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Potsdam Das Problem der neuen Großbaustellen
Lokales Potsdam Das Problem der neuen Großbaustellen
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08:01 13.02.2019
Vor zehn Jahren lockte eine Saurier-Ausstellung zusätzliche Besucher in die Biosphäre. Quelle: Michael Hübner
Potsdam

Der Hauptausschuss befasst sich heute in erster Lesung mit dem neuen Konzept für die Biosphärenhalle. Eine auf Stadtverordnetenbeschluss eingesetzte Steuerungsgruppe empfiehlt die Sanierung und den Umbau für 17,3 Millionen Euro sowie den Betrieb mit erweitertem Konzept in städtischer Regie.

Der Haken: Die Biosphäre benötigt auch künftig Zuschüsse im mittleren sechsstelligen Bereich – die Rede ist von 600.000 Euro jährlich.

Die ersten Reaktionen aus den Fraktionen waren gemischt. Trotzdem hofft Oberbürgermeister Mike Schubert (SPD) auf einen Grundsatzbeschluss zum Erhalt der Biosphäre noch vor der Kommunalwahl.

Das langwierigste Projekt der Stadt

Erst vor wenigen Wochen zum Neujahrsempfang der Stadt hatte Schubert mit der Rekonstruktion des Stadtkanals eine weitere Großbaustelle ausgerufen. Dabei ist die Wiedergewinnung des einstigen Wahrzeichens schon heute das langwierigste Projekt der Landeshaupstadt.

Beginn der Rekonstruktion des Stadtkanals am 1. Dezember 1990. Quelle: Sanierungsträger Potsdam

Mit dem ersten Spatenstich zur Öffnung des Fließes auf Höhe Kellertorbrücke setzten Aktivisten der Arbeitsgemeinschaft für Umweltschutz und Stadtgestaltung (Argus) am 1. Dezember 1990 das Startsignal für die Rekonstruktion der historischen Innenstadt. Mittlerweile hat Potsdam das Stadtschloss, den Palast Barberini und viele andere einst prägende Bauten rekonstruiert.

Der Kanal jedoch hat auf sich warten lassen. Geöffnet ist nur der Ausgang zum Tiefen See und in Andeutung mit der Kanalsohle auf Höhe der Wasseroberfläche ein Abschnitt in der Yorckstraße.

Der damalige Baudezernent Matthias Klipp (Grüne) hatte 2015 bekannt gegeben, dass der Kanal sich auch in der Dortustraße aus Kostengründen „nur bis zu einer geringen Tiefe“ öffnen ließe.

Den Grund lieferte kurz darauf Stadtwerkesprecher Stefan Klotz. Bei der Schließung in den 1960er Jahren habe die DDR die „Mischwassergefälleleitung“ genannte Kloake zur Entsorgung für die Innenstadt „weitgehend direkt in der Stadtkanaltrasse verlegt“.

Ein „Ersatzneubau“ wäre „um 2050 notwendig“. Eine Öffnung vor dieser Zeit wäre mit Zusatzkosten in Millionenhöhe verbunden. Eine Anfrage der MAZ zu diesem technischen Detail und zu den allgemeinen Finanzierungsplänen für das Kanalprojekt beim Rathaus blieb bisher ohne Antwort.

Schulden wachsen auf 430 Millionen Euro

Tatsächlich steht die Stadt aktuell vor finanziellen Herausforderungen in einer ganz anderen Dimension.

252 Millionen Euro sollen nach Angaben von Finanzdezernent Burkhard Exner (SPD) in diesem und den nächsten drei Jahren insgesamt in die öffentliche Infrastruktur investiert werden. 165 Millionen Euro fließen allein in Schulneubauten, 27 Millionen in Kitas und Horte, 57 Millionen in die Sanierung des maroden Verwaltungscampus.

„Wir haben lange nicht die Investitionen gestemmt, die wir als wachsende Stadt stemmen müssen“, sagt Exner: „Wir sind mittendrin und haben vielleicht den größten Teil noch vor uns.“

Mehr als 170 Millionen Euro sollen per Kredit finanziert werden. Die Gesamtverschuldung der Stadt steigt von 250 Millionen Euro Ende 2017 auf 430 Millionen Euro im Jahr 2021.

Diese Zahlen waren ein Grund für die reservierten Reaktionen von Grünen, SPD, CDU/ANW und Bürgerbündnis/FDP auf das Ergebnis des Werkstattverfahrens zur Biosphäre. Im Hauptausschuss wird auch das ein Thema sein.

Info Die Sitzung am Mittwoch im Stadthaus, Raum 208A, beginnt um 17.30 Uhr.

Von Volker Oelschläger

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