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Dämpfer für neue Doppelspitze

Potsdamer Linke Dämpfer für neue Doppelspitze

Kati Biesecke und Stefan Wollenberg bilden nach dem Rückzug von Sascha Krämer das neue Führungsduo der Potsdamer Linken, die mit Lagerbildungen zu kämpfen hat.

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Sascha Krämer (l.) gibt den Linken-Kreisvorsitz aus familiären Gründen an Kati Biesecke und Stefan Wollenberg ab,

Quelle: Foto: Christel Köster

Potsdam. Überschattet von internen Streitereien hat die Potsdamer Linke am Sonnabend einen neue Führung gewählt. Die Erzieherin Kati Biesecke (31) und der selbstständige PR-Berater Stefan Wollenberg (39) folgen als neue Doppelspitze auf Sascha Krämer (40), der den Kreisvorsitz aus familiären Gründen niederlegt. Er geht mit seiner Frau Denise Dittrich, die FDP-Mitglied ist und als Afrika-Referentin bei der liberalen Friedrich-Naumann-Stiftung ins Ausland entsandt wird, für eineinhalb Jahre nach Johannesburg. In der Potsdamer Stadtverordnetenversammlung (SVV) rückt Solveig Sudhoff (57) für Krämer nach. Nach seiner Rückkehr könne er sich vorstellen, zur Kommunalwahl 2019 wieder anzutreten. „Die Arbeit in der SVV hat mir viel Spaß gemacht“, so Krämer.

Für die beiden neuen Vorstände war es ein verhaltener Start. Bei der Gesamtmitgliederversammlung in der Aula des Humboldt-Gymnasiums holte die Stadtverordnete Kati Biesecke nur 62 Prozent der Stimmen. Für Wollenberg, der zuvor Vize-Kreischef war und bildungspolitischer Sprecher der Stadtfraktion ist, votierten 72 Prozent. Im Vorfeld waren wie berichtet alte Wahlbetrugsvorwürfe gegen Wollenberg öffentlich gemacht worden, zu denen dieser und Ex-Schatzmeister Alexander Frehse bei der Mitgliederversammlung eine gemeinsame, schriftliche Erklärung auslegten. Frehse hatte gemeinsam mit einem früheren Parteimitglied im September 2015 Anzeige wegen des Verdachts des Wahlbetrugs gegen Wollenberg erstattet. Wie berichtet ermittelt seit Herbst 2015 die Staatsanwaltschaft gegen den 39-Jährigen, weil er bei der Wahl zur Stadtverordnetenversammlung 2014 seinen Hauptwohnsitz nicht in Potsdam, sondern in Stahnsdorf gehabt haben soll, was laut Kommunalwahlrecht nicht zulässig wäre.

Wollenberg bestreitet den Vorwurf. Frehse hält die „spontane Mitzeichnung“ der Anzeige laut Mitteilung heute für einen Fehler. Er habe sich bei Wollenberg nach einem Schlichtungsgespräch am 17. Mai entschuldigt. Das Vertrauen für eine weitere Zusammenarbeit sei dennoch „für den Augenblick völlig zerstört“, so Wollenberg. Frehse trat deshalb nicht wieder für den Kreisvorstand an. Der Stadtverordnete Matthias Lack, der zuvor für Solidarität untereinander geworben hatte, fiel als Vize-Kreischef durch.

Scharfenberg lässt offen, ob er 2018 zur OB-Wahl antritt

„Persönliche Befindlichkeiten und Konflikte“ müssten angesichts der nahenden Bundestagswahl zurückgestellt werden, forderte der Vize-Landeschef der Linken, Sebastian Walter, in seinem Grußwort. Aber nicht nur persönlich motivierte „Lagerbildungen“, wie es ein Parteimitglied nannte, spielten eine Rolle. Inhaltlich wurde auch über den Kompromiss zur Potsdamer Mitte und den Abriss der alten Fachhochschule gestritten. „Wir reden ganz schön viel über Häuser und Architektur“, so Vize-Kreischef Christian Wienert. Er wünsche sich, dass sich die Linke wieder mehr der Sozialpolitik zuwende, so der Lehrer. Fraktionschef Hans-Jürgen Scharfenberg verteidigte den Kompromiss zur Mitte. Ob er nach dem Rückzug seines Dauerrivalen Jann Jakobs (SPD) 2018 noch einmal zur OB-Wahl antritt, ließ Scharfenberg weiter offen. Intern sollen ihm Parteimitglieder nahgelegt haben, den Weg für Jüngere frei zu machen. Der 63-Jährige sprach nur allgemein davon, dass ein „Generationswechsel“ anstehe und „einige langjährige Leistungsträger“ das Rentenalter erreichen würden.

Am Ende erzielten die Linke dann doch noch Einigkeit: Der Antrag des Vorstandes zur Beteiligung am Bündnis „Wir entscheiden mit!“ für mehr direkte Demokratie wurde einstimmig angenommen.

Weitere Ergebnisse

Zu stellvertretenden Kreisvorsitzenden wurden die Gymnasiallehrer Tina Lange und Christian Wienert gewählt. Sie erhielten 72 bzw. 57 Prozent der Stimmen.

Kreisgeschäftsführer ist Roland Gehrmann. Er bekam 91 von 126 Stimmen.

Als Kreisschatzmeisterin wurde Petra Pannicke gewählt. Weitere Kreisvorstandsmitglieder sind Annett Bauer, Marlen Block und Christine Kozlowski.

Von Marion Kaufmann

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