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Potsdam Das Debüt der „Break Grenzen Crew“
Lokales Potsdam Das Debüt der „Break Grenzen Crew“
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02:19 25.10.2015
Breakdancer Robert Segner (r.) trainiert seit einem halben Jahr die siebenköpfige Tanzgruppe aus 6 bis 13-Jährigen. Quelle: Peter Degener
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Potsdam

„Ich mach jetzt den Beat an, aber bitte nicht gleich ausrasten!“, sagt Robert Segner. Doch sobald die Musik läuft, fangen die kleinen Jungs in der Kita „Sonnenland“ mit wilden Bewegungen an zu tanzen – zu breaken. Die siebenköpfige Gruppe aus Kindern zwischen sechs und dreizehn Jahren nennt sich „Break Grenzen Crew“ und lernt seit einem halben Jahr die Tanzform des Breakdance. Dieser Tanzstil ist gleichzeitig ein Wettbewerb in Kreativität. In schnellen Bewegungen finden die Tänzer oft spontanen Ausdruck und beweisen dem auf seinen Einsatz wartenden Gegenüber in kurzen Solo-Auftritten ihre vermeintliche Überlegenheit in Athletik, Rhythmus und Fantasie.

Heute dürfen die Jungs zum größten Wettbewerb der Welt

Obwohl die Jungs erst seit kurzem Breakdancer sind, treten sie am heutigen Freitagabend beim „Battle of the Year“ in Braunschweig auf. „Das ist die inoffizielle Weltmeisterschaft im Breakdance“, sagt Robert Segner. Die Potsdamer dürfen sich dort außer Konkurrenz vor den vielen Profis präsentieren, die sich in internationalen Vorentscheiden für das Finale in Deutschland qualifiziert haben.

Breakdance und der „Battle of the Year“

Der Tanzstil „Breakdance“ entstammt der Hip-Hop-Bewegung der 1970er Jahre in den USA.

Der Name leitet sich von den „gebrochenen“ Figuren ab, welche die Tänzer in extrem schnellen oder auch abrupt gestoppten Bewegungen kreieren. Als Musik dienen Beat-lastige Musikstile wie Funk oder Hip-Hop.

Getanzt wird sowohl im Stehen, als auch auf dem Boden. Als „Powermoves“ werden die Pirouetten bezeichnet, die sogar auf dem Kopf gedreht werden. Ein besonderes Element ist der „Freeze“, bei dem der Körper in einer ausdrucksstarken Position „eingefroren“ wird.

Bei Wettbewerben tanzen einzelne Tänzer oder Gruppen gegeneinander. Applaus oder eine Jury entscheiden.

Der „Battle of the Year“ (BOTY) ist der größte, jährliche Breakdance-Wettbewerb der Welt. Nach Vorausscheiden in vielen Ländern findet das Finale 2015 in Braunschweig statt. Gegründet wurde BOTY im Jahr 1990 in Hannover.

Für zehn Minuten stehen sie im buchstäblich im Mittelpunkt der besten Breakdancer der Welt, denn die Bühne ist ein kleiner, freigelassener Kreis. Dort sind sie von den Zuschauern und anderen Teilnehmern umgeben, die jede gute Aktion lautstark honorieren. „Ich bin einfach nur aufgeregt“, sagt der 10-jährige Salim beim letzten Training zwei Tage vor dem großen Auftritt. Zum Glück lässt sich Nervosität mit weiteren wilden Bewegungen etwas kaschieren. „Hätte ich als Anfänger eine solche Chance gehabt, ich hätte mir die Hosen voll gemacht. Aber ihr erzählt so geile Geschichten, wenn ihr tanzt!“ sagt Robert Segner seinen jungen Crew. Erst vor zwei Wochen bekam er die Einladung zum Wettbewerb.

Das Projekt hat bereits einen Integrationspreis bekommen

Eine ausgefeilte Choreografie gibt es deswegen nicht. Geprobt werden vor allem die Übergänge zwischen den einzelnen Solo-Tänzern, die sich in den Kreis wagen. „Es geht darum, die unterschiedlichen Charaktere, die sie sind, zusammenzubringen“, sagt Robert Segner, „Niklas singt mit seinem Körper. Vule ist zwar der kleinste, aber dafür unglaublich schnell. Er hat ein tolles Repertoire an Bildern, tanzt als Gepard oder als Spiderman. Hamid ist voller Energie, frech und direkt“.

Der 29-jährige Robert Segner hat über Jahre eigene Breakdance-Wettbewerbe wie den „Plattenspieler“ in Potsdam-West organisiert. Seit März trainiert er gemeinsam mit Saman Hamdi einmal in der Woche mit den Jungen.

Die Idee zu der jungen Tanzgruppe kommt ursprünglich aus Magdeburg. Dort und soll die Inklusion von Kindern unterschiedlicher Herkunft mittels Breakdance erleichtern. Das Projekt hat dort bereits den Integrationspreis des Landes Sachsen-Anhalt erhalten. Neben Deutschen sind in der Potsdamer „Break Grenzen Crew“ auch Kinder aus Russland, dem Irak und Serbien. Zwei stammen aus Flüchtlingsfamilien. „Breaken ist eine eigene gemeinsame Sprache, die diese Kinder aus verschiedenen Kulturen hier erleben und dabei lernen die Kinder auch noch deutsch“, sagt Segner.

Von Peter Degener

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