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Den Spracherwerb in der Kita im Blick

Frauke Hildebrandt lehrt Kindererziehung an der FH Den Spracherwerb in der Kita im Blick

Leben will Frauke Hildebrandt in das oft anzutreffende Schweigen in Kindertagesstätten bringen. „Es wird viel zu wenig gesprochen in Kitas“, sagt die 43-jährige.

Wenn überhaupt einmal das Wort bemüht werde, handele es sich in vier von fünf Fällen um Anweisungen, sagt die promovierte Philosophin, die Anfang des Monats als ordentliche Professorin an die Fachhochschule Potsdam berufen wurde.

Bei einem Thema bleibt die geborene Berlinerin indes selbst zunächst etwas zurückhaltend. Frauke Hildebrandt ist die Tochter der ersten Arbeits- und Sozialministerin Brandenburgs, Regine Hildebrandt (SPD), die 2001 einem Krebsleiden erlag. Später erzählt die Buckowerin (Märkisch-Oderland) lebhafter von der gemeinsamen Zeit im „Mehrgenerationenhaus“ in Woltersdorf (Oder-Spree) Ende der 1990-er Jahre. Es sei schon lange vorher der Wunsch ihrer Mutter gewesen, mit den Kindern zusammen zu leben, so Frauke Hildebrandt. „Dass ich neugierig bin und immer den Kontakt zur Praxis suche“, antwortet sie auf die Antwort auf die Frage, inwieweit sie Regine Hildebrandt geprägt habe.

Dann wendet sich die Lehrbeauftragte des Bachelor-Studiengangs Bildung und Erziehung in der Kindheit (Babek) an der Fachhochschule Potsdam wieder dem Heute zu. In Vertretung betreute sie die einzige Ausbildung zum Erzieher auf Hochschulniveau in Brandenburg schon seit dem vergangenen Jahr. Mit 75 Studierenden im laufenden Semester hat sich die Anzahl gegenüber früher mehr als verdoppelt. „Hier können wir Kindererziehung und Pädagogik miteinander verbinden“, so Hildebrandt.

Dass dies auch die Bedeutung der Sprache in Kitas neu bewerten muss, weiß die Pädagogin seit langem. Schon viele Jahre berät Hildebrandt im Auftrag des brandenburgischen Ministeriums für Bildung, Jugend und Sport Landkreise und freie Träger wie etwa die Arbeiterwohlfahrt, Kitas und Grundschulen. Neben der Anregung und Entwicklung des Spracherwerbs ist dabei vor allem der Übergang zur Schule ihr Thema.

Seit dem vergangenen Sommer widmet sich die Mutter von zwei Töchtern und zwei Söhnen der Kita-Pädagogik auch als Leiterin der Forscherwelt Blossin (Dahme-Spreewald), in der Erzieher und Kinder gemeinsam bei mehrtägigen Camp-Aufenthalten naturwissenschaftliche Phänomene für sich entdecken. Beobachtet werden sie dabei auch von Studierenden der Fachhochschule. Das Bildungsprojekt trifft mit den Kern dessen, worum es Frauke Hildebrandt in ihrem Beruf geht: „Nicht um abgehobene Erziehungswissenschaft, sondern darum, was Kinder wirklich brauchen.“

Ihr Zuhause ist ein Bauernhof in Buckow, wo sie gemeinsam mit ihrem Mann, einem Antiquar, ihren Kindern, Schafen und Hühnern lebt. Auch die Freizeit gehört bei der 43-Jährigen in gewisser Hinsicht der Sprache. Frauke Hildebrandt singt, unter anderem in der Berliner Domkantorei. Gerne sitzt sie auch an der Orgel der Dorfkirche in Buckow und spielt – „nur für mich“.

Auf ihren langen Fahrten hat Hildebrandt zudem eine Leidenschaft für Hörbücher entwickelt. Unter anderem Tolstoi hat sie unterwegs begleitet, aber auch zeitgenössische US-Schriftsteller wie etwa Jonathan Franzen. (Von Gerald Dietz)

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