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Der Neue Direktor des Naturkundemuseums

Potsdam Der Neue Direktor des Naturkundemuseums

Der promovierte Biologe Jobst Pfaender lenkt ab sofort als Direktor die Geschicke des Naturkundemuseums Potsdam. Der 40-Jährige setzte sich gegen acht weitere Bewerber durch. Er ist dem Haus bereits seit 2016 als wissenschaftlicher Mitarbeiter und Vize-Direktor verbunden und geht mit großen Plänen ans Werk.

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Jobst Pfaender ist der neue Direktor des Naturkundemuseums Potsdam. Dem Haus ist er seit Januar 2016 verbunden.

Quelle: Bernd Gartenschläger

Innenstadt. Von Sulawesi in den Schlaatz? Vom Regenbogenfisch im Matanosee zum Bachflohkrebs in der Nuthe? – Viele Wissenschaftskollegen rümpften die Nase und rieten ihm ab. Heute trägt Jobst Pfaender im Arbeitsalltag trotzdem Hemd und Jackett statt Taucherbrille, Schnorchel und Neopren. „Die Entscheidung, nach Potsdam ans Naturkundemuseum zu gehen, war absolut die richtige“, sagt der promovierte Biologe. Gestern gab er seinen Einstand als Chef des Traditionshauses an der Breiten Straße und folgt damit Detlef Knuth, der seit 1979 am Naturkundemuseum tätig war und dessen Geschicke seit 1997 bis zur Pensionierung im Herbst 2016 auch lenkte.

Von Kassel über Bonn und Indonesien nach Potsdam

Jobst Pfaender stammt aus Kassel. Er ist 40 Jahre alt und hat Biologie mit den Schwerpunkten Zoologie, Zellbiologie und Chemie an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn studiert, wo er auch den Doktortitel erwarb. Er hat am Zoologischen Forschungsmuseum Alexander Koenig und am Museum für Naturkunde in Berlin gearbeitet, er hat in Indonesien geforscht, hat gelehrt und war als Gutachter für internationale biologische Fachzeitschriften tätig. Seit Januar 2016 ist er dem Naturkundemuseum Potsdam als wissenschaftlicher Mitarbeiter und Vize-Direktor verbunden. Zuletzt war er als kommissarischer Leiter eingesetzt und hatte früh preisgegeben, dass er gerne weitermachen möchte.

Im Februar hatte die Landeshauptstadt die Stelle überregional ausgeschrieben und zwischen neun Bewerbern entscheiden müssen. „Dass sich Jobst Pfaender gegen die externe Konkurrenz durchgesetzt hat, ist nicht nur seinem Wissen geschuldet“, sagt die Kulturbeigeordnete Noosha Aubel, „sondern auch seinen Visionen. Es ist ja nicht zu verhehlen, dass dem Haus an der einen oder anderen Stelle eine Modernisierung gut täte.“ Auch Birgit-Katharine Seemann, Fachbereichsleiterin Kultur und Museum, ist voll des Lobes: „Ich bin beeindruckt von den Ansätzen, mit denen Doktor Pfaender das Naturkundemuseum zu einem Zentrum der Wissensvermittlung und des Dialogs für Natur-, Umwelt- und Klimaschutzfragen weiterentwickeln will.“

Der Museumsbesuche soll noch stärker zum Erlebnis werden

Ob Mehrsprachigkeit, Barrierefreiheit, Interaktion oder Multimedia: Jobst Pfaender hat sich der Aufgabe verschrieben, das Museum für die Zukunft fit zu machen – mit behutsamer Hand, wie er betont. Immerhin gebe es viele Besucher, die den Charme des Althergebrachten schätzen. Und auch wenn die Besucherzahlen seit Jahren steigen: „Wir wollen niemanden vergraulen. Die Besucher sollen das Museum aber noch stärker als Erlebnis wahrnehmen.“ Auch 2017 werde man es gut über die 20 000er Marke schaffen, so Pfaender. „Ich übernehme ein sehr gut aufgestelltes Haus. Und ich bin nicht der einzige, der für das Naturkundemuseum brennt – hier brennen alle 17 Mitarbeiter.“ Besonders freue ihn, dass nach der Diskussion um einen möglichen Einzug in die Biosphäre die Standort-Frage geklärt scheint: „Ich gehe davon aus, dass wir an der Breiten Straße bleiben. Die Stadtmitte ist sehr attraktiv: Hier wollen wir weitermachen.“

Ende September zieht dieser Luchs in den Säugersaal des Naturkundemuseums ein

Ende September zieht dieser Luchs in den Säugersaal des Naturkundemuseums ein.

Quelle: Bernd Gartenschläger

Schon Ende September beginnt die Frischekur im Haus: Dann schließt das Museum drei Tage lang für Umbauten. Als erstes ist der Säugersaal an der Reihe. Unter anderem zieht dort ein Luchs ein. Man wolle die Erklärungen näher an die Präparate rücken und zudem Raum für Sonderausstellungen schaffen, um sich noch besser aktuellen Themen wie dem Klimawandel widmen zu können: „Wir haben unendlich viele spannende Geschichten zu erzählen“, sagt Pfaender. Auch viele Inhalte seien nun zu überarbeiten. Exemplarisch dafür ist der Wolf, der in der Ausstellung noch mit dem Prädikat „Der graue Räuber kehrt zurück“ versehen ist. „Der Wolf ist in Brandenburg längst angekommen“, so Pfaender. „Und wir wollen aufklären und nicht zu einem negativen Image des Tieres beitragen.“ Der Wolf werde denn auch das erste Multimedia-Terminal erhalten: Wann, sei allerdings noch nicht klar.

Präparate, Fische und mehr

Das Naturkundemuseum Potsdam präsentiert auf vier Etagen Ausschnitte aus seinen umfangreichen zoologischen Sammlungen. Zu entdecken sind außerdem über 40 heimische Fischarten – darunter Hecht, Stör und Wels – im Kaltwasseraquarium.

Geöffnet ist Dienstag bis Sonntag sowie an jedem ersten Montag im Monat von 9 bis 17 Uhr.

Der Eintritt für Kinder bis 5 Jahre und Schulklassen ist frei. Kinder von 6 bis 12 Jahren zahlen 1 Euro, Jugendliche von 13 bis 18 Jahren zahlen 2 Euro, Erwachsene 4 Euro. Es gibt Familien- und Jahreskarten und das Vier-Museen-Ticket

Untergebracht ist das Museum im ehemaligen „Ständehaus der Zauche“. Das Gebäude gehört zu einem Ensemble architektonischer Kleinode in der Breiten Straße und wurde 1770 nach Plänen von Georg Christian Unger erbaut. Das Haus wurde im Zweiten Weltkrieg stark zerstört und zwischen 1977 und 1981 wieder aufgebaut. Seit 2005 hat das Gebäude wieder einen barocken Vorgarten. Es gilt als Musterbeispiel für die kulturelle Nutzung eines denkmalgeschützten Objektes. nf

Von Nadine Fabian

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