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Das steckt hinter „Pulse of Europe“

Kundgebung am Sonntag in Potsdam Das steckt hinter „Pulse of Europe“

In immer mehr Städten wird für und nicht gegen Europa demonstriert. Dahinter steckt die Bewegung „Pulse of Europe“. Für Sonntag hat sie erneut zu einer Kundgebung in Potsdam aufgerufen. Erwartet werden rund 300 Menschen. Wer steckt hinter der Bewegung? Die MAZ hat mit den Initiatoren gesprochen.

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Kundgebung von Pulse of Europe vor dem Brandenburger Tor in Potsdam.

Quelle: Friedrich Bungert

Potsdam. „Wir wollen zeigen, dass unser Herz für Europa schlägt. Bei allen Schwächen, die es gibt, Europa gehört zusammen“, sagt Volker Gustedt. Der 53-jährige Journalist und Kommunikationsberater gehört zum sechsköpfigen Organisationsteam der Pulse-of-Europe-Kundgebungen in Potsdam, die seit 5. März auf dem Luisenplatz stattfinden.

Die überparteiliche Initiative Pulse of Europe wurde Ende 2016 in Frankfurt am Main ins Leben gerufen und erobert immer mehr Städte – es sind bereits über 50 – des Alten Kontinents. Ob in Deutschland, Frankreich, den Niederlanden, Belgien, Luxemburg, Großbritannien, Irland oder Portugal, überall vernetzen und solidarisieren sich Menschen in den sozialen Medien. Sie diskutieren, verabreden sich und gehen angesichts von Brexit, Trump, Le Pen oder AfD auf die Straße. Ihr Ziel ist es, „den europäischen Gedanken wieder sichtbar und hörbarer zu machen“ und – zunächst bis zu den Präsidentschaftswahlen in Frankreich am 23. April – Rechtspopulisten und Nationalisten entgegenzutreten.

Zum Auftakt kamen 150 Leute, eine Woche später fast 500

So auch in Potsdam. Kamen zum Auftakt am 5. März zunächst 150 Leute, waren es eine Woche später fast 500 Menschen, die zeigen wollten: Ich bin für Europa. Am vergangenen Wochenende fanden bei Dauerregen zwar nur 150 Unentwegte den Weg auf den Luisenplatz, aber das waren die „Tapfersten der Tapferen“, erklärt Gustedt. Der Journalist hofft am Sonntag wieder auf mindestens 300 Teilnehmer.

„Mitgestalten statt mäkeln! Mitmachen statt motzen! Europa feiern!“, heißt diesmal das Motto der Potsdamer Kundgebung. Es nimmt damit Bezug auf den 60. Jahrestag der Unterzeichnung der Römischen Verträge am 25. März 1956. Damals legten Frankreich, Italien, die Niederlande, Luxemburg, Belgien und die Bundesrepublik Deutschland mit ihrem Bündnis die Grundlage für die heutige EU mit ihren 28 Mitgliedsstaaten. „Die römischen Verträge waren und sind der Garant dafür, dass es im Herzen Europas seit 60 Jahren Frieden, Freiheit und Stabilität gibt. Diese historischen Zusammenhänge wollen wir in den Mittelpunkt stellen“, heißt es im Aufruf für das Treffen der Europa-Befürworter am Sonntag.

Die Europäische Union benötigt Liebesmedizin

Musikalisch begleitet wird die Kundgebung von dem Potsdamer Gitarristen und Sänger Ruben Wittshow. Er spielt Songs von seiner neuen CD „Liebesmedizin“. „Davon könnte auch die EU etwas gebrauchen“, wirbt Gustedt.

Und was sagt der Europa-Befürworter zu den Gegendemonstranten, die sich zuletzt unter dem Schirm der AfD vor dem Brandenburger Tor eingefunden haben? „Wir sind keine Anti-AfD-Bewegung. Wir sind für etwas, nicht dagegen. Wir sind eine Pro-Europa-Bewegung. Und wir sind der Meinung, wir haben die besseren Argumente. Die EU ist ein Erfolgsprojekt“, erklärt Gustedt, der auch schon mal die Europafahne aus dem Fenster in der Friedrich-Ebert-Straße hängt.

Am Wochenende zwei Demos in Berlin

In Berlin gibt es am Wochenende gleich zwei Pro-Europa-Veranstaltungen. Am Samstag (11.45 Uhr) laden verschiedene Vereine und Verbände zum „March for Europe“ vom Bebelplatz zum Brandenburger Tor ein. Tags darauf (14.00 Uhr) werden erneut Tausende Demonstranten auf dem Gendarmenmarkt.

 

Von Jens Trommer

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