Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Potsdam Das Wetter wie vor hundert Jahren
Lokales Potsdam Das Wetter wie vor hundert Jahren
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:41 26.08.2015
Das Ablesen der Temperatur in der sogenannten englischen Holzhütte gehört zur täglichen Arbeit von Ralf Schmidt Quelle: Julian Stähle
Anzeige
Potsdam

Wenn Meteorologe Ralf Schmidt 14.08 Uhr mitteleuropäischer Sommerzeit (MEZ) die Lufttemperatur abliest, nimmt er nicht etwa ein Tablet mit auf das Messfeld der Säkularstation des Deutschen Wetterdienstes (DWD). Er schreibt den Wert brav in einer Kladde auf. Das Thermometer, von dem Schmidt abliest, ist auch nicht ein vollautomatisches Präzisionsinstrument unserer Tage, sondern ein gutes altes Quecksilberthermometer, wie es auf dem Hügel schon anno 1893 existierte. Es befindet sich auch noch in einer sogenannten englischen Holzhütte zwei Meter über dem Boden. Und deshalb ist die Angabe des Thermometers etwas fehlerhaft, denn an windschwachen Tagen staut sich die Wärme in der Hütte und hat einen leicht erhöhten Wert.

Zeitgemäße Schutzhütten werden künstlich belüftet, um solche Abweichungen zu verhindern, doch den Messfehler der Altvorderen „mitzunehmen“, ist gerade der Witz dieser Potsdamer Messstation. Es geht nämlich bei der sogenannten Säkularreihe darum, eine über 100 Jahre alte Messreihe so exakt und authentisch wie möglich fortzuführen, um damit Aussagen über die Veränderungen des Klimas machen zu können. Potsdam ist der Ort in Deutschland, wo die 1893 beginnende sogenannte säkulare Messreihe fortgesetzt wird.

„Die historische Klimareihe lebt von der Unveränderlichkeit ihrer Messmethodik“, sagt Schmidt. Diese beweist  nämlich, dass Veränderungen in der Reihe ausschließlich den Umständen geschuldet sind, zum Beispiel den Veränderungen des Klimas selbst. Das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) ist darum auch die Einrichtung, die am meisten von der einmaligen Messreihe und dem altertümlichem Handwerkszeug Schmidts und seines Kollegiums profitiert. „Wir sind ein Standbein für die Erkenntnisse, die die Forscher des PIK haben“, sagt Schmidt nicht ohne Stolz. „Die PIK-Wissenschaftler freuen sich, dass wir die Reihe weiter führen.“

Das wird auch in absehbarer Zeit noch weiter so geschehen. Dreimal täglich erheben die Mitarbeiter der Messstation die Werte nach alter Väter Sitte. Gemessen werden unter anderem auch noch die Luftfeuchtigkeit, der Wind und die Temperaturen im Boden bis 12 Meter Tiefe – alles mit Instrumenten, wie sie auch schon 1893 verfügbar waren. Die Sonnenscheindauer etwa wird mittels der von John Francis Campbell erfundenen und von George Gabriel Stokes verbesserten Methode festgestellt. Eine gefärbte Glaskugel bündelt das Licht und verbrennt ein hinter ihr liegendes  Papier. Die Menge und Intensität der Brandspuren gibt Aufschluss über den Sonnenschein.

Modern wird es erst, wenn Schmidt und seine Kollegen im Büro all die so ermittelten Daten ins Computersystem eingeben. Deshalb kann jeder Internetnutzer nachschauen, wie das Potsdamer Wetter am 26. August 1903 war.

Von Rüdiger Braun

Potsdam Diskussionsrunde mit MAZ-Autorin - Recht trifft Meinung beim Potsdam-Talk

Wie schmal ist der Grat zwischen Vorverurteilung und Berichterstattung aus dem Gerichtssaal? Welche Geschichten sind zu erzählen aus dem Bereich zwischen Anklagebank und Richterstuhl? Mit diesen Fragen beschäftigt sich die 3. Havelsounds-Talkrunde in der Potsdamer Wilhelmgalerie. Mit von der Partie: MAZ-Redakteurin und Krimi-Autorin Marion Kaufmann.

26.08.2015

Sie ärgern sich über zu viele rote Ampeln in der Stadt? Dann ist dieser Mittwoch ein Feiertag! In der Zeppelinstraße werden einige Ampeln modernisiert und dafür zeitweilig abgeschaltet. Ach, nur Fliegen ist schöner! Vor allem, wenn man im Naturkundemuseum zwischen schillernden Libellen landet.

26.08.2015
Potsdam-Mittelmark Nach dem mutmaßlichen Anschlag in Nauen - Kein zusätzlicher Schutz für Flüchtlinge

Nicht mal eine halbe Autostunde von Potsdam entfernt, im havelländischen Nauen, ist eine Flüchtlingsunterkunft niedergebrannt. Die Halle war noch nicht bezogen – aber der Schock sitzt tief. Auch in Potsdam? Die Stadt und der Landkreis halten ihre Flüchtlingsunterkünfte für ausreichend gesichert.

25.08.2015
Anzeige