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Potsdam Das ist Potsdams „neue Mitte“
Lokales Potsdam Das ist Potsdams „neue Mitte“
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21:31 04.09.2015
Potsdams Mittelpunkt liegt auf einem Feld.. Quelle: Foto: MAZ
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Bornim

Die Landeshauptstadt Potsdam kann wohl in vielerlei Hinsicht als „die Mitte“ Brandenburgs bezeichnet werden – kulturell, politisch, ja sogar einigermaßen geografisch. Doch wo befindet sich eigentlich der Mittelpunkt Potsdams? Das Institut für Landesvermessung und Geobasisinformation Brandenburg hat sich dieser Frage im Auftrag der MAZ gestellt und Erstaunliches ans Licht befördert. Wer bisher davon ausging, dass Alter Markt, Stadtschloss und Lange Brücke das aktuelle Zentrum der Stadt bilden, irrt gewaltig. Der tatsächliche geografische Mittelpunkt der Stadt ist ein Acker, der Bestandteil der Bornimer Feldflur ist und von Alleen und Getreidefeldern malerisch umrahmt wird.

Zum Nachlesen: Das waren die möglichen Stadtmitten >

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Ganz nah dem historischen Stadtkern befindet sich auch der geografische Mittelpunkt, nämlich am Stadtkanal, hier mit Blick in Richtung Friedrich-Ebert-Straße und Nikolaikirche.

Die genauen Koordinaten des neu entdeckten Nabels der Landeshauptstadt lauten: 13,029405 Grad östlicher Länge und 52,426149 Grad nördlicher Breite. Wer sich dorthin begibt, wird sich auf einem Feld zwischen Amundsenstraße und verlängerter Amtsstraße wiederfinden.

Mittelpunkt durch Eingemeindungen verschoben

Die Mitte Potsdams – ein ländliches Idyll? „Dieser Mittelpunkt ist das Resultat der zahlreichen Eingemeindungen“, erklärt Oliver Flint, Mitarbeiter des Landesvermessungsamtes. Tatsächlich hat sich der zentrale Punkt durch das Hinzukommen von Ortsteilen wie Groß-Glienicke, Fahrland und Satzkorn in Richtung Norden verschoben und ist nun gar nicht mehr so urban, wie man eigentlich erwarten könnte. In Potsdams Mitte ist also doch noch viel Platz.

Potsdams Mitte liegt nicht etwa in der Innenstadt, sondern mitten auf einem Feld. Quelle: MAZ

Experten haben unterschiedliche Methoden zur Bestimmung

Allerdings gibt es unter Experten verschiedene Auffassungen, wie man die Mitte eines geografischen Raums bestimmen kann. Eine einheitliche oder allgemein akzeptierte Formel gibt es, so erklärt Oliver Flint, nicht: „Jede Methode hat ihre Berechtigung und kann auch irgendwie begründet werden – was jedoch immer eine Frage des Standpunktes ist.“ Das Problem bei der Suche nach der eigenen Mitte: Die Grundrisse von Ländern und Städten sind unregelmäßige Flächen, deren Zentrum mit den gängigen Berechnungen nur schwer erfassbar ist. Der Versuch, geometrische Figuren, deren Balancepunkt klar definiert ist, auf unregelmäßige Figuren anzuwenden, führt laut Flint zu Ungenauigkeiten. Das Landesvermessungsamt hat daher der Schwerpunktmethode den Vorzug gegeben.

Auf Basis von gut 3000 Stützpunkten der sogenannten Alkis-Geometrie (Amtliches Liegenschaftskatasterinformationssystem), die sich an der territorialen Grenze der Landeshauptstadt orientieren, wurden die Koordinaten ermittelt.

So haben sich unsere Leser entschieden und lagen mit dem Acker ganz richtig. Allerdings hat die Bornimer Feldflur nur ganz knapp das Rennen gemacht. Quelle: MAZonline

Eine Alternative ist die Extremwertmethode, mit der auch Laien Mittelpunkte errechnen können. Wenn man den östlichsten mit dem westlichsten sowie den nördlichsten mit dem südlichsten Punkt eines Gebiets verbindet und so einen Schnittpunkt bildet, kommt man zu einem überraschend genauen Ergebnis. Das Resultat weicht nur wenig ab von den vom Landesvermessungsamt ermittelten Koordinaten. Der Schnittpunkt liegt etwas weiter nördlich, jedoch ebenfalls auf einem Feld.

Die „neue Mitte“ ist einen Ausflug wert

Die „neue Mitte“ ist unbedingt einen Ausflug wert. Highlights der Region sind der Volkspark auf dem ehemaligen Buga-Gelände, der Karl-Foerster-Garten und der Gutsgarten mit Persiusturm. Zahlreiche Rad- und Wanderwege führen bequem dorthin.

So klar das neu entdeckte Zentrum durch seine Natürlichkeit besticht, so unklar sind die genauen Besitzverhältnisse. Das Mittelpunkt-Feld ist in verschiedene Fluren und Flurstücke unterteilt, wobei sich die Eigentümer des Flurstücks 368 als Besitzer des Mittelpunkts bezeichnen können – sie wollen jedoch nicht öffentlich genannt werden.

Wer bisher glaubte, Potsdams Innenstadt sei die Mitte, lag falsch. Quelle: Lutz Hannemann

Wer also kümmert sich nun um die neue Sehenswürdigkeit? Und: Ist die Mitte eigentlich – ihrer Geltung entsprechend – gut genug ausgeschildert? Bislang hat sich wenig getan: „Meistens stehen wir hier draußen ja nicht so im Mittelpunkt des Interesses“, bemerkte Nachbar Günter Reif.

Die Markierung des Potsdamer Zentralorts mittels einer Edelstahlstele ist denkbar. In dieser Art gibt es bereits einen Hinweis auf die Brandenburger Mitte (Fahrländer See).

Dem Namen nach gibt es ja bereits eine Vereinigung, die sich der Wiederbelebung des Potsdamer Zentrums verschrieben hat: Die Initiative „Mitteschön!“. Immerhin hat ja der preußische Gartenarchitekt Peter Joseph Lenné die Bornimer Feldflur konzipiert.

Potsdam, Deutschland, Europa – die Zentren

Fahrland ist seit 2004 ein Stadtteil Potsdams und kann sich als geografische Mitte Brandenburgs bezeichnen. Der Mittelpunkt ist mithilfe einer Stele gekennzeichnet, die mitten aus dem Fahrländer See herausragt.

Niederdorla in Thüringen, 5km von Mühlhausen entfernt, ist der mittigste Ort Deutschlands und wird durch einen Mittelpunkt-Stein markiert.

Da der Grenzverlauf nach Asien nicht eindeutig ist, kann die Mitte Europas nur schwer festgestellt werden. Das litauische Dorf Purnuskes, das in der Nähe von Vilnius liegt, gilt jedoch seit 1989 als Mittelpunkt des Kontinents, auch ein ukrainischer Ort beansprucht den Titel für sich.

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