalt“, sagt Fiebelkorn-Drasen.

Das Luftbild der Grenzanlagen wurde verschont

Allein das große Plakat mit einem historischen Luftbild der sogenannten Grenzüber­gangstelle (Güst) Nedlitz am Jungfernsee haben die Sprayer verschont. Auch die dazugehörige Dieselhalle in unmittelbarer Nähe wurde beschmiert. Dort prangt nun ein verchromter Schriftzug.

Das alte Luftfoto zeigt die Grenzanlagen an der Bertini-Enge. hier wurden alle Schiffe kontrolliert, die vom Sacrow-Paretzer-Kanal in den Teltowkanal nach West-Berlin oder zurück zur Elbe fahren wollten. Quelle: Christel Köster

„Wir müssen die Fassaden der Halle und des Turms wieder streichen, bevor der geplante Erinnerungspfad zur Berliner Mauer im Frühjahr eröffnet wird“, sagt Fiebelkorn-Drasen.

Im Frühjahr wird ein Erinnerungspfad aus Stelen eröffnet

Gemeinsam mit dem Zentrum für Zeithistorische Forschung (ZZF) in Potsdam hat man den Pfad konzipiert, der mit zehn Stelen von der Glienicker Brücke über den Neuen Garten bis zum Turm an der Bertinistraße führen soll. Der Verein hatte sich über Jahre dafür eingesetzt, dass die letzen Relikte des Todesstreifens im Potsdamer Weltkulturerbe nicht abgerissen werden.

Die Stadt Potsdam, der die Gebäude gehören, hat Unterstützung angekündigt. „Der Bereich Verkehrsanlagen wird die Entfernung des Graffiti am Grenzturm in der Bertinistraße vor der Einweihung des Erinnerungspfades veranlassen“, erklärte eine Stadtsprecherin auf MAZ-Anfrage.

Die Dieselhalle ist unscheinbar aber bedeutsam. Sie diente Quelle: Christel Köster

Verein hat Geld für Instandsetzung der Dieselhalle gesammelt

Für die Dieselhalle hat aber der Verein die Verpflichtungen für Instandhaltung und Wartung übernommen. „Wir haben mittlerweile das Geld beisammen, um verschiedene Sicherungs- und Schutzmaßnahmen durchzuführen“, sagt Fiebelkorn-Drasen. Insgesamt 5000 Euro haben die Ehrenamtlichen gesammelt. Sobald es etwas wärmer ist, will der Verein mit viel Eigenleistung nicht nur die Graffitis entfernen. Fallrohre müssen erneuert und das Dach ausgebessert werden.

Außerdem sollen vor den Fenstern Gitter angebracht werden. „Diese werden so gestaltet, dass die in der Halle lebenden Schwalben weiter ein- und ausfliegen können“, sagt Jan Fiebelkorn-Drasen.

Der Turm und die Halle wurden vermutlich ab 1967 errichtet, als die Grenzübergangsstelle weg von der Nedlitzer Brücke an die Bertini Enge verlegt wurde.

So sah die Grenzübergangsstelle (Güst) am Jungfernsee vor der Demontage der Grenzanlagen aus. Der Turm ist rechts im Hintergrund erkennbar. Quelle: Archiv

Von Peter Degener

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