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Potsdam Ein Demenzdorf in Krampnitz
Lokales Potsdam Ein Demenzdorf in Krampnitz
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07:13 14.07.2018
Kein großes stationäres Heim, sondern ein Kiez aus kleinen, familiären WGs für Demenzkranke könnte mitten in Krampnitz entstehen. Quelle: Friedrich Bungert
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Krampnitz

Heimat statt Heim: Unter dieser Prämisse plant das Deutsche Rote Kreuz (DRK) ein Dorf für Demenzkranke mitten im neu entstehenden Quartier in Kramp­nitz. Vorgesehen ist eine moderne, aus mehreren Gebäuden bestehende Wohnanlage, die einerseits auf die speziellen Bedürfnisse von Menschen mit Demenz und ander Pflegebedürftige zugeschnitten ist und andererseits mit ihren Angeboten auch allen anderen Bewohnern und Besuchern des neuen Stadtteils offensteht. „Das Demenzdorf“, sagt Christian Schophaus, beim DRK Vorstand des Kreisverbands Potsdam/Zauch-Belzig, „ist eine einmalige Chance für das ganze Gebiet.“

DRK-Chef: „Die aktuelle Situation ist alarmierend“

Pflegeheime, die quantitativ wie qualitativ an ihre Grenzen stoßen, Fachkräfte und Angehörige am Rande der Belastbarkeit – kurzum die Pflegekrise: „Die aktuelle Situation ist alarmierend“, sagt Schop­haus. „Wir brauchen dringend neue Wohnformen für ältere Menschen.“ Die Statistik spreche eine deutliche Sprache: Sind deutschlandweit aktuell etwa 1,3 Millionen Menschen dementiell erkrankt, so rechnen Experten für das Jahr 2050 mit bis zu drei Millionen Betroffenen. „Wenn sich jetzt nichts ändert“, warnt Christian Schophaus, „kommen katastrophale Zustände auf uns zu.“

Das DRK folgt mit seinem Konzept dem weltweit ersten Dorf für Demenzkranke: „De Hogeweyk“ bei Amsterdam. Dort leben die Patienten in einem Verbund vieler kleiner WGs. So soll auch in Kramp­nitz der Kiez im Kiez funktionieren. Dieser könnte bis zu 250 Bewohnern Platz bieten – nicht in einem großen, stationären Heim, sondern in familiären, ambulant betreuten Wohngemeinschaften. Im Gegensatz zu den im Stadtgebiet bereits bestehenden Demenz-WGs geht das DRK mit seinen Plänen aber noch ein paar Schritte weiter. „Das Manko der bisher existierenden WGs ist, dass die Menschen mit Demenz dort mehr oder weniger isoliert sind“, sagt Jeanette Kritzel, die Bereichsleiterin Soziale Dienste beim DRK-Kreisverband. „Wir setzen auf Ganzheitlichkeit und Teilhabe am gesellschaftlichen Leben.“

Supermarkt, Café, Ärzte, Kitas: Alles mit dabei und für alle offen

Zum Pflegedorf gehören deshalb Gärten, ein Supermarkt, ein Restaurant, ein Café, eine Bäckerei, ein Friseursalon, Kreativ- und Veranstaltungsräume sowie eine Kindertagesstätte, die nicht nur für den Nachwuchs der Pfleger gedacht ist, sondern wie alle anderen Angebote auch für die gesamte Nachbarschaft. Eine Apotheke, Arzt- und Physiotherapiepraxen sollen sich ebenfalls ansiedeln. Fester Bestandteil ist zudem ein Kompetenzzentrum, in dem sich Mitarbeiter, Angehörige und Interessierte fort- und weiterbilden können. Die Bewohner des Pflegedorfes sollen sich frei und ohne Begleitung bewegen – ohne an Grenzen zu stoßen, aber auch ohne abhanden zu kommen; ein ausgeklügeltes Wegesystem und die Anordnung der einzelnen Häuser und Höfe soll das ermöglichen.

„Wir wollen für Demenzkranke eine Welt erschaffen wie sie sie kennen“, sagt Christian Schophaus. „Unser Vorhaben ist in seiner Größe, in seiner Form und Vielfalt einzigartig in ganz Deutschland.“ Allerdings: „Wir haben noch kein Grundstück sicher.“

Die Gespräche dazu laufen noch. Die Entwicklungsgesellschaft stehe der Idee aber offen gegenüber, sagt der Sozialbeigeordnete Mike Schubert (SPD). „Das Projekt ist ein ganz besonderes – so etwas brauchen wir, weil wir die Vielfalt brauchen.“

Von Nadine Fabian

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