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Delfinköpfe speien wieder

Potsdamer Schloss Babelsberg Delfinköpfe speien wieder

Die sechs Delfinköpfe des Jubiläumsbrunnens am Potsdamer Schloss Babelsberg konnten dank einer großzügigen Spende rekonstruiert werden. Am Mittwoch wurden sie offiziell vorgestellt. Die Heroldfigur, die den Brunnen einst zierte, bleibt weiterhin verschollen.

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Direktor Hartmut Dorgerloh (l.) mit dem Spenderpaar Ira Schwarz und Dieter Mann.

Quelle: Bernd Gartenschläger

Babelsberg. Sechs Delfinköpfe können jetzt wieder Wasser in die sechseckige Schale des Jubiläumsbrunnens auf der Voltaireterrasse am Schloss Babelsberg speien. Dank einer großzügigen Spende konnte die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg die verloren gegangenen Köpfe rekonstruieren und am Mittwoch offiziell vorstellen.

„Wir freuen uns, dass das Wasser jetzt wieder da ist“, sagte Hartmut Dorgerloh, Generaldirektor der Schlösserstiftung. Es ist ein weiterer Beitrag zu Wiederherstellung der Wasserspiele, die vergangenen Sommer im Rahmen des Sonderinvestitionsprogrammes nach über 100 Jahren wieder eröffnet wurden. Damit sei die „Hardware“ gelegt worden. Aber dann sei das Geld ausgegangen, erzählte Dorgerloh. „Der krönende Abschluss fehlte uns“, gestand der Direktor. „Es sind die kleinen Dinge, auf die es ankommt.“

Als das Paar Ira Schwarz und Dieter Mann aus Berlin, Mitglieder der Freunde der Preußischen Schlösser und Gärten, im Frühjahr bei einer Führung von den benötigten Spenden erfuhr, war schnell klar, dass sie als Liebhaber alter Schlösser etwas zu der Rekonstruktion beitragen. „Wir wussten gleich: Da lassen wir keinen anderen ran“, erzählte Ira Schwarz, die ein großer Fan der klugen Meerestiere ist. Viele Spaziergänge hätte das Paar, das in Potsdam auch ein Haus besitzt, im Park Babelsberg gemacht und miterlebt, wie er überwuchert war. „Es ist toll, dabei sein zu dürfen, wie die alte Pracht wieder hochkommt“, schwärmte Dieter Mann, Chef einer Berliner Immobilienfirma.

Mit der Rekonstruktion entsteht ein Stück Geschichte neu.„Die Delfinköpfe machen den Park lebendig“, sagte Silke Kiesant, Kustodin für Metall. 1854 wurde der Jubiläumsbrunnen, auch Heroldbrunnen genannt, anlässlich der Silberhochzeit des Prinzen Wilhelm und der Prinzessin Augusta von Preußen aufgestellt. Der Entwurf stammte von dem Architekten Johann Heinrich Strack (1805– 1880), Bildhauer war Ludwig Wilhelm Wichmann (1788–1859). Einst zierte, umgeben von musizierenden Knaben, auch die 86 cm hohe Heroldfigur von Bildhauer Friedrich Drake (1805–1882) in altdeutscher Tracht den Brunnen. In seiner linken Hand trug der Herold eine Fahne mit den Daten der Hochzeit sowie der Silberhochzeit (11. Juni 1829 und 1854).

Kurz nach dem Zweiten Weltkrieg gingen die Delfinköpfe und die Heroldfigur aber verloren. In den Schuttbergen rings um das Schloss Babelsberg fand man jedoch noch einen Delfinkopf. Aus diesem stark korrodierten Original konnte der Kunstgießer Wilfried Hann aus Altlandsberg (Märkisch-Oderland) einen Gipsabguss nehmen, an Fehlstellen nachmodellieren und so die Rekonstruktionen erstellen. Ursprünglich bestanden sie aus verkupfertem Zinkguss. „Damit wurde Bronze imitiert. Das war damals billiger, aber eben auch wetteranfälliger“, erklärte Hann. Jetzt bestehen die sechs, 12 mal 12 großen Nachgüsse aus echter Bronze. Die Restaurationsarbeit sei dabei gar nicht so leicht gewesen. Denn die Gefahr des Splitterns war groß. „Man braucht auch einen glücklichen Tag, dass alles gelingt,“ sagte der 64-Jährige.

Die ebenfalls verschollene Heroldfigur wird jedoch nicht rekonstruiert. Der Grund: Die Aquarell-Zeichnung als einzig überliefertes Dokument reiche nicht aus. „Wir hoffen aber noch auf einen Zufall, dass sie eines Tages wieder auftaucht,“ erklärte Dorgerloh optimistisch. Glücklich seien sie aber, dass die Rekonstruktion noch rechtzeitig zur laufenden Ausstellung fertig wurde.„Pückler. Babelsberg – Der grüne Fürst und die Kaiserin“ ist noch bis zum 15. Oktober im Schloss und Park Babelsberg zu sehen.

Von Anne Knappe

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