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Der Fährmeister und seine Krähe in Caputh

Mario Meier und sein ungewöhnliches Haustier Der Fährmeister und seine Krähe in Caputh

Otto ist keine gewöhnliche Krähe. Angst kennt sie nicht, dafür hat sie es aber im Gefühl, wann ihr Lieblingsfährmeister auf der Tussy II Schicht hat. Und dann kommt Otto vorbei und fordert sein Recht auf Katzenbrekkies ein.

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Die Krähe auf der Fähre.

Quelle: Privat

Caputh. Mario Meier ist sauer. Denn eigentlich kommt Otto jeden Tag, auf das Tier ist Verlass. Nur heute, da die große, schwarze Krähe fotografiert werden soll, lässt sie sich nicht blicken. Als hätte Otto geahnt, dass er abgelichtet werden soll. „Hier war schon mal ein Fernsehteam“, erzählt Mario Meier. „Da ist er gleich abgehauen.“

Aber eigentlich kommt Otto zuverlässig immer dann, wenn Mario Meier seine Schicht beginnt. „Der passt genau den Schichtwechsel ab, bei meinem Chef kommt er nicht“, sagt der 56-jährige Maier, der seit 1998 Fährmeister auf der Tussy II ist, die Autos, Radler und Fußgänger von Caputh nach Geltow übersetzt. Vier Mal die Woche bedient Maier die Fähre mit einem zulässigen Gesamtgewicht von 16 Tonnen, vier Mal in der Woche kommt auch Otto angeflogen.

Otto ist keine gewöhnliche Krähe. Es ist drei Jahre her, schätzt Mario Meier, dass Otto zum ersten Mal zu ihm kam. Im Gegensatz zu seinen Artgenossen flog Otto nie auf das Dach der Fähre, sondern setzte sich selbstbewusst auf die Tür. „Man kann ganz dicht an ihm vorbeigehen, der haut nicht ab“, erzählt der Potsdamer.

Mario Meier gab dem Vogel spaßeshalber etwas zu essen – dieses Recht fordert Otto bis heute ein. „Otto ist selbstbewusst, die anderen Krähen sind neidisch“, weiß Mario Meier. Otto bekommt von Mario Meier jedes Mal ein paar Katzenbrekkies. „Und wenn ich die festhalte, fängt er an zu kämpfen“, sagt Mario Meier. „Manchmal holt er sich bloß das Futter und legt sich ein Lager an“. Die Krähe fliegt dann an Land mit dem Essen. Seit Otto eine zuverlässige Essensquelle gefunden hat, ist er sogar gewachsen.

Außergewöhnlich sieht Otto auch aus: „Immer so ein bisschen zerrupft“, sagt Mario Meier. Daher auch sein Name. Es gab auf der Tussy II mal einen Fährmeister, der ist mittlerweile in Rente, „mit so einem Rauschebart“. „Und Otto hatte auch so einen Kranz um den Hals, deshalb der Name.“

Auf der Tür zur Fahrerkabine wurde eigens für Otto ein Messingschild angebracht. So wissen Besucher gleich, wer auf dem 160 Meter-Schubschiff neben Mario Meier das Sagen beziehungsweise Krähen hat.

Von Anne-Kathrin Fischer

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