Volltextsuche über das Angebot:

22 ° / 8 ° heiter

Navigation:
Das Fällen wird entbürokratisiert

Potsdam Das Fällen wird entbürokratisiert

Mit einer großzügigen Erweiterung der Stammumfänge, bis zu denen ein Baum gefällt werden darf, will die Stadt Potsdam das Fällen von Bäumen weniger bürokratisch gestalten. Bis 60 Zentimeter Stammumfang (bei Obstbäumen 80 Zentimeter) sind künftig das Maß der Dinge – fast eine Verdoppelung. Mit rund 20 Prozent weniger Anträgen rechnet die Stadt.

Voriger Artikel
Flaschen auf Autos geworfen
Nächster Artikel
Dieser Lift stand mehr, als er fuhr – bisher

Bäume, die bis drei Meter an Häuser heranrücken, dürfen laut neuer Baumschutzordnung leichter gefällt werden.

Quelle: MAZ

Potsdam. Die neue Baumschutzverordnung der Stadt setzt auf mehr Eigenverantwortung der Bürger und eine Entlastung von Bürokratie. Das Rathaus stellte sie am Donnerstag vor, bevor sie auf der nächsten Stadtverordnetenversammlung am 14. September zum Beschluss ansteht. So wurde etwa der maximale Stammumfang, bis zu dem eine Genehmigung erforderlich ist, von 30 auf 60 Zentimeter, bei Obstbäumen sogar auf 80 Zentimeter erhöht. Gemessen wird einen Meter über dem Boden. Alles, was darüberliegt, ist besonders geschützt und darf weder beseitigt, beschädigt oder „im Aufbau wesentlich geändert“ werden.

Der Leiter des Bereichs Umwelt und Natur bei der Stadt, Lars Schmäh, verspricht sich davon auch Entlastung in seiner eigenen Abteilung. Etwa 20 Prozent Fällanträge weniger erwartet er mit den erweiterten Stammumfängen. Das Personal will Schmäh lieber vor Ort einsetzen: Zur Beratung von Bauherrn oder Grundstückseignern, die eine Fällung beabsichtigen und zur Besichtigung und Begehung Potsdams und der Ortsteile. „Eine Vielzahl der Anträge haben wir genehmigt, weil sie ohnehin gar nicht nötig gewesen wären“, sagte er. Eine Zunahme der Fällungen befürchtet der Amtsleiter nicht. „Bei den Potsdamern besteht ein hohes Schutzinteresse. Die Potsdamer lieben ihre Bäume!“

Weniger Bürokratie heiße mehr Kontakt mit den Bürgern – schon jetzt halten die Mitarbeiter Schmähs 1000 bis 1200 Besuche pro Jahr bei Eigentümern ab – um zu vermessen, zu beraten, einzuschätzen. Natürlich gehe der illegale Baumschlag weiter, doch auch für dessen Verfolgung habe die Stadt nun genug Personal. Zu ihrer Kenntnis kommen rund zehn bis 20 illegale Baumschläge im Jahr, denn in Potsdam gebe es „sehr wachsame Nachbarn“. In der neuen Baumschutzverordnung ist das maximale Bußgeld übrigens von 51 000 Euro auf 65 000 Euro erhöht worden – wegen eines Bundesgesetzes. In Potsdam wurden solche Bußgelder indes noch nie fällig, weiß Lars Schmäh.

Weitere Vereinfachungen in der Verordnung betreffen die Drei-Meter-Grenze zur Wohnbebauung, die Herausnahme von Doppelvorschriften – etwa, wenn ein Baum schon durch ein Landschafts- oder Naturschutzgesetz gesschützt ist –, und eine Handreichung zu Ausgleichs- oder Ersatzpflanzungen.

Weitere und detailliertere Informationen unter www.potsdam.de/baumschutz

Von Jan Bosschaart

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Potsdam
Potsdams Innenstadt - vor und nach dem Krieg

Der 14. April 1945 ist ein sonniger, warmer Frühlingstag – ein Sonnabend.  Um 22:15 Uhr ertönen die Sirenen, Bomben fallen auf Potsdam und wenig später marschiert die russische Armee in Potsdam ein. Das Stadtbild ist ein anderes geworden.

Das Protokoll zum Luftangriff: www.maz-online.de/Nacht-von-Potsdam

57811e88-cc1d-11e5-9fb5-3858ea6ed044
Babys aus Oberhavel (6)

Babys aus Oberhavel, Januar/Februar 2016

MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg