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Potsdam Das waren Potsdams Aufreger 2015
Lokales Potsdam Das waren Potsdams Aufreger 2015
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13:47 28.12.2015
Die Suche nach und die Trauer um Elias bestimmten einen großen Teil des Jahres 2015 in Potsdam. Quelle: dpa
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Potsdam

An der Spitze der meist geklickten Themen und Geschichten aus Potsdam steht am Ende des Jahres eine unglaublich traurige.

Im Juli wurde auf Facebook ein Hilferuf aus dem Stadtteil Schlaatz veröffentlicht. Der 6-jährige Elias war nach dem Spielen nicht mehr nach Hause gekommen. Hunderte Anwohner halfen der Mutter bei der Suche nach dem Jungen. Vergeblich. Elias tauchte nicht auf.

Die Suche nach Elias bewegte im Sommer viele tausende Potsdamer und sorgte bundesweit für Schlagzeilen. Quelle: dpa-Zentralbild

Wochen später dann die schreckliche Gewissheit. Elias ist tot. Getötet von einem Brandenburger, der den Jungen entführt, missbraucht, getötet und dann in einem Kleingarten verscharrt hatte.

Auf dem zweiten Platz der meistgeklickten Themen befindet sich ein Potsdamer Dauerbrenner. Auch 2015 sind in der Stadt wieder einige Bomben gefunden und unschädlich gemacht worden. Zuletzt im Strandbad Babelsberg. Für Sprengmeister Mike Schwitzke ein kniffligere Aufgabe als sonst. Die Bombe lag halb im Wasser. Aber – wie gewohnt – löste Schwitzke auch diese Aufgabe souverän.

Mike Schwitzke mit einer seiner entschärften Bomben. Motiv aus dem Januar 2015 Quelle: dpa-Zentralbild

Unsere Leser hat besonders der Liveticker zum 13. Bombenfund im Jahr 2015 interessiert. Hier können Sie den Tag noch einmal nachlesen.

Aber die Nachwirkungen des 14. Aprils 1945 wird die Potsdamer und das Team hinter Mike Schwitzke sicher auch 2016 beschäftigen.

Die Plätze drei bis fünf werden von schrecklichen Unfällen bestimmt.

Mitte Juni stürzt eine 83-jährige, gehbehinderte Frau am Hauptbahnhof in einen offenen Gully. Dort wurden gerade Wartungsarbeiten durchgeführt.

Im Juni stürzte eine 83-jährige in einen offnen Gully. Quelle: Stähle

Der Fall zog keine juristischen Konsequenzen nach sich. Die Staatsanwaltschaft prüfte eine Klage gegen die Kanalarbeiter, stellte die Ermittlungen aber ein. Sehr zum Verdruss der Familie des Opfers.

Anfang November wird eine junge Radfahrerin in der Nähe des Rathauses von einem Lkw erfasst und getötet. Kurz nach dem Unfall flammt eine alte Debatte in Potsdam neu auf. Wie sicher ist die Stadt für Radfahrer? Zahlreiche Leser melden sich bei der MAZ und melden gefährliche Stellen.

Das Fahrrad am Nauener Tor erinnert an den tödlichen Unfall. Quelle: Nadine Fabian

Am Schillerplatz attackiert ein 24-jähriger Mann einen Polizisten mit einem Messer und verletzt den Beamten schwer. Auch der Angreifer muss nach der Attacke Mitte April schwer verletzt in ein Krankenhaus eingeliefert werden.

Mitte April ist ein Polizist bei einer Messerattacke schwer verletzt worden. Quelle: Gartentschläger

Auch Bau-Geschichten waren 2015 unter den meistgeklickten des Jahres. Zum Beispiel auf Platz 6. Der Bericht über die Bauarbeiten an der Nuthestraße hat viele unserer Leser bewegt. Nicht zuletzt deswegen, weil die Schnellstraße besonders bei Pendlern beliebt ist und dort 2015 immer wieder gebaut wurde und die Autofahrer dort viel Geduld brauchten.

Auf der Nuthestraße brauchten Autofahrer dieses Jahr häufiger Geduld. Quelle: Gartenschläger

Auch in Potsdam kam man in diesem Jahr am Thema Flüchtlinge nicht vorbei. Repräsentativ sei hier ein Bericht auf Platz 7 unserer Rangliste genannt. Mitte September bezogen 283 Flüchtlinge ihre Unterkunft an der Heinrich-Mann-Allee. Die ehemaligen Ministeriumsgebäude wurden über Nacht zu einer Flüchtlingsunterkunft umgebaut.

Auf Platz 8 findet sich wieder eine tragische Geschichte. Ende März zog dicker Rauch durch die Mauerstraße. Dort hatte der Dachstuhl einer historischen Villa Feuer gefangen. 70 Feuerwehrleute eilten zum Brandort. Dort angekommen dann die schreckliche Erkenntnis – der Hausbesitzer hat den Brand nicht überlebt. Er konnte nur noch tot aus der Wohnung geborgen werden.

Matthias Klipp polarisiert seit jeher. Viele kritisieren seine Verkehrs- und Baupolitik. Im November ist der einstige Baubeigeordnete dann abgewählt worden. Der Bericht darüber schaffte es auf den 9. Platz unserer Rangliste. Mit der Abwahl Klipps endete eine monatelange Affäre um seinen privaten Hausbau. Er hatte mit falschen Angaben dazu das Vertrauen von Oberbürgermeister Jann Jakobs verspielt.

Im November bekam Potsdams Baubeigeordneter Matthias Klipp die Rote Karte und wurde abgewählt Quelle: Köster

Die Liste der meist geklickten Texte und Themen schließen wir mit einem Stadt-Dauerbrenner – nämlich mit dem Konflikt um die „Zwarten Pieten“. Die sind eigentlich bislang auf dem Sinterklaas-Weihnachtsmarkt im holländischen Viertel aufgetreten. Dieses Jahr nicht. Grund war der Protest gegen die schwarz angemalten Darsteller. Ein Unternehmer wollte die Diskussion um Rassismus nicht gelten lassen und sammelte Geld. Nützte nichts, die „Zwarten Pieten“ kamen nicht und Potsdam hatte eine Diskussion mehr.

Dieses Jahr gab es keine „Zwarten Pieten“ auf dem Sinterklaas-Weihnachtsmarkt in Potsdam. Quelle: Köster

Von MAZonline

Aufs neue Jahr anstoßen, ja, aber auf keinen Fall Böller und Raketen mitbringen: In den historischen Parks und Gärten ist es grundsätzlich verboten Pyrotechnik zu zünden. Durchgesetzt wird das Verbot durch rigide Einlasskontrollen an dem einzigen geöffneten Parkeingang.

28.12.2015
Potsdam 10000 Euro Zuschuss von der Stadt - Potsdam: Förderung für Fête de la Musique

Die Fête de la Musique verbindet die Menschen weltweit. Auch in Potsdam ist das Fest längst zur Tradition geworden – und flächenmäßig das größte Festival der Landeshauptstadt. Während es 2014 kurzfristig nach einem Streit um die Fördermittel zwischen Veranstaltern und der Stadt abgesagt werden musste, ist die Fête 2016 bereits sicher – zumindest finanziell.

28.12.2015

So, da ist sie also schon wieder vorbei, die besinnliche Zeit. Die Zeit der Geschenke, des guten Essens und Trinkens. Oder geht noch ein Glühwein rein? Dann schnell, denn morgen ist der blaue Lichterglanz vorbei. Abends geht es dann im HOT hoch her und es wird frivol. Zudem werden Fans der „Russendisko“ heute voll auf ihre Kosten kommen – der Chef persönlich legt auf.

28.12.2015
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