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Potsdam „Der Beitrag der Stadt war Null komma Null“
Lokales Potsdam „Der Beitrag der Stadt war Null komma Null“
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21:57 10.12.2015
Langjähriger Vereinsvize Joachim Kuke. Quelle: Foto: J. Liebe
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Innenstadt

Im Stadtschloss-Verein geht eine Ära zu Ende. Vereinschef Michael Schöne und sein Vize Joachim Kuke geben die Führung ab. Nachfolger wird der Potsdamer Kaufmann Hans-Peter Brüggen, der am Mittwoch zu Schönes Nachfolger gewählt wurde. Im MAZ-Gespräch zieht Joachim Kuke eine Bilanz seiner Vereinstätigkeit.

MAZ: Seit 1999 sind Sie beim Vorläufer des heutigen Stadtschlossvereins, dem Verein zur Förderung des Wiederaufbaus des Fortunaportals, aktiv und gehörten zu den ersten Mitgliedern. Warum hören Sie jetzt auf?

Joachim Kuke: Ich finde, es müssen neue Leute ran. Und 16 Jahre sind doch ok. Was auch noch eine Rolle spielt: Bürgerschaftliches Engagement für das kulturelle Erbe der Stadt wird generell nicht sonderlich anerkannt.

Woran machen Sie Ihre Kritik konkret fest?

Kuke: Es ist gar nicht so sehr die Tatsache, dass unser Verein nie auch nur einen Cent Fördergeld bekommen hat. Das war klar. Der Beitrag der Stadt Potsdam war gleich Null komma Null – also: nichts. Die einzige Ausnahme war die Finanzierung der Machbarkeitsstudie für das Fortunaportal im Jahr 1999. Dafür flossen ein paar tausend Mark aus Haushaltsmitteln. Ohne Günther Jauch wäre das damals alles nichts geworden.

Anfänglich setzte sich der Verein für den Wiederaufbau des Fortunaportals ein, später für die Originalfassade des Stadtschlosses und nun seit einigen Jahren für die Restaurierung der Attika-Figuren, die einst das Schloss krönten. Eigentlich hätten die ersten beiden Attikafiguren ja schon in diesem Jahr aufgesetzt werden sollen. Klappt das noch?

Kuke: Nein. Aber wahrscheinlich im April 2016 wird es wohl soweit sein.

Stecken auch Gelder der Stiftung Preußisches Kulturerbe in der Restaurierung dieser beiden Figuren? Immerhin hatte Landtagspräsidentin Britta Stark (SPD) sich ja jedes Engagement der Stiftung rund um den umstrittenen Stiftungsvorsitzenden Max Klaar verbeten, nachdem dessen rechtskonservative Äußerungen Anfang dieses Jahres publik wurden.

Kuke: So lange keine Volksverhetzung nachgewiesen werden kann, plädiere ich für „preußische Toleranz“, auch wenn’s weh tut. Nicht Herr Klaar spendet, sondern die Stiftung, die, so weit ich weiß, nichts Illegales getan hat. Bislang hat die Stiftung Preußisches Kulturerbe die Kosten für die Restaurierung von zwei kleineren Statuen übernommen.

Ein Aufregerthema war auch die Rückgabe jener Attikafiguren, die derzeit auf der Humboldt-Universität stehen. Gibt es eine Möglichkeit, dass die je nach Potsdam auf den Landtag zurückkehren?

Kuke: Das Land Berlin hat gesagt, dass die Figuren jetzt Teil des DDR-Denkmals sind – das wurde vor anderthalb Jahren auch vom jetzigen Regierenden Bürgermeister Michael Müller unterschrieben. Dem Land Brandenburg ist das egal. Insofern sind die Pläne jetzt beerdigt. Ich hatte immer nachgehakt wegen der Rückgabe, aber das erfordert viel Energie – ich hoffe der Verein wird hier auch weiterhin ein Stachel im Fleisch sein. Wir hatten auch die Restaurierung der Attika-Figuren angeboten, sollten sie zurückgegeben werden. Da gab es ja auch eine ganz große Unterstützung der Potsdamer. Das war zum Beispiel wieder eine große Freude, die Bevölkerung ist manchmal schlauer als die Regierungen. Das Spannende ist auch: Die Figuren sind eigentlich Eigentum der Landeshauptstadt Potsdam, weil das Schloss zwischen 1918 und 1945 im Eigentum der Stadt war. Insofern wäre es ursächliche Aufgabe der Stadtspitze, sich aktiver um eine Rückgabe zu kümmern.

Gehen Sie jetzt mit Verbitterung oder wie bewerten Sie Ihre Zeit beim Stadtschlossverein?

Kuke: I wo verbittert. Ich bin dankbar, dankbar den vielen Mitstreitern und Unterstützern, den Kleinspendern und natürlich den Mäzenen Günther Jauch und Hasso Platter. Auf unsere Bilanz können wir doch ganz stolz sein. Das Fortunaportal ist fast vollendet. Der „Landtagsneubau“ hat historische Fassaden und alle reden von „dem Stadtschloss“. Aber natürlich gibt es Sachen, die der Verein vorantreiben müsste. Früher gab es auf der Fahnentreppe und der Grünen Treppe am Stadtschloss zum Beispiel wunderbare Skulpturen, die Kandelaber (Laternen) trugen und die teilweise noch erhalten sind und auf dem Schirrhof-Gelände der Schlösserstiftung gelagert sind. Und natürlich gehören dazu die Kolonnaden als Förderobjekte.

Welche ist die Grüne Treppe und welche die Fahnentreppe?

Kuke: Die erste ist die große Auffahrt gegenüber vom Mercure-Hotel. Ihren Namen verdankt sie der Tatsache, dass sie einst einen dichten Rasenbewuchs hatte. Die Fahnentreppe befindet sich an der westlichen Seite des Landtags zwischen den Ringerkolonnaden und dem Filmmuseum. Heute hat sie die Form eines Kubus. Aber auch hier existiert definitiv noch ein Barockgitter mit kleinen Engeln, das schön restauriert werden könnte. Sie befindet sich ebenfalls bei der Schlösserstiftung.

Was sind Ihre persönlichen Pläne?

Kuke: Ich bin zum Beispiel von der Dresdner Stadtverordnetenversammlung zum Mitglied im städtischen Gestaltungsrat gewählt worden. Das ist eine Aufgabe, auf die ich mich sehr freue. Aber Potsdam ist doch wunderbar und stehe den Nachfolgern gern mit Rat zu Seite, falls das gewünscht ist.

Von Ildiko Röd

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