Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Potsdam Der Kinderspielplatz als Hundeklosett
Lokales Potsdam Der Kinderspielplatz als Hundeklosett
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
02:17 09.03.2018
Anke Oehme am Spielplatz Am Spitzen Berg/An den Leddingen. Quelle: Volker Oelschläger
Potsdam-Fahrland

Seit sieben Jahren lebt Anke Oehme mit Familie im Potsdamer Norden. Konstante ihres Alltags in Fahrland ist der Hundekot. Gegen die regelmäßig einkehrenden Vierbeiner im Vorgarten Am Upstall – das Grundstück stand vor ihrem Einzug einige Monate leer – wollte sie die Wasserpistole ziehen. Ersatzweise pflanzte ihr Mann eine Buchsbaumhecke. Nun liegen die Haufen auf dem Bürgersteig.

Mit Gummistiefeln zur Schaukel

Hinter dem Grundstück ist ein Spazierweg mit Grünstreifen. Die Kinder dürfen dort nicht hin. Wird der Rasen gemäht, spritzt der Dreck. Selbst die Sprache verändere sich. Irgendwann habe ihr Jüngster gedacht, Rasen heiße „Kacka“, sagt Oehme, die das nicht lustig findet. Wer sein Kind auf einen Spielplatz schickt, solle ihm Gummistiefel anziehen, sagt sie.

Zum Beispiel am Spazierweg Am Spitzen Berg/An den Leddingen: rechts sind Schaukel und Rutsche, links Wippe und Karussell. Wer spielen will, muss über ein dicht mit Hinterlassenschaft gespicktes Feld: „Hier ist immer alles voll“, sagt Andrea Knöbel, die dort wohnt. Der Weg führe direkt in die Döberitzer Heide. Offenbar halten es nur wenige Vierbeiner bis dorthin aus.

Bauernstreik gegen Latscherei und Hundekot

Bauer Ernst Ruden, hier mit seinen Rindern, rief zum Erntedankfest in Fahrland einen Streik aus. Quelle: Volker Oelschläger

Bauer Ernst Ruden rückte mit einem Streikschild zum Erntedankfest an – „gegen Latscherei und Hundekot“. Das eine seien breite Trampelpfade, auf denen „kein Weizen mehr aufgeht“. Das andere die Hunde mit Besitzern aus Potsdam und selbst aus Berlin. Hundesitter wurden beobachtet, die ganze Rudel für Erleichterung und Spiel auf Äcker und Felder entließen. Einmal hätten sie es mit Verbotsschildern versucht. Doch die hätten kurz darauf herausgerissen im Getreide gelegen. „Mich graut es, wenn Krampnitz erschlossen ist und da noch mal 800 Hunde hinter uns wohnen“, sagt Ruden.

Auf der Tagesordnung der Stadtverordneten steht am Mittwoch eine Mitteilungsvorlage: „Die Stadtverwaltung geht davon aus, dass es kein Hundekotproblem gibt.“ Verwiesen wird auf die Anzahl der Hundekottütenspender, die 2016 stadtweit von 36 auf 131 aufgestockt wurden. 105 040 dieser Tüten wurden 2016 verbraucht, so der statistische Jahresbericht. In Fahrland sind sie Teil der Landschaft: gefüllt und abgelegt.

In Fahrland bleiben die Kinder auf dem Weg

In dem auf 5000 Einwohner angewachsenen Ortsteil gibt es laut Rathaus eine „Kombi-Station“ mit Tütenspender und Mülleimer. Hinzu kommen separat fünf Abfallbehälter und vier Spender. Demnächst sollen an die Gartenstraße vier Abfallbehälter und eine Kombi-Station kommen, ein Mülleimer sei für den neuen Spielplatz Am Upstallgraben geplant.

Anke Oehme, als Mitgründerin eine der Sprecherinnen der jungen Bürgerinitiative Fahrland, zitiert gern eine Grimmsche Märchenfigur: „Im Gegensatz zum Rotkäppchen verinnerlichen Fahrlands Kinder das ,Bleib auf dem Weg!’ von klein auf.“

Hunde in Potsdam

Fast 6600 steuerlich erfasste Hunde lebten 2016 in Potsdam, so der aktuelle statistische Jahresbericht. Tendenz: stetig zunehmend. Zum Vergleich: 2012 waren 6116 Hunde gemeldet, 2014 waren es 6424.

Auch die Anzahl der Hundehalter nahm zu – von gut 5800 im Jahr 2012 auf rund 6150 im Jahr 2016. Die Einnahmen aus der Hundesteuer stiegen von 559 000 Euro im Jahr 2012 auf 721 000 Euro im Jahr 2016.

Eine Erhöhung der Hundesteuer steht in den Empfehlungen des Bürgerhaushalts für 2018/19 auf Platz vier der Top-20-Vorschläge. Am Mittwoch sollen die Stadtverordneten entscheiden.

Die Verwaltung empfiehlt die Ablehnung. Begründung: Die Steuer sei zuletzt im Juli 2013 erhöht worden, Potsdam liege im Städtevergleich bereits im oberen Drittel, eine weitere Anhebung würde nur marginale Mehreinnahmen bringen.

Von Volker Oelschläger

Potsdam Geldautomaten in Lübz gesprengt - Automatenknacker in Potsdam verhaftet

Wegen der Sprengung eines Geldautomaten in mecklenburgischen Lübz haben die zuständigen Gerichte Haftbefehle gegen zwei Männer erlassen. Ein Tatverdächtiger kommt aus der Nähe von Potsdam. Nach einem dritten Verdächtiger ist noch flüchtig.

06.03.2018

Ein 36-jähriger Pkw-Fahrer hat es Montagabend mit aggressiven Hundefreunden zu tun bekommen: Weil er den Hund eines 36-jährigen Mannes beinahe angefahren hätte, gingen gleich mehrere Personen auf ihn los. Der Autofahrer wurde verletzt, an seinem Wagen wurde ein Reifen zerstochen. Später stellte sich heraus, dass die Täter betrunken waren.

06.03.2018

Anfang Dezember klingelten zwei bisher unbekannte Personen an der Eingangstür eines Mehrfamilienhauses im Schlaatz. Eine ältere Dame machte den beiden auf. Zunächst machten die jungen Leute den Anschein, als ob sie jemanden besuchen wollten, doch dann erschlichen sie sich den Zugang zur Wohnung der Dame und ihres betagten Mannes.

06.03.2018