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Potsdam Das erwartet Besucher bei „Italien in Potsdam“
Lokales Potsdam Das erwartet Besucher bei „Italien in Potsdam“
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01:15 01.02.2019
Das Motto „Italien in Potsdam 2019“ findet sich in der ganzen Stadt – nicht zuletzt auch in der Orangerie am Park Sanssouci. Quelle: Fotos (2): Bernd Gartenschläger
Park Sanssouci

Liebhaber des italienischen Lebensgefühls aufgepasst! In diesem Jahr wird der Landeshauptstadt Potsdam ein pulsierendes Dolce-Vita-Flair eingehaucht.

Angeregt wurde die Idee „Italien in Potsdam“ vom Museum Barberini auf dem Alten Markt, das selbst architektonisch in der italienischen Hauptstadt verwurzelt ist. So ließ Friedrich der Große das Gebäude mit der prächtigen Fassade um 1771/1772 im Herzen der Residenzstadt nach dem römischen Vorbild Palazzo Barberini errichten – obwohl er das Original in Rom leibhaftig nie gesehen hat. Zwischenzeitlich als Gesellschaftshaus umfunktioniert und 1945 zerstört, wurde der rekonstruierte Bau im Januar 2017 wieder eröffnet. „Es war schon von der Museums-Gründung an unser Wunsch, mit dem Palazzo Barberini in Rom zu kooperieren“, so Ortrud Westheider, Direktorin des Museums Barberini.

Weitere Infos zum ganzen Programm

Kulturakteure, Kirchen, Vereine und Unternehmen sind eingeladen, Angebote zu entwickeln.

Am 16. Juni um 18 Uhr gastiert zum Beispiel die Organistin Giulia Biagetti aus der Toskana im Rahmen des Orgelzyklusses in der Nikolaikirche.

Die Römischen Bäder werden am 10. August zur Konzert-Kulisse für eine Hommage ans antike Pompeji am Golf von Neapel. Komponist Radoslaw Pallarz gibt den Bewohnern der untergegangenen Stadt darin eine Stimme, indem er die Texte für die Gesänge den Graffiti von den Wänden Pompejis als Vorlage nimmt.

Neben Spaziergängen, Führungen und Lesungen ist zudem eine italienische Filmreihe im Filmmuseum geplant.

Zum 13. Juli wird zudem eine kostenlose Ergänzungs-App für das Barberini gelauncht, mit der Potsdamer die Stadt kulturell neu erkunden können.

Alle Veranstaltungen und Infos finden Sie auf der eigens dafür eingerichteten Website www.italien-in-potsdam.de

Roms Barberini

Mit der Ausstellung „Wege des Barock“ holt das Museum vom 13. Juli bis zum 6.Oktober nun über 50 barocke Werke alter Meister nach Potsdam. Sie stammen aus den Nationalgalerien Barberini und Corsini in Rom, die weltweit die bedeutendsten Sammlungen italienischer Malerei beheimaten. Highlight ist die spektakuläre Leihgabe „Narziss“ des Künstlers Caravaggio (1571-1610). Das Werk, das zugleich als Plakatmotiv der Ausstellung dient, zeigt den Knaben Narziss, der sich über das Wasser beugt und sich dem Mythos nach in sein Spiegelbild verliebt. Mit der Ausstellung möchte man auch die Italiensehnsucht Friedrichs zeigen.

Ortrud Westheider, Direktorin des Museums Barberini, holt über 50 Werke aus Rom in die neue Ausstellung „Wege des Barock“. Quelle: Bernd Gartenschläger

Potsdams Italien-Vermächtnis

Eben jene Sehnsucht des Königs spiegelt sich bekanntlich auch in Potsdams Bauten wider. So war das Alte Rathaus, gebaut um 1752/53, ein nicht realisierter Entwurf des berühmten italienischen Architekten Andrea Palladio (1508-1580). Auch unter der Regentschaft Friedrich Wilhelms IV, der im Gegensatz zum Alten Fritz tatsächlich zweimal in Italien war, entstand eine schier endlos lange Liste an Gebäuden – darunter die Römischen Bäder, das Belvedere auf dem Pfingstberg, das Schloss Charlottenhof, die Friedenskirche, die Orangerie und viele Turmvillen.

Sie organisieren das Ganze: Heinz Buri, Marketingchef Schlösserstiftung (v. r.); Ortrud Westheider, Direktorin Museum Barberini; Raimund Jennert, Chef Potsdam Marketing; Sigrid Sommer, Marketingleiterin der Stadt und Daniel Goral vom Orangerieschloss. Quelle: Bernd Gartenschläger

Italien begegnet uns in Potsdam auf Schritt und Tritt“, sagt Heinz Buri, Marketingdirektor der Potsdamer Schlösserstiftung. Auch die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten bewahrt in der Bildergalerie im Park Sanssouci italienische Schätze wie Caravaggios „Der ungläubige Thomas“ auf. In dem Themenjahr möchten beide Institutionen aber nicht nur inhaltlich kooperieren, sondern sich im Vertrieb gemeinsam unterstützen. Möglich wären zum Beispiel reduzierte Eintritte. Wer also ein Ticket im Barberini kauft, könnte günstiger in die Bildergalerie im Park Sanssouci kommen. Konkrete Verträge dazu wurden allerdings noch nicht geschlossen, so Buri.

Buntes Treiben das ganze Jahr

Begonnen habe man mit Italien in Potsdam bereits mit den Führungen „Exoten im Winterschlaf“ durch das Organgerieschloss, die bis 13 April immer samstags um 13 Uhr laufen. Unter anderem kann man in den Pflanzenhallen mit dem fein ausgeklügelten Heiz- und Lüftungssystemen 24 Granatapfelbäume und rund 1000 subtropische Kübelpflanzen von Lorbeeren, Zypressen über Orangenbäume bis hin zu Agaven bestaunen.

So richtig startet es dann am 31.März mit einem italienischen Frühlingsfest im Glienicker Park. An eben jenem Ort wird es auch anlässlich des Geburtstages des einstigen Hausherren Prinz Carl am 21.Juni ein Open-Air-Konzert geben.

Aufleben lässt man in diesem Themenjahr auch die seit 1990 bestehende Städtepartnerschaft von Perugia in Umbrien und Potsdam. Unter anderem werden die „Swingle Kings“, eine Band aus der italienischen Partnerstadt, zur 15.Erlebnisnacht zu Gast in Potsdam sein. Das große Umsonst-und Draußen-Spektakel, das am 27. Juli ab 15 Uhr in der Potsdamer Innenstadt startet, steht somit ebenfalls unter italienischer Flagge. Neben Mambo auf dem Luisenplatz können Kinder im Kochbus zum Beispiel lernen, warum Mozzarella seinen Namen trägt.

Ein feierlicher Höhepunkt wird die 21.Auflage der beliebten Potsdamer Schlössernacht sein. Unter dem Motto „Una Notte Italiana“, übersetzt eine italienische Nacht, können Flaneure wieder an zwei aufeinanderfolgenden Sommerabenden am 16. und 17. August durch die Schlösser und Parkanlagen streifen und italienisches Essen und Musik genießen.

Auch das Stadtmarketing rührt kräftig die Werbetrommel. Influencer, Journalisten und Blogger sollen an „Italien in Potsdam“ herangeführt werden. „Das Thema scheint emotional gut zu greifen“, sagt Raimund Jennert, Geschäftsführer des Potsdam-Marketings. Auch im Ausland wie Polen, Dänemark, Tschechien und der Schweiz wird offensiv geworben. „Die Resonanz ist bisher gut – wir erhoffen uns davon einen langfristigen Effekt“, erklärt Jennert. So soll Italien dauerhaft zum Bestandteil der Tourismusmarke Potsdam werden.

Von Anne Knappe

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