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Das sind die Pläne für Potsdams „Kreml“

Ex-Landtag auf dem Potsdamer Brauhausberg verkauft Das sind die Pläne für Potsdams „Kreml“

Der ehemalige Potsdamer Landtag auf dem Brauhausberg hat einen neuen Besitzer. Eine Berliner Immobilienfirma will den „Kreml“ wieder auf Vordermann bringen. Erste Pläne sind bereits bekannt. Die Potsdamer Landespolitiker werden sich aber vor allem über etwas anderes freuen.

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Der einstige „Kreml“ am Brauhausberg.

Quelle: BG

Innenstadt. Im früheren Landtagsgebäude auf dem Brauhausberg könnte bald Baulärm zu hören sein. Der Gebäudekomplex – wegen seiner langen Zeit als Sitz der SED-Bezirksleitung im Volksmund „Kreml“ genannt – steht seit dem Vorjahr leer und bekommt einen neuen Besitzer: Dabei soll es sich um eine Projektgesellschaft des Berliner Immobilienunternehmens Sanus AG und der Eureka Immobilien- und Projektmanagement GmbH, ebenfalls aus Berlin, handeln. Sanus ist bekannt für die Entwicklung edler Berliner Wohnlagen. Zum Erwerberkonsortium soll auch das Bauunternehmen Züblin AG gehören. Züblin hatte zuletzt das Gebäude für Brandenburgs Sozial- und Umweltministerium am Standort Henning-von-Tresckow-Straße errichtet.

Landtag stimmt Donnerstag über Verkauf ab

Der Haushaltsausschuss des Landtags soll Donnerstagnachmittag über den Verkauf entscheiden. Die Zustimmung gilt als sicher. Konzept und Preis stimmten, hieß es aus auch aus der CDU-Opposition. Das Finanzministerium wollte die Veräußerung noch nicht offiziell bestätigen.

Kaufpreis liegt deutlich über Verkehrswert

Für den 5400 Quadratmeter umfassenden denkmalgeschützten Gebäudebestand und die Entwicklung des rund 25 000 Quadratmeter großen Grundstücks hatte es acht Angebote gegeben. Der Kaufpreis soll nach MAZ-Informationen mit knapp 8 Millionen Euro deutlich über dem geschätzten Verkehrswert von 3,9 Millionen Euro liegen. Das Geld soll in zwei Tranchen ausgezahlt werden: zu 2,5 und sechs Millionen Euro. Ausschlaggebend für den Zuschlag an die Käufergruppe sei neben dem Preis vor allem auch das Bekenntnis zu dem von Potsdam vorgegebenen städtebaulichen Konzept gewesen, verlautete aus der Landesregierung. Dazu gehöre auch eine zweite Straßenanbindung.

Ehemaliger Landtag könnte ein Hotel bekommen

Vorgesehen ist auf dem Areal eine Mischnutzung aus Forschung, Wohnen und Gewerbe. Geplant sind Wohnungen, Büros für das benachbarte Geoforschungszentrum, das dringenden Raumbedarf hat, und ein Hotel vorrangig für den Aufenthalt von Wissenschaftlern. Dank möglicher Denkmalabschreibungen ist die Mega-Immobilie für Investoren interessant. Äußerlich wird der „Kreml“ eine Verjüngungskur bekommen, aber ohne tiefgreifende Veränderungen etwa an der Fassade. Die Potsdamer werden sich nicht an den Anblick von sonnenbadenden Mietern gewöhnen müssen, Balkone sind zur Stadt hin nicht erlaubt. An der Westseite des Grundstücks kann noch ein zusätzliches Haus mit maximal drei Geschossen gebaut werden.

Anfang 2014 wurde der alte Landtag geräumt, nachdem die Volksvertreter in den Neubau am Alten Markt in die Potsdamer Innenstadt umgezogen waren. Zurück blieben nistende Turmfalken und ein Wachschutz.

Mitte 2016 könnte mit Bau begonnen werden

Für die Nutzung der Immobilie in Filetlage einigte sich das Land mit der Landeshauptstadt auf ein städtebauliches Konzept aus Wohnen, Gewerbe und Wissenschaft. Vereinbart wurde auch der Verzicht auf ein Planfeststellungsverfahren, was den Ablauf erheblich verkürzte. Ein Planfeststellungsverfahren kann bis zu sieben Jahren dauern.

Wenn der Kaufvertrag unterschrieben ist, beginnen die Planungen der Architekten. „Wenn alles gut geht, wird Mitte 2016 mit dem Bau begonnen“, sagte die Sprecherin des Finanzministeriums, Ingrid Mattern.

Die Stadt lag in der Vergangenheit mit der Eureka GmbH im Streit um die Bebauung eines größeren Grundstücks an der Pappelallee im Bornstedter Feld, wo jetzt noch das Russen-Casino steht. Die Eureka wollte das Areal deutlich höher und massiver bebauen, als es zulässig ist. Bei den Verhandlungen versuchte Linken-Politiker Gregor Gysi als Vertragsanwalt einen Kompromiss mit Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) auszuhandeln. Dem Vernehmen nach soll Gysi auch bei den Verhandlungen zum Verkauf des Landtags für die Eureka mit am Verhandlungstisch gesessen haben.

Von Ildiko Röd

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