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Das Jägertor muss erneut saniert werden

Das Jägertor muss erneut saniert werden

Zehn Jahre liegt die Sanierung des Jägertors zurück, jetzt steht die „Sanierung der Sanierung“ an. Baudenkmalpfleger Roland Schulze hatte bei routinemäßigen Kontrollen im November vergangenen Jahres massive Nässeschäden entdeckt.

Auf 150 000 Euro veranschlagt die Stadtverwaltung die Kosten der Reparatur, die im November dieses Jahres abgeschlossen sein soll.

Entstanden sind die Schäden über Jahre, weil von oben Feuchtigkeit ins Gebäude eindrang, es durchnässte und Eisenbewehrungen im Inneren rosten ließ. Das korrodierende Metall wurde immer voluminöser, drückte den Stein, den es eigentlich halten soll, auseinander. Äußerlich sichtbar wurde das, weil Putz abplatzte. Die Skulptur über dem westlichen Pfeiler hatte Risse bekommen, Verformungen und Risse zeigten sich auch in den waagerechten Traufgesimsen. Zur Wahrung der Verkehrssicherheit musste der Bereich um das Tor abgesperrt werden. Als Sofortmaßnahme wurden ein Gerüst aufgestellt und eine Sicherungskonstruktion an den gefährdeten Teilen angebaut.

Vom Gerüst aus konnten nach dem Abnehmen einiger Sandsteinteile weitere Untersuchungen erfolgen. Die Schädigung der Konstruktion durch Niederschlagswasser erwies sich dabei laut Stadtverwaltung als „außergewöhnlich“ stark. Eiligst zog man ein Wetterschutzdach über das Tor. Zwei Potsdamer Ingenieurbüros erstellten ein Sanierungskonzept und stimmten es mit der zuständigen Denkmalschutzbehörde ab.

Das Jägertor von 1733 ist das älteste noch erhaltene Potsdamer Stadttor aus der Zeit der barocken Stadterweiterung. Es war ursprünglich Teil einer Akzisemauer, die nicht der Befestigung diente, sondern die Desertion der Soldaten und den Warenschmuggel unterbinden sollte. Da die Lindenstraße den einstigen Mauerzug schräg durchschnitt, wurde auch das Jägertor schräg zum Mauerverlauf errichtet.

Das Tor war einer der Stadtausgänge nach Norden. Seinen Namen erhielt es nach dem vor der Stadt liegenden kurfürstlichen Jägerhof. Nach Abriss der Stadtmauer 1869 freistehend, präsentiert sich das Jägertor heute als Pfeilerarchitektur toskanischer Ordnung mit bekrönender Skulpturengruppe. Das Bauwerk wurde aus Ziegelmauerwerk errichtet. (Von Rainer Schüler)

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