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Potsdam „Das Schönste aller Preußenschlösser“
Lokales Potsdam „Das Schönste aller Preußenschlösser“
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08:14 14.11.2016
Blick von der Langen Brücke auf das Schloss von Südosten. Hinter den Fenstern im ersten Obergeschoss lagen die Wohnräume Friedrichs II.
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Potsdam

Ruinenromantik war dem friderizianischen Potsdam nicht ganz fremd. Auf einer Anhöhe hinter Schloss Sanssouci ließ der Alte Fritz 1748 eine künstliche Ruine errichten, um der Havellandschaft einen antiken Anstrich zu verleihen. Aber eine Ruine im Zentrum der Stadt?

„Das Schloss hat mich auch als Ruine beeindruckt, es hatte eine gewisse Patina nach dem Großbrand von 1945 und strahlte auch während des zweiten Untergangs 1959/60 Größe und Würde aus“, bekennt Herbert Posmyk, der als junger Mann mehrere Hundert Aufnahmen vom Abriss des Potsdamer Stadtschlosses angefertigt hat. Heute erscheint ein atemberaubender Bildband – Titel: „Der Untergang des Potsdamer Stadtschlosses“. Herausgegeben und mit einem Vorwort versehen wurde das querformatige Buch von Christian Thielemann. Der bekannte Dirigent lebt in Potsdam und hält das Stadtschloss „für das schönste und harmonischste unter all den großen preußischen Schlössern“.

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Der letzte Trümmerschutt wurde im April 1960 abgefahren. Wegen des hohen Zeitdrucks wurden erst jetzt zahlreiche Skulpturen geborgen.

Baumeister Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff formte die königliche Residenz nach der Thronbesteigung Friedrichs II. im Stile des friderizianischen Rokoko. In nur einer Nacht zweihundert Jahre später, am 14. April 1945, brannte das Bauwerk nach dem Luftangriff der Alliierten völlig aus. Die Ruine wurde nicht gesichert, Wind und Wetter setzten ihr weiter zu.

Fotograf und Herausgeber

Herbert Posmyk (87), Ingenieur und Statiker, gehörte zu einer kleinen Gruppe von Potsdamer Architekten und Ingenieuren, die 1959 mit einem Telegramm an die DDR-Regierung gegen die Sprengung des Potsdamer Stadtschlosses protestierten.

Christian Thielemann (57) ist Chefdirigent der Sächsischen Staatskapelle Dresden und lebt in Potsdam.

Das Buch: Herbert Posmyk / Christian Thielemann: Der Untergang des Potsdamer Stadtschlosses. Edition Braus, 96 Seiten, 29,95 Euro.

Herbert Posmyk erkundete das Gelände mit seiner Spiegelreflexkamera ab 1953. Nach dem Beschluss der SED, das Stadtschloss als „Inbegriff des preußischen Militarismus“ abzureißen, ging er ein hohes Risiko ein, wenn er hier im Selbstauftrag fotografierte. Er ließ sich von den Vopos nicht einschüchtern. Gelungen sind ihm wertvolle Ruinen- bzw. Architekturfotos. Modisch gekleidete Menschen, Autos und Straßenbahnen vermitteln zudem die Stimmung der Nachkriegszeit.

Der Fotograf Herbert Posmyk. Quelle: Gartenschläger

Drei nüchtern gehaltene Textbeiträge leuchten die historischen Hintergründe aus. In jeder einzelnen Bildunterschrift steckt Leidenschaft und Sorgfalt. Einmal heißt es: „Der nun öde Stadtraum gehörte vor dem Zweiten Weltkrieg zu den schönsten Plätzen Europas.“

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