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Potsdam „Stadt für eine Nacht“ startet
Lokales Potsdam „Stadt für eine Nacht“ startet
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01:15 17.06.2018
Mit 25 000 bis 30 000 Besuchern ist die Stadt für eine Nacht bereits eine etablierte Größe im Kalender. Das Motto lautet „Licht an“ Quelle: foto: Christel Köster
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Berliner Vorstadt

Sorgen, dass die Fußball-WM dem größten Kulturfestival Potsdams einen Strich durch die Rechnung macht, brauchen sich die Veranstalter nicht machen. „Ich habe extra geguckt: Es findet kein wichtiges Spiel der deutschen Mannschaft während der Zeit statt“, witzelte Oberbürgermeister Jann Jakos (SPD) am Mittwoch bei der Vorstellung des Programms der „Stadt für eine Nacht“ (SFEN).

Für einen Tag und eine Nacht verwandelt sich die Schiffbauergasse wieder in eine temporäre Stadt. Los geht die neunte Auflage des Kulturfestivals am 30. Juni um 14 Uhr und läuft genau 24 Stunden.

Das Motto lautet in diesem Jahr „Licht an“. 26 Bewohner präsentieren in kleinen Hütten, Containern und Pavillons ihre Antworten und Ideen zum Thema Licht. Die Akteure, darunter sechs Neuzugänge, setzten sich mit dem Licht als natürliche Erscheinung, als künstliche Quelle, als Ressource und als Umweltproblem auseinander. „Es ist nicht nur ein Fest, bei dem man sich bespielen lässt, sondern auch selbst mitmachen kann“, so der Hans-Otto-Theater-Intendant Tobias Wellemeyer, der das Festival 2010 ins Leben gerufen hat.

Grob wird es drei Bereiche geben: Im ersten wissenschaftlichen Part beschäftigt sich zum Beispiel der Verein „proWissen“ mit dem Verlust der Nacht und der Lichtverschmutzung. Die Biosphäre Potsdam wird interessante Fakten zum Thema innere Uhr bei Tieren und Pflanzen vorstellen. „Bei Licht sind Stabheuschrecken nahezu unsichtbar“, erklärt Susanne Schilling, Leiterin der Ausstellungsgestaltung an der Biosphäre Potsdam und zeigt auf das Tier im Terrarium. Erst nachts wird das Insekt aktiv und beginnt Futter zu suchen. Im zweiten Bereich sind Künstler, Kreative und Filmemacher vertreten. Wer Lust hat, 24 Stunden das Modell Ehe auszuprobieren, kann sich in der Kapelle der Erleuchtung vermählen lassen. Und im dritten Bereich werden soziale und integrative Projekte wie der Wünschewagen vom ASB-Landesverband vorgestellt. Im übertragenen Sinne ginge es um die Strahlkraft solcher ehrenamtlichen Projekte.

Party, Kunst und Tanz

Über 100 Programmpunkte erwarten die Besucher. Unter anderem bietet das Theaterschiff Führungen an, die kleinen Gäste können bei Licht-Mitmach-Experimenten ins Staunen kommen und das Frauenzentrum bringt mit einem Vortrag zu Frauenrechten „etwas Schärfe rein“, so Sabine Chwalisz, Leiterin der „Fabrik Potsdam“. Für Partystimmung mit modernen Hip-Hop-Beats sorgen ab Mitternacht die zwei Potsdamer Brüder „Dj Set Acoid X Modem“. Besonderes Highlight ist die Lichtinstallation mit 600 Kugeln auf dem Tiefen See, die den Potsdamer Stiefel – also die Konturen der Seenkette von Schwielowsee und Havel – abbildet.

In den letzten Jahren hat sich der Besucheransturm auf etwa 25 000 bis 30 000 eingependelt – mit dieser Größenordnung rechne man auch in diesem Jahr, so Birgit-Katharine Seemann, Fachbereichsleiterin für Kultur und das Museum der Landeshauptstadt.

Außerdem setzen die Veranstalter wieder auf ihr bewährtes Sicherheitskonzept: Es wird vier Eingänge mit kleineren Kontrollen geben, drei davon werden an der Berliner Straße sein, und ein Einlass wird an die Unterführung der Humboldtbrücke gelegt. Größere Taschen sowie Glasflaschen sind nicht erlaubt. Der Eintritt ist frei.

Für Fans des Hans-Otto-Theaters ist es auch die letzte Gelegenheit, das Team um Intendant Tobias Wellemeyer zu sehen, der die Bühne in der Schiffbauergasse seit 2009 leitet. Ab der nächsten Spielzeit wird Bettina Jahnke den Posten übernehmen. Auf die Frage, wie es mit der „Stadt für eine Nacht“ weiterginge, machte Birgit-Katharine Seemann bereits erste Hoffnung: „Wir gehen davon aus, dass eine zehnte Auflage kommt.“

Von Anne Knappe

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