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Demonstration gegen Rechts bei Uni-Empfang

Neujahrsempfang der Universität Potsdam Demonstration gegen Rechts bei Uni-Empfang

Zum Neujahrsempfang der Universität Potsdam waren alle Fraktionen des brandenburgischen Landtages geladen. Auch die AfD. Dagegen demonstrierten Studenten friedlich während der Veranstaltung. Dafür gab es lobende Worte – selbst vom Universitätspräsidenten Oliver Günther.

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Beim Neujahrsempfang der Universität Potsdam gab es willkommenen Protest im Hörsaal.

Quelle: Rüdiger Braun

Potsdam. Im Januar 2017 war es der frisch vereidigte US-Präsident Donald Trump, dieses Jahr die AfD, die die Gemüter zum Neujahrsempfang der Universität Potsdam erhitzte. Die sitzt zwar schon seit 2014 im brandenburgischen Landtag, zog aber erst vergangenen Herbst mit 94 Abgeordneten in den Deutschen Bundestag ein. Wohl deshalb – und nicht bloß, weil auch die AfD wie alle Fraktionen des Landtages von Universitätspräsident Oliver Günther zum Empfang geladen war – nutzten wohl an die 60 Studenten das große Hochschultreffen im Haus 6 auf dem Campus Griebnitzsee für eine Demonstration.

„Rechtspopulisten demaskieren – Rassisten beim Namen nennen!“ stand auf einem großen Transparent. Damit rannten die Studenten offene Türen ein. Präsident Günther warf gleich zu Beginn ein, dass er es „außerordentlich“ begrüße, wenn die Studenten von ihrem Recht auf freie Meinungsäußerung Gebrauch machten. Auch Brandenburgs Wissenschaftsstaatssekretärin Ulrike Gutheil fand, man könne es gebrauchen, wenn junge Leute sich für etwas engagierten. Und selbst der Gast aus der Schweiz, der Umweltphysiker und Wissenschaftsmanager Dieter Imboden, Festredner des Abends, fand lobende Worte. Er könne diese politische Auseinandersetzung „sehr gut nachvollziehen“. Doch als Oliver Günther in seinem Jahresresümee ausgerechnet auf die von den Protestlern angesprochene Themen zu sprechen kam, waren diese schon weggegangen.

Es bringe nichts, nur mit denen zu reden, mit denen man sich im Grundsatz einig ist, begründete er seine Einladung an alle im Landtag vertretenen Fraktionen. Er habe „nichts, aber auch gar nichts gemein“ mit den Positionen der AfD, sagte das langjährige SPD-Mitglied Günther. Gerade der kontroverse Dialog mit Andersdenkenden bringe voran. „Auf einem akademischen Campus muss deshalb jeder und jede sagen können, was er oder sie denkt, solange man sich auf dem Boden der Verfassung bewegt.“ Günther sagte das in einem von ihm zuvor skizierten politischen Kontext, in dem freie Forschung und Lehre in immer mehr Ländern – Günther nannte die Türkei, Ungarn, Polen und die USA – in Gefahr seien und Meinungsfreiheit eingeschränkt werde.

Dabei hatte die Potsdamer Universität davon abgesehen allen Grund zu Feiern. Zwei neue Sonderforschungsbereiche, die Eröffnung der Digital Engineering Fakultät, mehr Geld vom Land, die geplante Eröffnung einer Gesundheitswissenschaftlichen Fakultät in diesem Jahr und den Aufbau eines Technologiecampus in Golm brachten auch die Achtung der Staatssekretärin und des Festredners ein. Doch selbst Günther räumte ein, dass man längst nicht am Ziel sei. Die für Hochschulen aufgewendeten Steuermittel seien eben kein Konsum, sondern „Investition in die Zukunft Brandenburgs“.

Schärfere Kritik kam von Asta-Referentin Fathia Mohamed. Sie beklagte sich darüber, dass sogar ein Professor schon mal den Begriff „Leitkultur“ aufgegriffen habe. Außerdem litten Studenten unter hohen Wohnkosten in Potsdam. Die Aufforderung, private Wohnheimerbauer wie „Basecamp“ „zeitnah“ zu enteignen, dürften aber selbst ihre Kommilitonen als ironische Übertreibung verstanden haben.

Von Rüdiger Braun

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