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Potsdam „Der Abriss der Fachhochschule ist ein Fehler“
Lokales Potsdam „Der Abriss der Fachhochschule ist ein Fehler“
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15:31 28.11.2017
Die Fachhochschule, ehemals Institut für Lehrerbildung, am Alten Markt in Potsdam.  Quelle: Friedrich Bungert
Potsdam

 „Make Potsdam great again.“ Unter dieser Schlagzeile liefert die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung (FAS) in ihrer aktuellen Ausgabe neuen Zündstoff in der Debatte um die Gestaltung der Potsdamer Mitte. Kernaussage der angesehenen Autoren Niklas Maak und Claudius Seidl: „Trotz aller Bürgerproteste werden die DDR-Bauten abgerissen: ein Fehler.“

Hier endet die Geschichte im Jahr 1945

Nach einem Exkurs in die preußische Geschichte, die hier, „je nach Standpunkt im Jahr 1918, spätestens aber 1945“ ende, folgt eine wahrlich meisterhafte Beschreibung des Alten Marktes mit der Nikolaikirche, dem Alten Rathaus, den Nachbauten von Stadtschloss und Palais Barberini und der Fachhochschule aus DDR-Zeiten. „Das ist es, was konservative Urbanisten meinen, wenn sie ,die europäische Stadt’ beschwören. Vier, fünf Stile, die aufeinanderkrachen, Differenz, Kommunikation, Urbanität“, schwärmen die Autoren.

Insbesondere ein Bau hat es ihnen trotz seines offensichtlichen Verfalls angetan: „Und dann steht da, inmitten all der nachgemachten Fassaden, ein wirklich historischer Bau. Die Fachhochschule aus den frühen Siebzigern. Man kann es gar nicht fassen, dass dieses Haus jetzt abgerissen werden soll: So leicht und heiter, so modern und optimistisch! So ist der Sozialismus niemals gewesen, immerhin wünschte er sich anscheinend, so zu sein. Bis man endlich entdeckt, dass auch dieser Bau ein Nachbau ist. Das Original hat Mies van der Rohe gebaut, in den Fünfzigern in Des Moines in Iowa. Auch die Fachhochschule ist eine Kopie, auch ihr Stil hat, wie einst der römische Barock, auf dem Weg nach Potsdam sein Vorzeichen gewechselt – vom Kapitalismus zum Sozialismus; das Haus steht in bester Potsdamer Tradition.“

Potsdamer Stadtverordnete wollen historische Mitte

Die Mehrheit der Potsdamer Stadtverordnete hat eine andere Sicht. Die Abgeordneten bekannten sich bereits kurz nach der Wende zur Wiedergewinnung der historischen Mitte und beschlossen im Oktober 1990 erstmals „die behutsame Wiederannäherung an den charakteristischen, historisch gewachsenen Stadtgrund- und aufriss.“ Versuche, die Umgestaltung zu modifizieren oder gar zu stoppen scheiterten. Gerade erst wurde das Bürgerbegehren „Potsdamer Mitte neu denken“ vom Verwaltungsgericht für unzulässig erklärt.

Aus Sicht von Maak und Seidl ist all dies ein Unding: „Wie schon in Berlin, wo sämtliche Repräsentationsfassaden der Ostmoderne mit dem immer gleichen Sandsteinmäntelchen verhängt wurden, sollen auch hier alle Spuren der Moderne verschwinden – besonders, wenn sie vom besiegten System hinterlassen wurden. Was man am Alten Markt versucht, ist die komplette Auslöschung all dessen, was zu Zeiten der DDR gebaut wurde, und das ist nicht nur ein Akt der Herzlosigkeit gegenüber denen, die hier in den siebziger und achtziger Jahren ihre Zeit verbracht und vielleicht ein paar schöne Erinnerungen an den Ort haben; es nimmt auch denen, die nach Potsdam kommen, die Chance, seine Geschichte zu verstehen. Es sind ja vor allem der aus Westdeutschland stammende Bürgermeister und ein paar sehr wohlhabende, ebenfalls aus dem Westen zugezogene Neu-Potsdamer, die hier ihre Vorstellung von einem preußischen Arkadien durchkämpfen, eine Vorstellung, die ihre Wurzeln im biederen westdeutschen Wendehammer-Dasein hat, in der Welt des Nachbarschaftsstreits, in der keine Störung der eigenen Geschmacksvorlieben geduldet wird.“

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Potsdam-Stadt@MAZ-online.de

Von Jens Trommer

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