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Der Kulturverein Ars Sacrow

MAZ zu Hause in ... Sacrow Der Kulturverein Ars Sacrow

Der Kulturverein Ars Sacrow hat das Schloss Sacrow am Potsdamer Jungfernsee für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Seit 2003 gibt es dort regelmäßig Ausstellungen, Filmvorführungen und andere Veranstaltungen. Die aktuelle Ausstellung „Gärtner führen keine Kriege – Preußens Arkadien hinter Stacheldraht“ ist das bislang größte Projekt.

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Günter Voegele (vorn), Lilly und Manfred Stock vom Verein Ars Sacrow vor dem Schloss.

Quelle: Volker Oelschläger

Potsdam/Sacrow. Die Geburtsstunde des Kulturvereins Ars Sacrow beschreibt Lilly Stock (75) so: „Die Sacrower wollten ins Schloss. Wir haben an der Tür gerüttelt und wollten da rein.“ Der damalige Schlosskastellan Günter Voegele (66) hatte sie schließlich „zu einer Führung eingeladen und nicht schlecht gestaunt. Denn da kamen fast 30 Leute“.

Gegründet wurde der Verein Anfang 2002 in der Küche von Karl-Heinrich Bothmer, der heute noch stellvertretender Vorsitzender ist. Anfangs hatten sie 20 Mitglieder, berichtet Stock, mittlerweile seien es fast 100.

Das Schloss Sacrow hat eine bewegte Vorgeschichte. Errichtet 1773 von dem aus Schweden stammenden Festungskommandanten der Zitadelle Spandau Johann Ludwig von Hordt, erwarben es später die Eltern des Dichters Friedrich de la Motte Fouqué, der seine Jugend hier verlebte.

Im 19. Jahrhundert war es Bankiersvilla, dann Amtswohnung für den Pfarrer der Heilandskirche, Ende der 1930er Jahre schließlich Wohnsitz von NS-Minister und Generalforstmeister Friedrich Alpers.

Nach dem Krieg war das Schloss Erholungsheim für Verfolgte des NS-Regimes, Schriftstellerheim, später Sitz einer Bootskompanie der DDR-Grenztruppen und ab 1973 der Zollbehörden. Nach dem Mauerfall zog der Wirtschaftsförderverein Pro Brandenburg ein.

1993 übernahm die Schlösserstiftung die Verwaltung von Schloss und Park und Günter Voegele wurde Kastellan. Die Spuren der Grenze im Park waren zu der Zeit „fast alle beseitigt“, sagt er. Das Schloss wurde teilweise ausgebaut für einen Teil der Sammlung Schlobitten, die ihr Domizil dann aber im Berliner Schloss Schönhausen bekam. In Sacrow tat sich nichts mehr seither. „Die Sanierung wurde gestoppt, Sacrow wurde zurück gestellt.“

Manfred Stock (67) kam als Wissenschaftler am Potsdam-Instituts für Kimafolgenforschung (PIK) aus Hessen nach Brandenburg, die Anglistin Lilly Stock pendelte bis zu ihrem Ruhestand 2002 zwischen ihrem neuen Wohnort Sacrow und Regensburg, ihrem Arbeitsort.

Kernidee des von ihnen mit gegründeten Vereins Ars Sacrow war es, die Kirche, das Schloss, den Park und den Friedhof in Sacrow langfristig für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Kulturelle Veranstaltungen vor allem im Schloss sollten zugleich der Erhaltung und Restaurierung zugute kommen.

2003 gab es die erste Ausstellung „Die Räume der Macht/Die Macht der Räume“. Lilly Stock erinnert sich noch an das Lampenfieber des jungen Vereins: „Und die Leute kamen tatsächlich.“ 3000 Euro konnten zur Finissage der ersten Ausstellung an die Schlösserstiftung übergeben werden.

Die aktuelle Schau „Gärtner führen keine Kriege – Preußens Arkadien hinter Stacheldraht“ ist „unsere größte Ausstellung bisher“, sagt Lilly Stock. Die Dokumentation über das DDR-Grenzregime im heutigen Welterbegebiet ist im Schloss noch bis 13. November zu sehen. Aktuelles Restaurierungsprojekt von Ars Sacrow ist die Terrasse am Südflügel des Schlosses.

Gärtner führen keine Kriege

Kurz vor dem Ende der Ausstellung „Gärtner führen keine Kriege“ im Schloss Sacrow gibt es am Sonnabend, den 29. Oktober, um 18.30 Uhr eine Veranstaltung mit drei der wichtigsten Protagonisten der Ausstellung.

Harri Günther, Heinrich Hamann und Michael Seiler sind die Gartenverantwortlichen, die als Zeitzeugen die Zerstörung der Kulturlandschaft im Kalten Krieg und die grandiosen Heilung nach dem Fall der Mauer miterlebt haben.

Die Ausstellung läuft noch bis 13. November, geöffnet Fr-Mo 11-18 Uhr. Mehr auf www.gaertner-fuehren-keine-kriege.de und www.ars-ssacrow.de

Von Volker Oelschläger

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