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Dem Seesportclub läuft die Zeit davon

Streit um Potsdamer Bootshaus Dem Seesportclub läuft die Zeit davon

Die Kombination des Stadtbades Babelsberg und des Seesportclubs Potsdam in einem Seesportzentrum am Rande vom Park Babelsberg würde 1,6 Millionen Euro kosten. Das hat die Stadt auf eine kleine Anfrage der CDU mitgeteilt. Die Kombination wird als eine Variante zur Rettung des Seesportclubs diskutiert, der sein Bootshaus auf Drängen der Schlösserstiftung räumen muss.

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Christine Stockhaus auf dem Vereinsgelände.

Quelle: Foto: Bernd Gartenschläger

Potsdam/Babelsberg. Dem Seesportclub am Rande des Parks Babelsberg läuft die Zeit davon. Frank Kallensee, Sprecher der Schlösserstiftung, hat auf Anfrage bekräftigt, dass die Stiftung an einer „fristgerechten Beendigung der Nutzung“ zum 31. Dezember festhalte. Dann endet der Vertrag von 1998, nach dem die Seesportler das Gelände noch 20 Jahre unentgeltlich – aber ohne Verlängerungsoption – nutzen konnten. Alternativen gibt es bislang nicht: „Wir hängen in der Luft“, sagt die stellvertretende Vereinsvorsitzenden Christine Stockhaus: „Unsere Mitglieder sind zutiefst beunruhigt.“

Die Seesportler hofften nach ihren Angaben auf eine Vor-Ort-Lösung im Rahmen des Flächentauschs zwischen Stiftung und Stadtwerken. „Beabsichtigt war, das Strandbad Babelsberg näher an den westlichen Parkrand zu verlegen, um eine direkte Wege- und Medienanbindung für das Stadtbad von der Straße Am Babelsberger Park zu erreichen“, so Kallensee: „Die Zugänglichkeit des Strandbads wäre auf diese Weise ohne Durchquerung des Parks und unabhängig von dessen Schließzeiten möglich. Zudem wäre der Betrieb des neu zu errichtenden Funktionsgebäudes des Strandbades auch außerhalb der Saison zu gewährleisten. Im Gegenzug sollte ein schmaler Streifen, der heute vom Strandbad genutzt wird und der Stiftung gehört, wieder als Park hergestellt werden.“

Die Errichtung eines Seesportzentrums als Kombination von Stadtbad und Seesportclub würde nach ersten Rathaus-Schätzungen 1,6 Millionen Euro kosten, wie jetzt auf CDU-Anfrage mitgeteilt wurde.

Die letzte Gespräche zwischen Stiftung, Stadt und Stadtwerken zum Flächentausch gab es laut Kallensee 2010/11. Wunsch der Stiftung sei es, „dass die Gespräche wieder aufgenommen werden“. Das hoffe auch der Seesportclub, sagt Stockhaus. Doch die Gegenseite hält sich bedeckt. Die Stadt verweist auf die Stadtwerke mit ihrer Bäderlandschaft, die Stadtwerke verweisen auf Anfrage auf die Stadt.

Dafür bekräftigt Rathaussprecher Jan Brunzlow auf MAZ-Anfrage: „Die Stadt ist rechtlich nicht verpflichtet, dem Seesportclub ein alternatives Gelände zur Verfügung zustellen.“ Auch die CDU-Fraktion bekam nach ihrer jüngsten kleinen Anfrage die Auskunft, dass es keine juristische Verpflichtung gäbe, nach der die Stadt einen Ersatz für den bisherigen Standort zur Verfügung stellen müsse.

Zukunftssorgen treiben nicht nur die Wassersportler. Betroffen ist auch das Poetenpack, das auf dem Gelände 2010 einen Platz für Werkstatt und Lager fand. Seit 2015 proben sie im Kultursaal des Seesportclubs. Zum Jahreswechsel müssen auch die Künstler neue Räume finden.

Von Volker Oelschläger

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