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Potsdam Der Irrtum der Staatssicherheit
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17:26 28.11.2017
Demonstration auf dem Platz der Nationen (heute: Luisenplatz) in Potsdam am 4. November 1989. Quelle: Foto: Michael Hübner
Potsdam

Das wissenschaftliche Interesse an der politischen Wende in Potsdam bleibt auch fast drei Jahrzehnte nach dem Mauerfall ungebrochen. Im Haus der Brandenburgischen Geschichte wird am Mittwoch eine weitere umfangreiche Publikation zum Thema vorgestellt: „Revolution in Potsdam. Eine Stadt zwischen Lethargie, Revolte und Freiheit 1989/90“ ist der Titel des im Sommer erschienenen Buches.

Der Autor Rainer Eckert, geboren 1950 in Potsdam, studierte Geschichte und Archivwissenschaft an der Humboldt-Universität Berlin, wurde 1972 aus politischen Gründen relegiert. Von 2001 bis 2015 war er Direktor des Zeitgeschichtlichen Forums in Leipzig. 2014 publizierte er im Mitteldeutschen Verlag ein Buch „Opposition, Widerstand und Revolution: Widerständiges Verhalten in Leipzig“, das im Gegensatz zur aktuellen Publikation einen weiteren zeitlichen Bogen vom Ende des 19. Jahrhunderts bis zur Friedlichen Revolution 1989 spannt.

Sein Dank im Vorwort der aktuellen Arbeit gilt zuerst „meinen Potsdamer Freunden aus Opposition und Subkultur der ,wilden’ 1960er und 1970er Jahre“. Diese Zeit mit „allabendlichen Treffen im ,Café Heider’“ sei „heute weitgehend aus dem Gedächtnis verschwunden“, so der Historiker: „Auch die Revolutionäre von 1989/90 wussten nicht, in welcher Tradition sie standen.“

Der chronologische Aufbau seiner Arbeit orientiert sich an der 1990 von Reinhard Meinel und Thomas Wernicke vorgelegten Materialsammlung „Mit tschekistischem Gruß ... Berichte der Bezirksverwaltung der Staatssicherheit / Potsdam ’89“, die damit einmal mehr als Erinnerungskanon bestätigt wird. Auch Eckert greift ausgiebig auf die Akten der Stasi zurück: „Die Situation in Potsdam des Jahres 1989 spiegelt sich vorzüglich in zahlreichen Archivalien der Geheimpolizei ... wider“, schreibt er. „Trotz detaillierter Kenntnisse“ habe die Stasi die Situation allerdings „nicht richtig einschätzen“ können, „weil sie immer davon ausging, dass jegliche Opposition aus dem Westen angeregt und gesteuert war.“

Zu den historischen Besonderheiten der Havelstadt zählt nach Einschätzung des Historikers, dass die Bezirksverwaltung der Staatssicherheit, nicht zuletzt bedingt durch die Nähe zu West-Berlin, „die wohl größte solcher Verwaltungen in der ostdeutschen Diktatur war“. Wie in anderen Orten „spielten in der oppositionellen Bürgerbewegung auch in Potsdam nur wenige Persönlichkeiten eine herausragende Rolle“. Ein „Kreis von ca. 20 Persönlichkeiten ... trug die oppositionellen und revolutionären Aktivitäten im gesamten Jahr 1989“.

Potsdam im Riss zweier Epochen

Autor Rainer Eckert und der Potsdamer Historiker Thomas Wernicke präsentieren das Buch am Mittwoch um 18 Uhr im Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte, Am Alten Markt 9.

„Revolution in Potsdam – Eine Stadt zwischen Lethargie, Revolte und Freiheit (1989/1990)“ ist erschienen in der Evangelischen Verlagsanstalt Leipzig, 456 Seiten stark mit zahlreichen Abb., Preis: 25 Euro.

Zum selben Thema erschien in diesem Jahr im be.bra-Verlag „Im Riss zweiter Epochen – Potsdam in den 1980er und frühen 1990er Jahren“ von Ulrich Peter Weiß und Jutta Braun.

Inhaltliche Überschneidungen zur Geschichte der Potsdamer Antifa gibt es mit dem im April im Dampfboot-Verlag erschienenen Buch „30 Jahre Antifa in Ostdeutschland: Perspektiven auf eine eigenständige Bewegung“.

Von Volker Oelschläger

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