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Potsdam Der Holzwurm ist besiegt
Lokales Potsdam Der Holzwurm ist besiegt
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21:57 08.02.2013

„Wir haben ihn in der ganzen Kirche bekämpfen müssen“, sagt Wolfdietrich Max Vogt. Der Architekt aus Marquardt betreut die Restaurierung des Gotteshauses im Potsdamer Norden. Geschätzte Gesamtkosten: 440 000 Euro. Doch nicht nur der Holzwurm setzte dem neugotischen Bau von 1900 zu. Der Außenputz bröselt, Mauerwerksfugen sind marode, Fundamente feucht. Das vom Hügel ablaufende Wasser künftig durch eine Umgestaltung des Geländes zu stoppen, sei „unglaublich wichtig“, so Vogt. Doch das ist Zukunftsmusik, der vierte Bauabschnitt.

Im ersten Abschnitt reinigen Restauratoren derzeit eine von Eichenlaubgirlanden gerahmte Blumenwiese. Die filigrane Malerei schmückt neben Medaillons der vier Evangelisten das Holztonnengewölbe – für Denkmalpfleger das Prunkstück der Kirche. „Wenn alles gut geht und wir Plus-Temperaturen haben, können wir im März mit der Retusche anfangen“, hofft Vogt. Dann wird die gereinigte Decke abgeklebt und im zweiten Bauabschnitt der Innenraum renoviert. Dort ist alles mit cremweißer Farbe übertüncht worden. Die soll wie in der prachtvoll restaurierten Dorfkirche Groß Glienicke – dort war es schmutziges Grau – abgetragen werden, damit die ursprünglichen Holzimitate und Ornamente wieder zur Geltung kommen.

Bis zu den Festivitäten zum Ortsjubiläum – Uetz ist wie Marquardt vor 700 Jahren erstmals erwähnt worden – wird die Schönheitskur aber nicht anschlagen, denn im dritten Bauabschnitt soll die Fassade gerichtet werden. „Mit etwas Glück sind wir bis zum Advent fertig“, sagt Vogt. Das Projekt wird vom Brandenburger Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft gefördert. Auch die Landeshauptstadt unterstützt das Vorhaben mit 10 000 Euro. „Die Förderung ist auch als ein Beitrag zum Ortsjubiläum zu verstehen“, sagt Stadtsprecher Stefan Schulz. Historisch ist das Gotteshaus ebenfalls interessant. Hier findet sich die wohl einzige Patronatsloge der Hohenzollernfamilie mit Preußenwappen in Potsdam. Friedrich Wilhelm III. hatte Uetz um 1830 als Krongut erworben. Es lag auf dem Weg von Potsdam nach Paretz, wo der König mit Gattin Luise und den Kindern gern das Landleben genoss und sich unters Volk mischte. Man setzte auf einer Seilfähre über die Wublitz. Dieser Weg ist inzwischen durch die Autobahn abgeschnitten. Das alte Fährhaus steht noch und wird restauriert (MAZ berichtete). Darauf warten auch Altar, Kanzel und Taufe der Uetzer Dorfkirche, die zur Pfarre Töplitz gehört. Spenden werden dringend benötigt, damit der lithurgische Mittelpunkt, das Herz der Kirche, wieder schlägt.

www.kirche-toeplitz.de (Von Carola Hein)

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