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Friedliche Revolution in Stein gemeißelt

Potsdam bekommt Demokratie-Denkmal Friedliche Revolution in Stein gemeißelt

Es ist eine kühne Idee, die einige Potsdamer entwickelt haben: Auf dem Luisenplatz soll mit einem ungewöhnlichen Denkmal auf den 4. November 1989 hingewiesen werden. Damals waren Tausende auf die Straße gegangen, um gegen die SED zu protestieren. Ihre Transparente werden nun verewigt.

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Auf dem Luisenplatz sollen die Denkmal-Tafeln im Boden eingelassen werden.

Quelle: Jacqueline Schulz

Potsdam. An den denkwürdigen Herbst der Friedlichen Revolution im Jahr 1989 wird alljährlich mit Veranstaltungen erinnert – nun könnte es in Potsdam darüber hinaus künftig einen ständigen Ort des Gedenkens geben. Eine Initiative wirbt für ein „Demokratiedenkmal“ auf dem Luisenplatz, bestehend aus mehreren in den Platz eingelassenen Tafeln – genau an denselben Orten, wo bei der Protestdemo vom 4. November 1989 die Bürger Transparente mit Forderungen in die Höhe streckten.

Auf dem damaligen „Platz der Nationen“ waren an diesem Tag Zehntausende zusammengeströmt. „Die Demonstration ist im Verlauf der Friedlichen Revolution mit Sicherheit das Ereignis, an dem sich die meisten Potsdamerinnen und Potsdamer beteiligten“, unterstreichen die beiden Denkmal-Initiatorinnen Heike Roth vom „Forum zur kritischen Auseinandersetzung mit DDR-Geschichte im Land Brandenburg“ und Gabriele Schnell von der Potsdamer „Gedenkstätte Lindenstraße“ die Bedeutung des Massenprotestes.

Besonders eindrucksvoll ist eine damals entstandene Aufnahme des Kleinmachnower Fotografen Bernd Blumrich, das den Wald von Transparenten zeigt. Das Denkmal soll diese Optik aufgreifen, so die Idee der Initiatorinnen: „Es möchte die enormen Ausmaße der für Demokratie und Bürgerrechte demonstrierenden Menschenmenge zeigen, indem es 20 ausgewählte Standorte einzelner Transparente auf dem Luisenplatz, wie in Blumrichs Fotografie festgehalten, mittels in den Boden eingelassener Tafeln markiert.“

Zwei Gestaltungsvarianten

In der ersten Variante würde sich die Gestaltung der Tafeln an die tatsächliche Gestaltung der damaligen Transparente anlehnen. Jede Tafel ist also individuell gestaltet und vermittelt eine Vorstellung davon, dass für die Herstellung der Demonstrationsplakate und -transparente in der Regel nur bescheidene (Haus-)Mittel zur Verfügung gestanden haben.

In Variante zwei würde der visuelle Bezug zum 4. November 1989 über die Verwendung des Blumrich-Fotos erfolgen, das auf jeder Tafel als Hintergrund dienen würde. Darauf würde in einer „zeitlosen“ Type die jeweilige Forderung des Transparents aufgebracht, um so die „Zeitlosigkeit“ der Forderungen zu unterstreichen. Material der Tafeln: Bronze oder Granit.

Eine prominente Unterstützerin gibt es bereits: Stasi-Aufarbeitungsbeauftragte Ulrike Poppe. „Sie begrüßt die Initiative, dass an so einem zentralen Platz an einen der Höhepunkte der Friedlichen Revolution erinnert wird“, erklärte Poppes Sprecher Rainer Potratz gestern.

Zur Realisierung des Demokratiedenkmals soll eine „städtisch-zivilgesellschaftlich besetzte AG“ gegründet werden, die sich um die Gestaltung und die Finanzierung des Projekts „aus einem Mix aus öffentlichen Geldern und Spenden“ kümmert.

Ein Beschluss der Potsdamer Stadtverordneten ist Voraussetzung für das Denkmal. Außerdem muss das Berliner Büro „Lützow 7“, das den Luisenplatz nach der Wende umgestaltet hat, im Hinblick auf seine Urheberrechte grünes Licht geben. Das Büro habe sich bereits dahingehend geäußert, dass es „grundsätzlich einer abstrakt gehaltenen Idee, am Luisenplatz an die Vorwendezeit und die Demonstration zu erinnern, nicht negativ gegenübersteht“, schreiben Schnell und Roth in einer E-Mail an alle Fraktionen, in der sie um Unterstützung werben.

INFO : www.MAZ-online.de/wende

Von Ildiko Röd

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