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Das neue Integrationskonzept ist da

Potsdam Das neue Integrationskonzept ist da

Potsdam hat eine vielfältige ausländische Community und soll daher „Eine Stadt für alle“ werden. Dabei ist und bleibt die größte Herausforderung der Wohnungsmarkt. Trotz der angespannten Lage bleibt Potsdam bei dem Credo, Geflüchtete so schnell wie möglich in die eigenen vier Wände zu vermitteln.

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90 Seiten umfasst das aktuelle Integrationskonzept der Landeshauptstadt Potsdam.

Quelle: Nadine Fabian

Potsdam. Das große, das oberste Ziel prangt auf dem Titelblatt: „Eine Stadt für alle“ – das will Potsdam werden. Den Weg dorthin soll das neue Integrationskonzept weisen, das die Beauftragte für Migration und Integration, Magdolna Grasnick, und der Beigeordnete für Soziales, Jugend, Gesundheit und Ordnung, Mike Schubert (SPD), am Dienstag vorgestellt haben.

Das neue Konzept fußt auf seinen beiden Vorgängern aus den Jahren 2008 und 2012 sowie auf dem aktuellen Integrationsmonitoring, einer Sammlung statistischer Daten, die Auskunft über die Lebenssituation der in Potsdam wohnenden Menschen mit Migrationshintergrund gibt. Auch die neuen, 2016 in Kraft getretenen gesetzlichen Regelungen auf Bundesebene seien eingeflossen – und damit auch der Gedanke „Fördern und Fordern“.

Das Integrationskonzept deckt die Jahre bis 2020 ab und widmet sich auf 90 Seiten sechs Handlungsfeldern, zu denen unter anderem die Themen Wohnen, Bildung und Arbeit gehören. Es listet zudem 77 Ziele auf und 137 Maßnahmen, wie diese erreicht werden können. Das Papier, das von der Verwaltung unter anderem in Zusammenarbeit mit der Werkstatt für Beteiligung erarbeitet wurde, soll am 3. Mai den Stadtverordneten vorgelegt und – sehr wahrscheinlich nach einer Reise durch die Fachausschüsse – zum Beschluss gestellt werden.

„Integration“, sagt Magdolna Grasnick, „ist ein Prozess – ein Geben und Nehmen und Sich-verändern.“ Dabei sei die ganze Stadtgesellschaft gefragt: „Letztendlich soll es ja auch der ganzen Stadtgesellschaft gut gehen.“ Man betrachte daher auch die gesamte Stadt: Kitas und Kultur, Sport und Religion und auch die Frage, wie in der Verwaltung selbst Vielfalt gelebt wird. Was der Integrationsbeauftragten wichtig ist: Potsdam war schon international, lange bevor im Jahr 2015 der Zuzug von Geflüchteten zunahm. Die Gruppe der Ausländer in der Stadt sei alles andere als homogen, so Magdolna Grasnick: „Man denke nur an die vielen Wissenschaftler und Studenten.“

Rund 18000 Menschen mit Migrationshintergrund leben in Potsdam. „Sie fühlen sich laut einer Umfrage wohl hier und halten Potsdam für eine tolerante Stadt“, so Magdolna Grasnick. Auch die Alt-Potsdamer seien dem Integrationsprozess gegenüber positiv gestimmt. „Es ist sicher nicht alles rosig“, sagt die Integrationsbeauftragte. „Aber man muss ja Ziele haben.“ – „Wir sind von der Entwicklung ein bisschen überholt worden“, räumt der Sozialbeigeordnete Mike Schubert ein. Bereiche, in denen bereits vor 2015 Spannung war, stellten die Stadt nun vor noch größere Herausforderungen: Beispiel Wohnungsmarkt. „Potsdam verfügt – das ist nichts Neues – wie alle anderen Ballungsräume über zu wenig freien Wohnraum“, so Schubert. Der Leerstand auf dem gesamten Potsdamer Markt liege derzeit bei 0,6 Prozent. Potsdams Credo bleibe dennoch, dass Geflüchtete so schnell wie möglich aus der Gemeinschaftsunterkunft in eine eigene Wohnung zu vermitteln. Rund elf Monate betrage die durchschnittliche Verweildauer derzeit. „Wir wollen wieder dahin, dass es nicht mehr als ein halbes Jahr ist“, so Schubert. „Das wird sehr schwer. Da müssen wir uns alles strecken und auch umdenken, denn wir werden von außen keine Hilfe bekommen.“ Da es kaum freie Wohnungen im Bestand gibt, müsse weiter neu gebaut werden. „Aber keine Flüchtlingswohnungen – das wäre für die Integration hemmend“, so Schubert. „Wir bauen im Bereich des sozialen Wohnungsbaus, wovon ein Teil für Geflüchtete gedacht ist.“ Die Hauptlast liege dabei auf der kommunalen Pro Potsdam, weil sich Genossenschaften und private Bauherren trotz entsprechender Förderprogramme zurückhalten. Dennoch: „Es reicht nicht. Wir müssen auch über unkonventionelle Lösungen, etwa über leichtere Bauweisen nachdenken.“

Das vollständige Konzept ist auf der Internetseite der Stadt unter www.potsdam.de/fortschreibung-integrationskonzept-2016-2020 einzusehen.

Potsdam ist bunt und wächst weiter

Zum Jahresende 2016 lebten 171597 Einwohner in der Stadt, davon 12888 mit einem nichtdeutschen Pass.

Die Zahl der nichtdeutschen Potsdamer stieg damit in den vergangenen zwei Jahren um 4200.

Die Gruppe der Zugewanderten besteht unter anderem aus Geflüchteten, Studierenden, Gastwissenschaftlern, EU-Bürgern, die im Rahmen der europäischen Freizügigkeitsregelungen in Potsdam arbeiten oder Arbeit suchen, Auszubildenden und Angehörigen Deutscher.

Die Hauptherkunftsländer sind Syrien (1570), die Russische Föderation (1194) und Polen (958). nf

Von Nadine Fabian

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