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Der „Nowaweser Weberstube“ droht das Aus

Potsdam-Babelsberg Der „Nowaweser Weberstube“ droht das Aus

Der „Nowaweser Weberstube“ droht das Aus. Ohne einen Betriebskostezuschuss muss das Babelsberger Stadtteilmuseum Mitte des nächsten Jahres schließen. Der Betreiberverein Förderkreis Böhmisches Dorf Nowawes und Neuendorf hofft auf Hilfe von der Stadt.

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Kirstin Dautzenberg und Paula in der Nowaweser Weberstube.

Quelle: Christel Köster

Potsdam/Babelsberg. Dem Stadtteilmuseum „Nowaweser Weberstube“ in der Babelsberger Karl-Liebknecht-Straße droht kurz vor seinem 20-jährigen Bestehen das Aus. Grund sind nach Angaben von Kirsti Dautzenberg (47), der Vorsitzenden des Trägervereins, Betriebskostenforderungen des Vermieters. Bis 2016 habe der Förderkreis Böhmisches Dorf Nowawes und Neuendorf das Weberhaus unentgeltlich nutzen können.

Für dieses Jahr habe die evangelische Kirchengemeinde Babelsberg als Eigentümer des Häuschens dem Verein erstmals die Betriebskosten in Rechnung gestellt. Über eine Kooperationsvereinbarung gewährte die Stadt dem Verein einen einmaligen Zuschuss in Höhe von 3500 Euro, so Dautzenberg. Eine Wiederholung dieses Modells sei ausgeschlossen. Für 2018 werde fieberhaft nach einer Lösung gesucht.

Aus eigener Kraft könnten die rund 50 Mitglieder des Vereins den Fehlbetrag nicht aufbringen. Die rund 700 Stunden Öffnungszeit pro Jahr werden von den Mitgliedern komplett ehrenamtlich abgesichert. Pro Jahr kämen im Durchschnitt 600 bis 1000 Besucher, so Dautzenberg.

Bei der Stadt wurde nun ein Antrag auf Betriebskostenförderung in Höhe von 3880 Euro für 2018 gestellt, über den aber noch nicht entschieden wurde. Am Donnerstagabend berichtete Kirsti Dautzenberg im Kulturausschuss von dem Dilemma. Ohne finanzielle Hilfe müsste die „Nowaweser Weberstube“ zur Jahresmitte schließen, sagte sie auf MAZ-Nachfrage: „Darüber mag ich gar nicht nachdenken; wir müssten das Museum räumen.“

Im Kulturausschuss wurde die bislang für 2018 geplante Förderung von Kultureinrichtungen und Vereinen vorgestellt. 16 Institutionen sollen insgesamt rund 2,5 Millionen Euro von der Stadt bekommen. Die höchsten Beträge sind mit rund 500 000 Euro für das Waschhaus, sowie mit rund 480 000 Euro für das T-Werk vorgemerkt. Vergleichsweise geringere Beträge gehen etwa an die Singakademie (25 000 Euro), den Potsdamer Kunstverein (10 600 Euro), an das Neue Kammerorchester und das Collegium musicum (jeweils 40 000 Euro). Neben der „Nowaweser Weberstube“ hat das Kunsthaus Sans titre erstmals eine Förderung von 30 000 Euro bei der Stadt beantragt. Auch darüber ist noch nicht entschieden worden.

Die 1999 eröffnete „Nowaweser Weberstube“ ist das größte Projekt des Förderkreises Böhmisches Dorf Nowawes und Neuendorf, der im September sein 25-jähriges Bestehen feierte. Für den August 2018 wurde das Museumshäuschen von der Arbeitsgemeinschaft Historische Stadtkerne im Land Brandenburg als Denkmal des Monats nominiert.

Von Volker Oelschläger

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