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Potsdam Der Mann zum Heiraten
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08:20 19.07.2016
Weddingplaner Christian Schulze im Festsaal von Schloss Marquardt – seine liebste Kulisse für die Hochzeiten, die er ausrichtet. Quelle: Bernd Gartenschläger
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Marquardt

Am Schinkel-Leuchtturm am Kap Arkona, dort, wo das Meer das Ufer küsst, haben sich Christian und Michael Schulze das Ja-Wort gegeben – und beinahe den Hochzeitskuss verpasst. Der Tag, der der schönste in ihrem Leben werden sollte, offenbarte sich als der stressigste. „Ich war nur damit beschäftigt, alle Punkte abzuarbeiten und zu telefonieren“, sagt Christian Schulze heute, sechs Jahre später. Wo ist die Torte? Wo der Sekt? Und weshalb um Himmels Willen verlangt der Florist plötzlich mehr Geld als vereinbart? „Am Ende des Tages dachte ich: Organisieren, organisieren und nebenbei heiraten – das will ich anderen ersparen“, erzählt Christian Schulze. Er beschloss, professioneller Hochzeitsplaner zu werden.

Für 2017 stehen schon 20 Termine fest

Noch im gleichen Jahr richtete Christian Schulze (28), der „vom tiefsten Dorf in Sachsen-Anhalt“ stammt, als Feldjäger nach Potsdam kam und in Fahrland die große Liebe fand, seine ersten drei, vier Hochzeiten aus – „eher zufällig“ für Bekannte. Inzwischen sind Christian Schulze und seine liebste Kulisse, das Schloss Marquardt, von April bis November an jedem Wochenende ausgebucht. Für 2017 hat er bereits 20 Hochzeiten fest verabredet – und das ganz ohne Werbung. Christian Schulze vertraut auf Mundpropaganda. Wer bei ihm seine Traumhochzeit gefeiert hat, empfiehlt ihn weiter. Wer ihn sucht, findet ihn über Facebook.

„Wir wünschen uns ’ne schöne Hochzeit“ – das hört Christian Schulze von wirklich jedem Paar, das ihn um Hilfe bittet. „Ich setze mich mit den Brautleuten dann als erstes zwei Stunden zusammen, um herauszufinden, was für sie überhaupt ,schön’ ist“, sagt Christian Schulze. Egal, wie viele – oder auch wie wenige – Gedanken sich Braut und Bräutigam zuvor gemacht haben. Egal, welche Magazine und Fernsehsendungen sie studiert haben: „Wir fangen bei Null an“, sagt der Weddingplaner. Es gebe eben zwei Dinge, bei denen sich Brautleute verschätzen. Das sind zum einen die Kosten für die vielen Dinge, die das Fest unvergesslich machen. Zum anderen sind das die Möglichkeiten von A wie Accessoires über K wie Kinderprogramm bis Z wie Zylinder.

Egal was, egal wann – der Weddingplaner ist zur Stelle

„Ich kann wirklich alles auf der Welt organisieren“, so Christian Schulze. Momentan arbeitet er mit 70 Subunternehmen zusammen. So richtig aus der Hand mag er aber nichts geben. Er sei eben ein Perfektionist, der jedem Paar die vollkommene Hochzeit bescheren möchte. Also ist Christian Schulze beim Aufbau dabei – gerade erst am Wochenende hat sein Team 14 Tonnen Equipment für eine 150-Personen-Party gestemmt! Er richtet das Besteck und die Gläser aus, bringt die Blumen für die Brautfrisur frühmorgens ins Hotel und steckt auch schon mal den Schleier fest. Ein Kind hat sich das Knie aufgeschlagen? Christian Schulze ist mit einem Pflaster zur Stelle. Die Schwiegermutter ärgert sich über eine Laufmasche? Christian Schulze organisiert eine neue Strumpfhose. Er erinnert das Brautpaar daran, dass es jetzt aber höchste Zeit für die Fotos bei Sonnenuntergang ist und hält alle sinnlosen Informationen von ihm fern. Egal, was. Egal, wann. Der Weddingplaner kommt im rechten Moment um die Ecke. Er ist Ratgeber und Retter, Lotse und Mittelsmann. Vor allem aber ist er am Festtag der erste, der sich rührt, und der letzte, der das Licht ausmacht. „Ich investiere meine ganze Kraft, dass sich meine Paare fallen lassen und ihren großen Tag genießen können“, sagt Christian Schulze. „Einer ist da, der an alles denkt – das bin ich.“

Wenn Christian Schulze, der Eventmanagement studiert hat, nicht gerade Paaren den Weg in die Ehe ebnet, organisiert er Firmenfeiern und andere Veranstaltungen. Mit im Boot ist dann meist die Landgaststätte „Zum alten Krug“ in Marquardt, die sein Ehemann seit 2010 führt. Bis 2014 betrieb das Paar übrigens das Gartenlokal Meedehorn in Sacrow. „Hier in Marquardt wollen wir das, was wir tun festigen“, sagt Christian Schulze. „Hier wollen wir alt werden.“

Das Schloss Marquardt

Viele Besitzer sah das Schloss Marquardt kommen und gehen. Sein heutiges Antlitz hat der Berliner Stahl- und Eisengroßhändler Louis Auguste Ravené (1866-1944) geprägt. Er erwarb das Schloss 1892 und ließ es aufstocken und erweitern. In einer zweiten Stufe wurde es 1912/13 um den Flügel mit ovalem Festsaal und neobarocker Fassade ergänzt. 1932 verpachtete Ravené das Schloss an das Hotel Kempinski.

Nach dem Zweiten Weltkrieg fanden im Schloss und in den Nebengebäuden Vertriebene Unterkunft. Danach beherbergte das Anwesen u.a. eine Gehörlosenschule, eine Gartenbauschule und Institute für Obstbau und -züchtung.

Heute dient das Schloss als Veranstaltungsort für Hochzeiten, Firmenfeiern und mehr. Immer wieder finden dort Dreharbeitern für Film und Fernsehen statt. So waren dort Tom Hanks und Steven Spielberg Ende 2014 für „Bridge of Spies“ zu Gast. nf

Von Nadine Fabian

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